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Baum des Jahres 2014: Die Trauben-Eiche


"Eichen kommen 300 Jahre, stehen 300 Jahre und vergehen 300 Jahre", heißt es im Volksmund. Damit ist eine Besonderheit der Trauben-Eiche (Quercus petraea, gesprochen peträa) bereits genannt: ihre besonders hohe Lebenserwartung. Sie kann über 1.000 Jahre alt werden.

Übrigens: Fast 20 Prozent der Berliner Waldbäume sind Eichen – die meisten davon Trauben-Eichen. Tendenz: steigend!
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Früchte; Foto: Prof. Dr. A. Roloff
Früchte und Fruchtbecher von Stiel-Eiche links und Trauben-Eiche rechts
Foto: Prof. Dr. A. Roloff

Damit wurde zum 26. Male ein "Baum des Jahres" proklamiert. Die Schirmherrschaft hat Carsten Wilke, Präsident des Dt. Forstvereins übernommen. Als Deutsche Baumkönigin 2014 stellte Miriam Symalla die Trauben-Eiche bei der Feier im Berliner Zoo vor.

Im Gegensatz zur Stiel-Eiche, die 1989 zum ersten "Baum des Jahres" ausgerufen worden war, sind bei der Trauben-Eiche die Früchte fast ungestielt, eben "traubig". Weitere Unterschiede zeigen die Blätter, hier besonders Ausbuchtung und Stiel-Länge.

In der Wuchsform unterscheiden sich alte Stiel- und Trauben-Eichen jedoch kaum. Beide beeindrucken im Alter durch eine mächtige breite Krone mit knickigen dicken Ästen. Die Trauben-Eiche neigt etwas mehr zum geraden Stamm, weshalb sie oft höhere Preise erzielt (Furnier-Eiche). In der Wissenschaft wird inzwischen aber sogar darüber diskutiert, ob Stiel- und Trauben-Eiche überhaupt verschiedene Arten sind – und passend dazu zeigen die Eichenblätter auf den 1-, 2- und 5-Cent-Münzen eine Eiche, die eindeutig zugleich Stiel- und Trauben-Eiche ist…

Erst im Alter von 20-40 Jahren erscheinen die unauffälligen Blüten. Dagegen sind die Früchte, die Eicheln, sehr markant. Sie fallen ab Oktober und sind sehr nahr- und für viele Tierarten schmackhaft. Kleinsäugern (z.B. Eichhörnchen) und Vögeln (z.B. Eichelhäher) verbreiten sie durch die Anlage von Wintervorräten, von Wildschweinen werden sie untergewühlt. Haustiere fütterte man früher, indem man sie in den Wald trieb. Da die Eichen alle paar Jahre besonders viele Früchte gleichzeitig an allen Bäumen entwickeln, spricht man von Eichen"mast", durch die dann die Schweine ge"mästet" wurden. "Auf den Eichen wachsen die besten Schinken" heißt es manchmal auch heute noch.

In Notzeiten hat man aus Eicheln Mehl, Kaffeeersatz u.a. hergestellt. Botanisch handelt sich bei Eicheln um Nüsse.

Eichen sind Pfahlwurzler; sie entwickeln eine steil nach unten wachsende Hauptwurzel, durch die die Bäume sehr sturmfest werden. Empfindlich sind Eichen allerdings, wenn an ihrem Standort ein zuvor relativ gleichbleibender Grundwasserspiegel in kürzerer Zeit absinkt oder ansteigt.

Weitere Informationen: www.baum-des-jahres.de.