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Panke: Ausbau in Mitte und Pankow, Phase II

Über eine Strecke von mehr als 17 Kilometer fließt die Panke durch Berlin

Die Panke fließt über eine Strecke von mehr als 17 Kilometer durch Berlin.

Aktuell

Baumfällung und Freiräumen einer Aufweitungs- und Entwicklungsfläche in Berlin-Buch

Die Panke erfüllt ihre Funktion als aquatisches Ökosystem im Verbund mit den angrenzenden Uferbereichen und Feuchtgebieten im Hinblick auf den Wasserhaushalt derzeit nur unzureichend. Mit der geplanten Renaturierung wird das Fließgewässer naturnäher gestaltet und die Gewässerstruktur soll sich in Zukunft verbessern.

Beginnend ab 2022 ist im Planungsabschnitt Pa13 „Pankepark Buch“ die Umsetzung von Maßnahmen zum naturnahen Gewässerumbau geplant. Hier sollen im Abschnitt zwischen der alten Industriebahnbrücke bis zum Kappgraben auf der linken Seite Uferrückverlegungen und Aufweitungsflächen an der Panke geschaffen werden. Diese geben dem Gewässer künftig mehr Raum für die Eigenentwicklung und begünstigen nach Abschluss der Maßnahmen die Entstehung eines natürlichen Auwaldabschnittes. Die Einmündung des Kappgrabens wird ebenfalls naturnah umgestaltet und für die ans Wasser gebundene Fauna passierbar ausgeführt.

Zur Ausführung der Bauleistungen für die geplanten Aufweitungsflächen ist es notwendig, zunächst in einem rund 20 m breiten Gehölzstreifen entlang der Panke den vorhandenen Aufwuchs zu entfernen. Dafür sind Bäume zu fällen und das vorhandene Buschwerk / Unterholz zu beseitigen. Danach wird die Fläche eben profiliert und ist vorbereitet für die folgenden Baumaßnahmen. Mit der Maßnahme erfolgt zudem eine grundlegende Beräumung der Fläche von vorhandenem Müll und anderem Unrat.

Die Baumfällarbeiten beginnen am 14.02.2022 und dauern bis zum 28.02.2022. Die Stubbenrodung und weitere Restarbeiten werden bis Ende März abgeschlossen sein. Während der Baumfällarbeiten wird es durch sicherheitsbedingte, unvermeidbare Absperrungen von Wegeabschnitten zu zeitweisen Einschränkungen kommen. Die Baumfällarbeiten werden bereichsweise als „Wanderbaustelle“ ausgeführt, sodass die Einschränkungen für den Fuß- und Radverkehr nach Möglichkeit bereichs- und zeitweise minimiert werden können.

Lage der Aufweitungsfläche an der Panke im Ortsteil Buch

Baumfällarbeiten im Bereich Pölnitzwiesen

Weiterhin werden noch bis zum 28.02.2022 einzelne Baumschnitt- und -fällarbeiten im Pankeabschnitt zwischen dem Pölnitzweg und der Brücke Straße 5 durchgeführt. Diese Arbeiten stehen ebenfalls im Zusammenhang mit der Pankerenaturierung und dienen der Vorbereitung für die anstehenden Brückenbau- und Wasserbaumaßnahmen im Bereich Pölnitzwiesen. Neben der Vergrößerung der Lauflänge für die Panke durch einen künftig mäandrierenden Gewässerlauf in den Wiesen werden zwei Fuß- und Radwegbrücken neu gebaut, ein Tümpelpass als Fischwanderhilfe errichtet und drei Furten durchs Gewässer hergestellt. Die kleine Sudauer Brücke wird aufgrund ihres schlechten Bauzustandes abgerissen und mit einem neuen Durchlassbauwerk ersetzt.

Das Vorhaben

Die Panke ist ein Fließgewässer, das im Naturpark Barnim nahe der Stadt Bernau entspringt. Im Ortsteil Buch erreicht die Panke das Stadtgebiet von Berlin, durchfließt die Stadtbezirke Pankow und Mitte und mündet im Wedding am Nordhafen (gegenüber der Europacity) in den Berlin-Spandauer-Schifffahrtskanal. Die Länge der Panke beträgt rund 29 km. Davon befinden sich rund 2/3 auf dem Gebiet des Landes Berlin.

