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Elektrisch unterwegs auf Berlins Straßen – Ladeinfrastruktur im öffentlichen Raum

Ladestationen
Bild: SenUVK

In den letzten Jahren haben im Innenstadtbereich vor allem E-Carsharing-Fahrzeuge das „elektrifizierte“ Stadtbild geprägt.
Doch mittlerweile, auch dank der Investitionen der öffentlichen Hand und privater Betreiber in Ladeinfrastruktur im öffentlichen und öffentlich zugänglichen Raum, gehören Ladeeinrichtungen und an ihnen ladende Fahrzeuge mehr und mehr zum alltäglichen Bild auf Berlins Straßen und (Park)Plätzen.

Die Rolle der Elektromobilität im Rahmen der Verkehrs- und Antriebswende

Vor allem wegen der von der Bundesregierung und dem Berliner Senat angestrebten Reduktion der Emissionen im Verkehrssektor ist es wichtig, dass die Antriebswende, neben der Mobilitätswende, ein fester Bestandteil der Verkehrswende ist.
Die Bestandszahlen für Elektrofahrzeuge im Vergleich zu den Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor liegen weiterhin noch auf einem relativ niedrigen Niveau. Jedoch haben alle beteiligten Akteure die Grundlagen geschaffen, dass der angekündigte Markthochlauf der E-Pkw in Berlin vollzogen werden kann.
Dabei stellt die Elektrifizierung mittlerer und schwerer Lkw, auch über die Ausrüstung mit einem Wasserstoffantrieb, einen weiteren Baustein dar. Alle Aktivitäten der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz (SenUVK) in diesem Bereich werden über die Maßnahmen für den Wirtschaftsverkehr gezielt adressiert.
Gebündelte Informationen bezüglich der Ladeinfrastruktur im öffentlichen Raum für E-Pkw und leichte Nutzfahrzeuge finden sich in den nachfolgenden Abschnitten.

Öffentliche Ladeinfrastruktur für alle Elektromobilist*innen mit Pkw und leichtem Nutzfahrzeug

Neue Technologien im Verkehrsbereich erfordern auch häufig neue Infrastrukturen. Dabei erfolgt der Ladeinfrastrukturaufbau auf der Grundlage des sogenannten „Berliner Modells“, dem gegenwärtig in Überarbeitung befindlichen Ladeinfrastrukturkonzept des Landes.
Von den am Ende des 4. Quartals 2020 existierenden 1.658 öffentlich zugänglichen Ladepunkten im öffentlichen und privaten Raum entfallen 1.196 Ladepunkte auf den öffentlichen Raum. Davon wurden insgesamt 1.058 Ladepunkte an 560 Standorten im Auftrag der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz durch die Allego GmbH im Zeitraum von 2015 bis zum Ende des Jahres 2020 im Rahmen des „be emobil“ Projektes errichtet.

Dabei haben auch die Berliner Bezirke eine herausragende Arbeitslast zu bewältigen, da sie die Standorte prüfen und genehmigen müssen.
Neben den im Auftrag des Landes errichteten Ladesäulen haben derzeit vier sogenannte dritte Betreiber den Betreibervertrag mit dem Land Berlin unterschrieben und betreiben bzw. installieren weitere Ladeinfrastruktur im öffentlichen Raum nach dem Berliner Modell.

Die folgenden Unternehmen dürfen Ladeeinrichtungen im öffentlichen Raum der Stadt nach dem Berliner Modell errichten und betreiben;
  • Allego GmbH (im Auftrag des Landes Berlin)
  • E.ON Drive Infrastructure GmbH
  • Vattenfall Smarter Living GmbH
  • TEK Netz Europe GmbH
  • Comfortcharge GmbH

Die Vorteile eines einheitlichen Ladeinfrastrukturkonzeptes liegen auf der Hand: Durch den diskriminierungsfreien Zugang für Mobilitätsdienstleister können alle E-Fahrzeug-Nutzenden zu den vereinbarten Konditionen an jeder Ladesäule jedweden Betreibers im öffentlichen Raum laden.
Gegenwärtig wird diese öffentliche Ladeinfrastruktur durch eine wachsende Anzahl von Ladepunkten im öffentlich-zugänglichen Raum z.B. auf privaten Parkplätzen an Supermärkten, Tankstellen, etc. ergänzt. Doch gerade auf diesen Flächen sowie im privaten Raum wird auch in Zukunft ein Großteil des Ladeinfrastrukturaufbaus erfolgen müssen. Der Grund dafür ist, dass der öffentliche Raum einer wachsenden Stadt wie Berlin vielfältigen und teilweise konkurrierenden Nutzungsansprüchen unterliegt. Gerade im Innenstadtbereich besitzt nicht einmal die Hälfte der Haushalte einen eigenen Pkw, weshalb hier ein angemessener und im Sinne der Herbeiführung der Mobilitätswende angemessener Teil der Verkehrsfläche dem Umweltverbund zuzuschreiben ist.

Eine Übersicht über den gegenwärtigen Ausbaustand im öffentlich-zugänglichen Raum der Stadt bietet die im Kartenausschnitt dargestellte Übersicht des „Energieatlas Berlin“.

Dieser führt die Datenbestände der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz sowie der von der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe beauftragten Berliner Agentur für Elektromobilität (eMO) und jene der Bundesnetzagentur (BNetzA) zu einer konsolidierten Datenbasis für Berlin zusammen und eröffnet interessierten Nutzenden weitere Analysefunktionen.

Eine Verteilung über den Gesamtbestand an Ladeinfrastruktur im öffentlich-zugänglichen Raum über die Berliner Bezirke ist ebenfalls untenstehender Grafik zu entnehmen.

Eine für Berlin und Brandenburg konsolidierte Gesamtübersicht der wichtigsten Kenngrößen im Themenfeld Elektromobilität und Ladeinfrastruktur hat die Berliner Agentur für Elektromobilität auf ihrer Seite zur Verfügung gestellt.