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Kleingärten

Kleingartenentwicklungsplan


Kleingartenanlage Falkenhöhe Nord; Foto: SenUVK
Foto: SenUVK

Die rund 71.000 Berliner Kleingärten sind wesentlicher Bestandteil des Stadtgrüns. Keine vergleichbare Metropole verfügt über eine solch große Zahl an privat nutzbaren Gärten im unmittelbaren Einzugsbereich der Innenstadt. Sie bilden eine historisch gewachsene, kulturelle, ökologische und soziale Ressource. Es ist erklärtes Ziel des Abgeordnetenhauses und des Senats von Berlin, Kleingärten in ausreichendem Maße dauerhaft im Stadtgebiet zu sichern. Der Berliner Senat hat daher im Jahr 2004 einen Kleingartenentwicklungsplan (KEP) beschlossen. Dieser wurde hinsichtlich der Schutzfristen 2010 und 2014 fortgeschrieben.

Im Jahr 2016 begann die grundlegende Überarbeitung des Kleingartenentwicklungsplanes. Dabei geht es um die Frage, wie das Berliner Kleingartenwesen unter den Bedingungen des demografischen Wandels, der städtebaulichen Umbauprozesse und sich ändernden sozialen, ökonomischen und ökologischen Erfordernissen weiterentwickelt werden kann und wie sich Nachfrage und Bedarf entwickeln. Der KEP befasst sich daneben auch mit der Inanspruchnahme von Kleingärten für Bauvorhaben und deren Ersatz.

Die Überarbeitung des KEP wurde von einer Steuerungsgruppe bestehend aus Vertretern des Landesverbandes Berlin der Gartenfreunde, der Bezirksämter Neukölln und Pankow und der Senatsverwaltungen für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz sowie Stadtentwicklung und Wohnen begleitet.

Kleingartenentwicklungsplan Berlin 2030

Der Entwurf des Kleingartenentwicklungsplans, der im Jahr 2019 in die weitere Abstimmung gegeben wurde, ist aufgrund der eingegangenen Anregungen und Bedenkenumfassend überarbeitet worden. Am 21. April 2020 hat der Senat von dem dann vorgelegten Kleingartenentwicklungsplan (KEP) 2030 zunächst Kenntnis genommen, die Beschlussfassung aber bis zum Vorliegen der Stellungnahme des Rats der Bürgermeister zurückgestellt. Der Rat der Bürgermeister hat in seiner Sitzung am 23. Juli 2020 zu der Vorlage Stellung genommen.

Am 25. August 2020 hat der Senat den Kleingartenentwicklungsplan (KEP) 2030 beschlossen. Die redaktionellen Hinweise, Ergänzungen und Präzisierungen der Bezirke zu einzelnen Kleingartenanlagen wurden berücksichtigt. Nunmehr liegt der Kleingartenentwicklungsplan (KEP) 2030 dem Abgeordnetenhaus zur Beschlussfassung vor.

In Berlin gibt es derzeit 877 Kleingartenanlagen mit 70.953 Parzellen auf rund 2.900 ha. Von der Gesamtfläche sollen insgesamt 82 % dauerhaft erhalten bleiben. Für weitere 9,4 Prozent (6.934 Parzellen in 149 Kleingartenanlagen) wird der bislang nur bis Ende 2020 geltende Bestandsschutz – trotz wachsenden Flächenbedarfs für den Wohnungsbau – um ein komplettes Jahrzehnt bis 2030 verlängert.


Voraussichtlich rund 0,5 Prozent der Gesamtfläche wird bis 2030 für den steigenden Bedarf an Schulen, Kitas, Sportplätzen oder anderen sozialen Einrichtungen in Anspruch genommen werden müssen – hinzu kommen gegebenenfalls weitere Flächen für soziale und verkehrliche Infrastrukturmaßnahmen, deren Realisierung noch nicht näher konkretisiert ist.


Kartenmaterial zum Kleingartenentwicklungsplan Berlin 2030