Mit dem Ausbau wird nach Maßgabe und auf Basis der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) die Vernetzung der Panke mit dem Umland unter gewässerökologischen und landschaftsplanerischen Aspekten angestrebt. Darüber hinaus soll

  • die Panke für die Bevölkerung erlebbar werden,
  • die ökologische Durchgängigkeit wiederhergestellt und gleichzeitig
  • die eigendynamische Entwicklung ermöglicht werden,
  • Hochwasserneutralität gesichert werden.

Die Panke soll in Berlin auf nahezu der gesamten Länge (rund 17,6 km) renaturiert werden – auf dem Teilstück von der Landesgrenze im Norden Berlins bis zu ihrem Einmünden in den Berlin-Spandauer-Schifffahrtskanal (BSSK).

Die Ausgangssituation

Derzeit ist die Panke ein stark durch den Menschen umgestaltetes kleines Fließgewässer. In weiten Teilen des Gewässerlaufs bestehen eine kanalartige Begradigung und Befestigung der Ufer, u.a. mit Spundwänden. Vorhandene Sohlabstürze (d.h Sohlabsturz = größere Stufe des Gewässerbodens) und Wehre verhindern, dass z.B. Fische das Gewässer ungehindert durchwandern können Die Panke ist, auch im Hinblick auf weitere biologische Qualitätskomponenten der Gewässerflora und -fauna, damit noch deutlich davon entfernt, den guten ökologischen Zustand aufzuweisen bzw. das gute ökologische Potential auszuschöpfen, welche aufgrund gesetzlicher Vorgaben, wie z.B. der Europäische Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) oder dem Wasserhaushaltsgesetz (WHG) zu erfüllen sind.

Die Panke erfüllt ihre Funktion als aquatisches Ökosystem im Verbund mit den angrenzenden Uferbereichen und Feuchtgebieten im Hinblick auf den Wasserhaushalt derzeit nur unzureichend. Insbesondere der südliche, urbane Teilabschnitt ist in vielfältiger Weise durch eine Überbauung des Gewässerlaufs, die Verbauung von Ufern und Gewässersohle sowie Zuflüssen aus den Überläufen der innerstädtischen Mischwasserkanalisation geprägt.

Untersuchungen zur Gewässer(struktur)güte, Gewässertypisierung und weiterer biologischer Qualitätsmerkmale haben gezeigt, dass die Panke auf der überwiegenden Anzahl der Berliner Teilabschnitte schlechte Zustandswerte aufweist, wie z.B. bei der Fischpopulation. Im Hinblick auf die Fischpopulation bedeutet das mit anderen Worten, dass in der Panke zahlenmäßig zu wenige Fische mit zu geringer Artenvielfalt vorkommen. Die negativen Bewertungsergebnisse werden in erster Linie auf die mangelnde Habitat- bzw. Strukturvielfalt, die nicht gegebene Durchwanderbarkeit des Gewässerlaufs und teilweise hohe Nährstoffbelastungen zurückgeführt.

Verbesserungen durch die Renaturierung

Mit der geplanten Renaturierung wird das Fließgewässer naturnäher gestaltet und die Gewässerstruktur soll sich in Zukunft verbessern. Neben der Verbesserung des ökologischen Gewässerzustands bzw. der Ausschöpfung des ökologischen Potentials sollen mit der Umgestaltung der Panke für zahlreiche Abschnitte Fortschritte in der Entwicklung des Stadt- und Landschaftsbildes erzielt werden. Außerdem wird angestrebt, dass die Panke und ihr Umfeld nach Umsetzung der Maßnahmen mehr Aufenthaltsqualität bieten und damit verbesserte Erholungsmöglichkeiten für die Berlinerinnen und Berliner. Das macht die Stadt lebenswerter.

