Coronavirus
Im Zusammenhang mit den Maßnahmen des Berliner Senats zum Schutz der Bevölkerung vor dem Coronavirus wurde am 08.06.2020 der Dienstbetrieb der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz wieder in Richtung Regelbetrieb aufgenommen.


    Umwelt  

 

Projekte zum Luftreinhalteplan

Kennzeichenerhebungen


Wie sauber ist die Berliner Fahrzeugflotte?

Diese Frage lässt sich beantworten, wenn geeignete technische Daten der Fahrzeuge, die auf den Straßen fahren, bekannt sind. Mit Videokameras werden dafür Kennzeichen auf ausgewählten Straßen erfasst. Anhand der Kennzeichen können bei den Zulassungsbehörden die technischen Merkmale abgefragt werden, die für die Schadstoffemissionen eines Fahrzeugs relevant sind. Die Kennzeichen werden ohne genaue Angaben zu Ort und Zeit der Erhebung an die Zulassungsbehörde übergeben. Die zugehörigen technischen Fahrzeugdaten werden dann anonymisiert, d.h. ohne die Kennzeichen, zurück übermittelt, so dass keine Rückschüsse auf individuelle Fahrzeuge oder Fahrzeughalter möglich sind. Zudem werden die Kennzeichen nach der Übergabe sofort wieder gelöscht.
 
Die Auswertung der technischen Fahrzeugdaten ergibt dann z.B. den Anteil von Diesel-Pkw und den Emissionsstandard von Fahrzeugen und ermöglicht so Aussagen zum Schadstoffausstoß der Fahrzeugflotte.

Ergebnisse der Kennzeichenerfassung 2018


Viele Maßnahmen der Luftreinhaltung wie die Umweltzone haben das Ziel, den Anteil von sauberen Fahrzeugen im Straßenverkehr zu erhöhen. Um die Wirkung dieser Maßnahmen beurteilen zu können, muss die Zusammensetzung der Fahrzeugflotte auf Berliner Straßen untersucht werden. Dabei wird festgestellt,

  1.   welche Fahrzeuge (Pkw, Lkw, Busse usw.) im Verkehr unterwegs sind,
  2.   welche Antriebe (Otto-, Diesel- oder alternativer Antrieb) genutzt werden und
  3.   welchen Abgasstandard die Fahrzeuge haben.

Diese Angaben lassen sich am besten ermitteln, wenn anhand der Kennzeichen der Fahrzeuge im Verkehr die technischen Daten und daraus der Schadstoffausstoß bestimmt werden. Der Bericht zur Kennzeichenerhebung 2018 steht nun als Download bereit:


Wesentliche Ergebnisse


  • Verkehrszusammensetzung: Der Anteil von schweren Nutzfahrzeugen über 3,5 Tonnen Gesamtgewicht lag bei der Erhebung 2018 zwischen 1,8 und 3,6 % mit einem mittleren Anteil von 2,7 %. Dies entspricht dem mittleren Anteil von 2015. Etwas gestiegen ist der Anteil von leichten Nutzfahrzeugen, zu denen z.B. viele Fahrzeuge von Paketdiensten gehören. Diese Fahrzeuge erreichten einen Anteil von 9,4 bis 17,4 % an der Fahrzeugflotte. Der mittlere Anteil lag mit 13,1 % über dem Anteil von 11,6 % aus dem Jahr 2015.

  • Von den Pkw fuhren 59 % mit Benzin, 36 % mit Diesel und ca. 5 % mit alternativen Antrieben, wobei es sich überwiegend um Elektro-Benzin-Hybrid-Fahrzeuge handelte. Der Anteil von Diesel-Pkw lag damit auf dem gleichen Niveau wie 2015, d.h. der in den vorangegangenen Untersuchungen festgestellte Anstieg des Diesel-Anteils wurde – vermutlich durch den Diesel-Abgasskandal – gestoppt.

  • Der Anteil der rein batterieelektrischen Fahrzeuge erreichte etwa 0,3 %. Gegenüber dem Jahr 2015, als es nur knapp 0,1 % waren, hat sich damit die Anzahl verdreifacht.

  • In der Umweltzone erreichten 99,1 % aller Fahrzeuge und 96,6 % der Lkw > 3,5 Tonnen eine grüne Plakette, außerhalb der Umweltzone waren es 98,8 % aller Fahrzeuge bzw. 95,9 % der Lkw. Der Unterschied der Fahrzeugflotte innerhalb und außerhalb der Umweltzone ist somit minimal.

  • Durch die kontinuierliche Modernisierungen in der Fahrzeugflotte und durch die Nachrüstung von Linienbussen der BVG mit Stickoxid­minderungssystemen ist der Ausstoß von Stickoxiden durch die Berliner Fahrzeugflotte im Vergleich zur Kennzeichenerhebung 2015 im Mittel um 32 % gesunken. Bei Dieselrußpartikeln lagen die Emissionen ca. 40 % niedriger.

Gefördert durch das:
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aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages.

Die Durchführung dieser Untersuchung erfolgt im Rahmen der Förder­richtlinie "Digitalisierung kommunaler Verkehrs­systeme".