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Baum des Jahres 2007: Die Wald-Kiefer


Die Wald-Kiefer (Pinus sylvestris L.), regional auch Kienbaum, Föhre oder Forche genannt, ist der Baum des Jahres 2007. Damit hat sich das Kuratorium "Baum des Jahres" für den die Berliner und Brandenburger Wälder prägenden Nadelbaum entschieden. Die Verbreitung ist lange Zeit durch den Menschen großflächig gefördert worden; von Natur aus ist die Kiefer dagegen konkurrenzschwach und ständig auf der Suche nach einer Nische - ein wahrer Überlebenskünstler also. Als sogenannte Pionierbaumart besiedelt sie ärmste Sandböden und bereitet dort häufig den Boden für anspruchsvollere Baumarten, denen sie Jahrzehnte später weichen muss.
Kiefern an der Kiesgrube im Grunewald
Kiefern an der Kiesgrube im Grunewald

Kiefernkronen
Kiefernkronen

Kiefernstangenwald
Kiefernstangenwald
In den Berliner Wäldern hat sie mit etwa 65 % den bei weitem größten Anteil aller Waldbäume, in Brandenburg dominiert sie gar mit ungefähr 74 %.

Dieser hohe Anteil wird aber auf dem Weg zu naturnahen Waldstrukturen weiter abnehmen. Zur Randerscheinung wird die Kiefer bei uns aber nicht werden - auch im naturnah gepflegten FSC- und Naturland-zertifizierten Berliner Wald spielt sie eine zentrale Rolle.

Woran erkennt man die Wald-Kiefer - was ist für sie charakteristisch?


Die Nadeln

Die 4-8 cm langen, blau- oder graugrünen Nadeln stehen immer zu zweit an den Zweigen - genau genommen nicht an den Zweigen, sondern an ganz kurzen, unterentwickelten seitlichen Kurztrieben. Diese Nadeln werden, für einen Nadelbaum bemerkenswert, nur 2 bis 3 Jahre alt. Es ist also normal, dass die Nadeln schon im dritten Jahr abfallen. Bei Stress oder Belastungen wie Trockenheit oder Immissionen können die Nadeln schon nach 1 oder 2 Jahren abfallen und ein sehr schütteres Kronenbild zur Folge haben.

Die Rinde

Die Wald-Kiefer ist bekannt für ihre fuchsrote Spiegelrinde, ein schönes Unterscheidungsmerkmal zu anderen Kiefernarten (in Ungarn wird die Kiefer deshalb auch Karottenbaum genannt). In mittlerem Alter entwickelt sich unterhalb der Krone eine glatte, matt glänzende, in Orange- und Rottönen leuchtende Rinde, die in höherem Alter immer dicker und schließlich am unteren Stammabschnitt braungrau wird und schuppig aufreißt.

Die Wurzeln

Bemerkenswert sind auch die Pfahlwurzeln von Kiefern, die bis in 8 m Tiefe reichen können; die Seitenwurzeln können 16 m lang werden. Dementsprechend verankert und sturmfest sind die Bäume.

Das Höchstalter

Das Höchstalter der Kiefer beträgt 500, in Einzelfällen auch bis 1.000 Jahre (dokumentiert in Lappland). Sie kann fichtenschlank 48 m hoch werden (oder ein kaum mannshoher Zwerg bleiben).

Quelle und weitere Informationen: pfeil_rechts_3366cc www.baum-des-jahres.de.