Umwelt  

 

Abfallstrategie

Aktionen und Modellprojekte zu Bioabfällen in Berlin

Bioabfälle; Foto: Josep Curto / Shutterstock.com

Das Land Berlin möchte den anfallenden Restmüll in Berlin in den nächsten Jahren deutlich verringern. Im Mittelpunkt seiner Zero-Waste-Strategie steht: Müll vermeiden und die Abfälle recyceln, die nicht vermeidbar sind.

Berlins größtes "Recycling-Projekt" ist in diesem Jahr die Biotonne. Immerhin sind über 40 Prozent der Abfälle in den privaten Haushalten Bioabfälle, also naturnahe, kompostierbare Abfälle wie Koch- oder Essensreste oder Abfälle aus dem Garten. Das sind jährlich rund 300.000 Tonnen Bioabfälle, die über die Biotonne verwertet werden könnten. Hinzu kommen 80.000 Tonnen Speisereste und Bioabfälle aus rund 15.000 gastronomischen Betrieben.

Diese gigantische Menge an Bioabfällen kann in zwei hochwertige Recyclingprodukte verwandelt werden:
  1. Vergärungsanlagen erzeugen aus Bioabfällen sogenanntes "Biogas", mit dem beispielsweise die BSR ihre Müllsammelfahrzeuge betankt und jährlich 2,5 Millionen Liter Diesel einspart. Dies vermindert die Klimagas- und Schadstoffbelastung in der Stadt. Bioabfälle getrennt sammeln ist also aktiver Klimaschutz!
  2. In einem weiteren Verwertungsverfahren werden die übriggebliebenen "Gärreste" zu Kompost verarbeitet. In der Landwirtschaft und im Gartenbau ersetzt diese Komposterde großflächig Torf, dessen Abbau klimaschädlich ist. Landen die wertvollen Bioabfälle in der grauen Restmülltonne, werden sie einfach nur verbrannt.

Schaubild Bioabfälle aus Küche und Garten
Bioabfälle aus Küche und Garten

Um möglichst große Mengen an Bioabfällen der Stadt zu erfassen und stofflich zu verwerten, hat die Senatsumweltverwaltung in diesem Jahr ein umfangreiches Programm gestartet:

  1. In den gartenreichen Gebieten soll die Biotonne flächendeckend ausgeweitet werden. Eine Informationskampagne in den Außenbezirken soll vor allem die rund 50.000 Eigenkompostierer motivieren, zusätzlich zum Komposthaufen im Garten eine Biotonne zu bestellen. Wer dort die Biotonne konsequent nutzt, kann sogar acht Prozent Müllgebühren sparen, weil die teurere Restmülltonne weniger häufig geleert werden kann.

  2. Wer in einem mehrgeschossigen Haus oder in einer Großwohnanlage lebt, fragt sich häufig: "Wie transportiere ich meinen Bioabfall von der Küche über mehrere Etagen hinweg zur weit entfernten Biotonne?" Ein Modellprojekt in Großwohnanlagen in Berlin-Kreuzberg und Berlin-Friedrichshain möchte praktische Lösungen entwickeln, damit dort Bioabfall getrennt gesammelt werden kann.

  3. Ein weiteres Modellprojekt untersucht, was sich in den Küchen gastronomischer Betriebe ändern muss, damit die dortigen Speiseabfälle nicht im Restmüll sondern in der Speiserestetonne landen (Informationen zu diesem Modellversuch werden kurzfristig eingestellt).


    Diese drei Projekte werden aus Finanzmitteln des Berliner Energie- und Klimaschutzprogramms (BEK) mitfinanziert.