Verkehr  
 

Wirtschaftsverkehr

Straßenverkehr


Straßenverkehr

Gerade der Wirtschaftsverkehr auf der Straße hat in den letzten Jahren stark an Bedeutung gewonnen. Egal ob Lebensmittel, Textilien, Möbel, Maschinenteile, Haushaltsabfälle oder Bauelemente für Häuser - es gibt kaum ein Gut, welches nicht auf den Berliner Straßen transportiert wird. Gerade im gewerblichen Umfeld ist es dabei entscheidend, dass Güter und Waren verlässlich, schnell und preiswert transportiert werden. Berlin stellt hierfür eine leistungsfähige Straßeninfrastruktur zur Verfügung.

Insgesamt ist der Berliner Straßengüterverkehr seit Jahren rückläufig. Zwischen 1997 und 2009 sank das Verkaufsaufkommen von 127 Mio. t auf 65 Mio. t (-51%). Auch beim Straßenverkehr liegen die Hauptgründe dafür in dem Wandel der Berliner Wirtschaft und der veränderten Güter- und Warenstruktur. Trotz diesem Rückgang besteht weiterhin Handlungsbedarf zur Senkung der Lärm- und Schadstoffemissionen, um Belastungen für die Menschen in der Stadt weiter zu reduzieren. Auch die Sicherheit im Verkehr ist ein Kernthema.

Wirtschaftliche Prozesse und logistische Systeme bauen heute zum großen Teil auf dem hochflexiblen Straßenverkehr auf. Der Wirtschaftsverkehr auf der Straße leistet damit einen maßgeblichen und unverzichtbaren Beitrag zum Funktionieren der Berliner Wirtschaft, aber auch der Ver- und Entsorgung der Privathaushalte. Aufgabe der öffentlichen Hand ist es notwendige Anstöße zu geben, damit es auch aus Sicht der Stadt zu einer effizienten Abwicklung des Wirtschaftsverkehrs kommen kann. Denn aus gesamtstädtischer Sicht kann Wirtschaftsverkehr auf der Straße nur effizient sein, wenn sowohl die Bedeutung für Wertschöpfung und Wohlstand als auch die Anforderungen an Stadtqualitäten Berücksichtigung finden.

Die aktuellen Herausforderungen sind vielfältig. So stellt bspw. der weiter zunehmende Lieferverkehr in der Stadt neue Ansprüche an die städtische Infrastruktur (z. B. resultiert aus anspruchsvollen Anforderungen der Konsumentinnen und Konsumenten (z. B. bei Buchbestellungen) eine weiter abnehmende Bündelungsfähigkeit von Lieferungen). Doch hier bieten sich auch neue Potenziale zur Steigerung der Effizienz und zur Verringerung der Belastungen, bspw. durch den Einsatz von Lastenfahrrädern oder lokale und anbieteroffene Konsolidierungspunkte. Auch für elektrisch angetriebene Fahrzeuge besteht hier ein (aus städtischer Perspektive) sinnvolles Einsatzfeld.

Die Hauptstadtregion Berlin - Brandenburg ist durch die Lage im Herzen Europas fest in europäische Güterströme integriert und konnte sich als Logistikstandort etablieren. Funktional wie verkehrlich ist die Berliner Wirtschaft dabei eng mit dem Land Brandenburg verflochten. Lebendiger Ausdruck dessen ist für den Güterverkehr auch die gute Entwicklung der im Umland befindlichen Güterverkehrszentren (GVZ) und der wachsende Containerumschlag an diesen Standorten. Der Güterumschlag auf umweltverträgliche und leistungsfähige Verkehrsträger bzw. eine Bündelung der Lieferungen in die Innenstadt blieb bislang jedoch hinter den Zielvorstellungen des Landes Berlin zurück. Die Verteilung in die Stadt erfolgt (nahezu) ausschließlich über das Straßennetz und trägt damit noch nicht im gewünschten Maße zur verkehrlichen Entlastung Berlins bei. Gerade auf den "letzten Meilen" in Berlin sind neue Ansätze gefragt.

Der Wirtschaftsverkehr beinhaltet auch Verkehre, die in direktem Zusammenhang mit Berlins steigender Bedeutung als europäischer Tourismusmetropole stehen. So hat das hohe Reisebusaufkommen an touristisch attraktiven Orten sowie an innerstädtischen Standorten mit zahlreichen Hotels und Gaststätten - vor allem zu Stoßzeiten - Nutzungskonflikte an zentralen Zielorten zur Folge.