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Rufbus-Projekt startet 2022

Pressemitteilung vom 02.07.2021

Zusätzliches Bus-Angebot in den Außenbezirken: Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz beauftragt die BVG mit Erprobung eines neuen Rufbus-Systems.

Mit der Erprobung eines neuen Rufbus-Systems wird das moderne und leistungsfähige ÖPNV-Netz Berlins um einen weiteren Baustein ergänzt werden: Der neue Rufbus überbrückt im Testgebiet die letzte Meile zum klassischen ÖPNV-Netz und schafft neue und flexible Verbindungen. Er soll den Menschen ein passgenaues Angebot für ihre Mobilitätsbedürfnisse bieten. So macht Berlin den klimafreundlichen ÖPNV noch nutzerfreundlicher und schafft mehr Freiheit bei der Wahl der Verkehrsmittel. Zunächst wird der Betrieb in einem Gebiet östlich des Ostkreuzes erprobt werden.

Der neue Rufbus wird grundsätzlich barrierefrei nutzbar und einfach per App buch- und bezahlbar sein. Fahrgäste werden das Angebot aber auch analog nutzen können, via Call Center und über eine bar bezahlbare Guthabenkarte. Die Flotte wird bis zu 26 Fahrzeuge, mit einer Kapazität von jeweils bis zu acht Fahrgästen, umfassen, die sich eine gemeinsame Strecke teilen können. Bei diesem sogenannten Ridepooling wird der Rufbus neben regulären ÖPNV-Haltestellen auch Einrichtungen wie Bürgerämter, Ärztehäuser oder Seniorentreffs ansteuern, die besonders für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen von Bedeutung sind. Darüber hinaus werden zur Deckung von Erschließungslücken auch virtuelle Haltestellen bedient werden, die den Fahrgästen in der App angezeigt bzw. vom Call Center benannt werden. Der Betrieb im Testgebiet soll im Mai 2022 aufgenommen werden. Dazu wird die BVG jetzt zeitnah das entsprechende Vergabeverfahren starten.

Der Rufbus wird außerhalb des S-Bahn-Rings in einem rund 41 qkm großen Stadtgebiet vom Ostkreuz bis zur Berliner Stadtgrenze eingesetzt. Damit bedient der Rufbus Teile von Lichtenberg, Marzahn-Hellersdorf und Treptow-Köpenick. Dieses Gebiet umfasst gleich mehrere der im Nahverkehrsplan 2019-2023 identifizierten Potenzialgebiete für bedarfsorientierte ÖPNV-Angebote, das heißt Gebiete, in denen aus unterschiedlichen Gründen Erschließungsdefizite mit dem klassischen ÖPNV bestehen, sowie verbindende Bereiche, die das Gebiet arrondieren. Im Westen wird das Bediengebiet von der Ringbahn zwischen den Bahnhöfen Ostkreuz und Frankfurter Allee begrenzt. Im Norden verläuft die Grenze zwischen den Bahnhöfen Frankfurter Allee und Lichtenberg entlang der Frankfurter Allee, ab dort bis zur Berliner Stadtgrenze entlang der S5. Im Süden begrenzt die S3 in Richtung Fürstenwalde und Frankfurt/Oder das Bediengebiet, im Osten die Stadtgrenze zwischen den beiden Bahnstrecken.

Als Betriebszeit sind mindestens 16 Stunden vorgesehen (4:30 Uhr – 20:30 Uhr werktags und 08:00 – 24:00 Uhr an Wochenenden). Es ist ein je nach Strecke und Abholort differenzierter Preis vorgesehen, der in den VBB-Tarif integriert ist:

  • Zubringer zu klassischem ÖPNV innerhalb unterversorgter Gebiete: zur Anwendung kommt der normale VBB-Tarif, der den Tarifbereich B umfasst (kein Zuschlag erforderlich)
  • Zubringer zu klassischem ÖPNV außerhalb unterversorgter Gebiete: VBB-Ticket für Berlin B + fixer Komfortzuschlag von 1,50 EUR; Mitfahrende zahlen das VBB-Ticket und 0,50 EUR Komfortzuschlag
  • Direktfahrt zwischen virtuellen Haltestellen: VBB-Ticket für Berlin B + variabler Komfortzuschlag zzgl. zum normalen VBB-Tarif in Form eines Kilometerpreises in Höhe von 1,50 EUR je Kilometer; Mitfahrende zahlen das VBB-Ticket für Berlin B + 0,50 EUR Zuschlag je Kilometer.

Das Pilotprojekt wird durch ein Monitoring begleitet werden, das die Kundenakzeptanz, Verkehrseffizienz, Umwelteffekte sowie die Auswirkungen auf andere Verkehrsmittel evaluiert und dadurch bei Bedarf Anpassungen noch während des Projektverlaufs ermöglicht.