Umwelt  

 

Bodenschutz / Altlasten

VEB Isokond


Nutzungsgeschichte

Das Grundstück des ehemaligen VEB Isokond (Fläche 14.500 m²) befindet sich im Bezirk Pankow, Ortsteil Weißensee. Zwischen 1904 und 1990 wurden am Standort Produkte der Elektroindustrie, im Wesentlichen Kondensatoren, hergestellt. Das Grundstück liegt in einem Wohn- und Gewerbegebiet. In unmittelbarer Nähe befinden sich eine Kita und eine Schule.
 

Schadenssituation

Hauptkontaminanten sind polychlorierte Biphenyle (PCB und leichtflüchtige chlorierte Kohlenwasserstoffe (LCKW), hier insbesondere Trichlorethen. Der Schadstoffeintrag in den Untergrund erfolgte lokal, führte jedoch zu großflächigen und erheblichen Verunreinigungen der Bodenluft. Darüber hinaus ist eine extrem hohe Verunreinigung des Grundwassers zu verzeichnen. Die Schadstofffahne erstreckt sich weit über die Grundstücksgrenze hinaus und erreicht tiefere Bereiche (bis zu 40 m unter Geländeoberkante) des Grundwasserleiters.

In der Tabelle sind die im Rahmen der Erkundungs- bzw. Sanierungsmaßnahmen festgestellten Maximalkonzentrationen (Bodenluft und Grundwasser) zusammengestellt.

Sanierungsmaßnahmen

Seit 2000 wurden auf dem Gelände umfangreiche Sanierungsmaßnahmen durchgeführt.

 

Im Rahmen der Tiefenenttrümmerung und des Bauwerkrückbaus auf einer Teilfläche wurden mehr als 10 000 t produktionsspezifisch kontaminierte Massen als besonders überwachungsbedürftiger Abfall entsorgt.

Durch die Bodenluftsanierung konnten insgesamt 10 t LCKW und durch die kombinierte Reinigung des Grundwassers/der Bodenluft ca. 6 t LCKW ausgetragen werden. Die Reinigungsanlage wurde zwischen August 2003 und März 2006 betrieben.

Die Sanierung der Grundwasserkontamination des näheren erfolgte anfangs über 4 Grundwasserzirkulationsbrunnen (GZB), die an 3 Grundwasserreinigungsanlagen angeschlossen waren. Zur Zeit werden noch 2 GZB betrieben. Durch diese Maßnahme konnten bisher etwa 7.200 kg aus dem Grundwasser entfernt werden.

In 2005 durchgeführte in-situ Versuche zur Stimulierung des mikrobiellen Abbaus hatten ergeben, dass sich in einem Teilbereich eine deutliche Aktivierung des LCKW-Abbaus erzielen lässt. Im Ergebnis eines zweistufigen Pilotversuchs (2006 bis 2008) konnte belegt werden, dass durch Zugabe von Lactat eine vollständige reduktive Dechlorierung zum Ethen unter anaeroben Bedingungen erreicht werden kann. Nach der Durchführung weiterer Gebäuderückbaumaßnahmen konnte der Regelsanierungsbetrieb in 2011 aufgenommen werden. Nach Erreichen der Sanierungsziele konnte die Maßnahme im Dezember 2012 erfolgreich abgeschlossen werden. Über 95 % der im Sanierungsbereich noch enthaltenen LCKW wurden mikrobiologisch abgebaut.

Untersuchungen zur Eingrenzung der Schadstofffahne in weiteren Abstrom wurden in 2012 aufgenommen und können voraussichtlich in 2015 abgeschlossen werden.

Neben den vorgenannten Maßnahmen wird ein Grundwassermonitoring durchgeführt. Derzeit werden etwa 50 Grundwassermessstellen auf dem Grundstück und im Abstrom in regelmäßigen Abständen beprobt.

Kosten

Die Gesamtkosten für die Umsetzung der Sanierungsmaßnahmen werden sich auf ca. 5,1 Mio. € belaufen.



Zukünftige Nutzung

Bereits nach Abschluss der Bodenluftreinigung wurde auf einer gereinigten Teilfläche ein Supermarkt errichtet. Nach vollständiger Beendigung der Sanierungsmaßnahmen ist die Errichtung von Wohnungen auf den Restflächen vorgesehen.