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Routenvarianten für Radschnellverbindung vom Hauptbahnhof nach Spandau vorgestellt

Radschnellverbindungen (RSV) „Mitte – Tegel – Spandau“
Bild: Design-Gruppe/scusi, senoldo, natalie, alena che – stock.adobe.com
Pressemitteilung vom 19.06.2020

Erste Erkenntnisse der Machbarkeitsuntersuchungen für Alltagsradverkehr zwischen den Bezirken Mitte, Charlottenburg-Wilmersdorf, Spandau und Reinickendorf in digitaler Veranstaltung erörtert.

Information und Dialog im Livestream: Erstmals wurde am 18. Juni der aktuelle Planungsstand der ca. 14 Kilometer langen Route vom Hauptbahnhof bis in den Norden Spandaus vorgestellt. Über eine Online-Anwendung konnten sich die Teilnehmenden an ihren Bildschirmen an Umfragen und Abstimmungen beteiligen sowie Fragen und Anmerkungen zu den Routenvorschlägen äußern. Die geplante Route ist eine von bisher elf geplanten Radschnellverbindungen, die in den nächsten Jahren in Berlin entstehen werden. Die genaue Routenführung wird derzeit erarbeitet.

Verkehrsstaatssekretär Ingmar Streese: „Die Radschnellverbindung erschließt zahlreiche Stadtgebiete mit hohen Entwicklungspotentialen wie das Flughafenareal Tegel und die künftige Urban Tech Republic, die Europacity und die Wohnungsneubaugebiete Gartenfeld und Wasserstadt in Spandau. Mit der Radschnellverbindung können diese neuen Stadtquartiere gut an das Radverkehrsnetz angebunden werden. Für Berufstätige wird das einen Anreiz bieten, die komfortable Radverbindung für den Weg zur Arbeit in der Stadtmitte zu nutzen.“

Die Zwischenergebnisse der Machbarkeitsuntersuchung wurden während des Livestreams in drei Streckenabschnitten vorgestellt und diskutiert. Rund 120 Teilnehmer*innen haben den Livestream verfolgt, und zwischen 50 und 100 Personen haben sich aktiv bei den diversen Beteiligungsoptionen eingebracht. Während der Veranstaltung sind zahlreiche Fragen, Vorschläge und Hinweise eingegangen, die vom Planungsteam aufgegriffen und beantwortet wurden. Dazu gehören Ideen und Vorschläge zur Routenführung in den Streckenabschnitten Hauptbahnhof bis Beusselstraße, Beusselstraße bis Jungfernheide und Jungfernheide bis Hakenfelde sowie zur möglichen Gestaltung der Rhenaniastraße.
Ebenfalls diskutiert wurde die Frage nach einer direkten Routenführung oder der zusätzlich favorisierten Anbindung von Quartieren wie der Urban Tech Republic. Die Teilnehmenden teilten die Bedenken der Fachplanung, den Fernradweg Berlin-Kopenhagen als Radschnellverbindung auszubauen.
Abstimmungsfragen zur Erschließung des Flughafenareals Tegel und die künftige Urban Tech Republic und Routenführungen in den einzelnen Streckenabschnitten brachten eindeutige Voten hervor. Die Beteiligten stimmten bei allen drei Streckenabschnitten mit deutlicher Mehrheit für die derzeit fachlich am besten bewertete Routenführung. Diese führt von der Siedlung Gartenfeld in Spandau über die Rhenaniastraße, das Dohnagestell bis zum Hauptbahnhof und schließt direkt die zukünftige Urban Tech Republic an. Alle eingegangenen Hinweise, auch die im Livestream nicht erörterten Hinweise, werden in der weiteren Planung geprüft und nach Möglichkeit berücksichtigt.

Wie alle Radschnellverbindungen ist diese Trasse für den Radverkehr im Alltag und insbesondere für Berufspendler*innen attraktiv: Lange Wege können mit zügigem Tempo gefahren werden.

Über den Trassenkorridor
Der Trassenkorridor ist eine Kombination der beiden Trassenkorridore 8 und 24 der Potenzialuntersuchungen, die vor der Machbarkeitsuntersuchung in den Jahren 2017/2018 untersucht wurden.

Über Radschnellverbindungen
Berlins Radschnellverbindungen, die strahlenförmig von den Außenbezirken in Richtung Stadtzentrum führen, sollen das Radfahren auch auf längeren Strecken attraktiver machen – etwa für Pendlerinnen und Pendler, die vom Auto auf das Rad umsteigen wollen. Hierbei geht es nicht primär um die Fahrgeschwindigkeit, sondern um optimierte Reisezeiten mit möglichst wenig Stopps. Entlang von Hauptverkehrsstraßen messen Radschnellverbindungen je Fahrtrichtung mindestens drei Meter, sodass Überholen gut und sicher möglich ist. Auf Fahrradstraßen und Sonderwegen sind sie im Zweirichtungsverkehr mindestens vier Meter breit. Radschnellverbindungen sind in der Dämmerung und nachts gut beleuchtet. An Kreuzungen gilt im Regelfall Vorrang für den Radverkehr. Fußwege verlaufen getrennt vom Radweg und sind mindestens 2,5 Meter breit. Mit Radschnellverbindungen wird Radfahren sicherer und die Reisezeit kürzer. Nutzen viele Menschen Radschnellverbindungen im Alltag, sind weniger Autos auf den Straßen unterwegs.

Weitere Informationen zu Radschnellverbindungen finden Sie unter: