Projektergebnisse

Beispielvisualisierung für die Friedrichstraße im Jahr 2022

Beispiel einer Visualisierung für die Friedrichstraße

Die Verkehrsberuhigung in der „Flaniermeile Friedrichstraße“ wurde zunächst im Rahmen eines Verkehrsversuchs gemäß § 45 Absatz 1 Satz 2 Nr. 6 der Straßenverkehrs-Ordnung (StVO) erprobt. Während des Zeitraums des Versuchs erfolgten umfangreiche Begleituntersuchungen in den Teilbereichen Verkehr, Umwelt und Wirtschaft.

Beteiligt waren Fachleute aus den Bereichen Verkehr, Luftgüte, Lärm sowie der Wirtschaftsförderung. Bei der Messung und Auswertung der Umwelteffekte wurde die Senatsverwaltung für Umwelt, Mobilität, Verbraucher- und Klimaschutz vom Potsdamer Institut für transformative Nachhaltigkeitsforschung (IASS Potsdam) unterstützt.

Im Folgenden werden einige Ergebnisse des Abschlussberichts zum Zeitraum des Verkehrsversuchs zwischen August 2020 und Herbst 2021 dargestellt:

Ergebnisse Verkehr

Verkehrlich zeigt sich, dass die für die „Flaniermeile Friedrichstraße“ angestrebte Steigerung des Rad- und Fußverkehrs erreicht werden konnte. Daneben hat sich auch die Anzahl der Aufenthalte und die Aufenthaltsdauer im Projektverlauf erhöht.

Das Parkraumangebot sank durch die Verkehrsberuhigung nur um 4 Prozent. Erhebungen zur Parkraumbelegung zeigen, dass die Belegung im öffentlichen Straßenraum durchweg höher ist als in den öffentlich zugänglichen Sammelanlagen. Zugleich wurde deutlich, dass die Belegung im Untersuchungsgebiet insgesamt zwischen 26 und 64 Prozent liegt und damit noch Kapazitätsreserven bestehen.

Die Anzahl der Unfälle im Untersuchungsgebiet insgesamt und in der Friedrichstraße ist vor dem Verkehrsversuch höher als während des Verkehrsversuchs.

Die beobachteten Lieferzonen werden unterschiedlich gut angenommen.

Ergebnisse Umwelt

Der Verkehrsversuch zeigt, dass die für die Flaniermeile Friedrichstraße angestrebte Verbesserung der Luftgüte und Verminderung der Lärmbelastung für die Friedrichstraße, bei verkehrsbedingten leichten Zunahmen der Belastungen in anderen Bereichen, zu erreichen ist.

Die Belastungen werden aufgrund ihrer Höhe und der Zahl der Betroffenen als vertretbar eingeschätzt. Es werden zudem jedoch flankierende Maßnahmen zur Reduktion der Verkehrsmengen der verlagerten motorisierten Verkehre oder zur Reduktion der verkehrsbedingten Belastungen empfohlen.

Ergebnisse Wirtschaft

Da keine Daten zur wirtschaftlichen Situation der ansässigen Unternehmen erhoben werden konnten, lag der Untersuchungsfokus auf dem Nutzungsverhalten sowie der Wahrnehmung und Bewertung des Projektes und seiner konkreten Ausgestaltung vor Ort. Diese wurden als Indikatoren für die Bewertung der Aufenthaltsqualität und Attraktivität der Friedrichstraße und ihres Umfelds genutzt.

Aus Sicht der befragten Passant*innen ist die Bewertung des Projekts eindeutig: 82 Prozent der Befragten begrüßen eine dauerhaft verkehrsberuhigte Friedrichstraße. Etwa die Hälfte der Befragten sieht in der umgestalteten Friedrichstraße für sich einen Anreiz, diese häufiger aufzusuchen. Die geäußerten Defizite bei Einzelhandel und Gastronomie geben Hinweise auch für Immobilieneigentümer*innen und Gewerbetreibende auf Wünsche der Kund*innen somit auf noch vorhandenen Potenziale.
Die Ergebnisse der Online-Befragung der gewerbetreibenden Anrainer*innen ergibt ein disparates Meinungsbild. Weder die Ausgangssituation vor der Umgestaltung noch der Zustand während des Verkehrsversuches finden die Zustimmung der Mehrheit der Gewerbetreibenden. Es ist aber ein großer Wunsch und Wille zur Veränderung festzustellen.

Berichte

  • Abschlussbericht Nahbereichskonzept Friedrichstraße

    PDF-Dokument (8.4 MB)
    Dokument: LK Argus

  • Abschlussbericht Flaniermeile Friedrichstraße

    PDF-Dokument (6.6 MB)

Autofreie Friedrichstraße: Der Fußverkehr erhält den Vorrang