Weiterhin wird durch die Entwicklung von Auenabschnitten bzw. die Schaffung von Sekundärauen eine positive Wirkung auf das Stadtklima angestrebt. Eine Sekundäraue ist dabei als ein wieder hergestellter Entwicklungsraum für ein Fließgewässer zu verstehen und schafft Möglichkeiten für eine naturnahe Gewässerentwicklung auch in urbanen Bereichen, in denen beispielsweise ein Erhalt der Vorflutsituation oder des Hochwasserschutzes notwendig sind.

Zudem kann die Panke mit der Renaturierung ihr vorhandenes Potenzial im Biotopverbund künftig besser ausschöpfen. Schon jetzt ist die Panke ein bedeutendes Element im Biotopverbund. Durch die geplanten Maßnahmen ist eine Verbesserung der Verbindungsfunktion von der Innenstadt bis ins Umland zu erwarten, insbesondere für Tiere und Pflanzen, die feuchte und nasse Standorte brauchen.

Zusammenfassung der Maßnahmen:
  • Abschnitte mit Aufweitungen / Sekundäraue: gesamt rd. 5.000 m
  • Strecken mit Mindesthabitat zur Verbesserung der Gewässerstruktur: gesamt rd. 5.100 m
  • Neutrassierung Flussbett: rd. 950 m
  • Neustrukturierung der Uferlinie und Initialmaßnahmen für Eigenentwicklung in Abschnitten
  • Anpassung oder Umgestaltung der Einmündung von Nebengewässern und Gräben
  • Neubau von zusätzlichen Flutmulden und Umbau von Rückhaltebecken
  • Neubau von 4 Fischaufstiegen bzw. Sohlgleiten und 3 Furten
  • Neubau von 2 Fuß- und Radwegbrücken
  • Ausgleich der Gehölzverluste durch Neupflanzungen von heimischen, standortgerechten Bäumen und Sträuchern
  • Ansaat mit heimischem Saatgut und Pflege von Rasenflächen und Staudenfluren im Bereich der neuprofilierten Ufer, der Flutmulden sowie der Böschungen in den Landschaftsraum

Die Renaturierung der Panke auf rund 17,6 km ist ein umfangreiches Projekt und wird über mehrere Jahre schritt- und abschnittsweise erfolgen.
Die Planung sieht vor, zunächst mit zwei Teilabschnitten zu beginnen: zuerst im Wedding in einem Abschnitt von der Mündung der Panke im Bereich Nordhafenvorbecken / Sellerpark bis zur Chausseestraßenbrücke. Hier soll die Panke so umgestaltet werden, dass Fische das Gewässer künftig ungehindert passieren können. Der nächste Abschnitt umfasst den weniger städtisch geprägten Teil der Panke nördlich des A10 Autobahnrings in Karow/Buch bis zur Landesgrenze nach Brandenburg.

Übersicht der Planungsabschnitte

Übersicht der Planungsabschnitte

PDF-Dokument (7.2 MB)

Planungsabschnitt Nordhafenvorbecken

Nach Durchführung eines Planfeststellungsverfahrens (PFV) mit integrierter Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) wurde das Vorhaben „Ausbau der Panke in den Bezirken Mitte und Pankow von Berlin, Phase II“ mittels Planfeststellungsbeschluss genehmigt.
Ab Herbst 2021 erfolgt die umfangreiche, bauliche Umsetzung erster Maßnahmen entsprechend dem bestandskräftigen Planfeststellungsbeschluss. Der Abschluss der Bautätigkeit im Planungsabschnitt Nordhafenvorbecken wird bis Mitte 2023 erwartet.

Los geht es mit dem Bauen in Mitte, im Ortsteil Wedding, in einem Abschnitt von der Mündung der Panke im Bereich Nordhafenvorbecken / Sellerpark bis zur Chausseestraßenbrücke. Hier wird zunächst das Nordhafenvorbecken entschlammt, ein Teil der rechtsseitigen Uferwand ersetzt, eine Fischwanderhilfe neu gebaut und der Gewässerlauf bis zur Chausseestraßenbrücke mit dem gezielten Einbau von Strukturelementen ökologisch aufgewertet.

Luftbild Nordhafenvorbecken

Das Nordhafenvorbecken bildet den künstlich geschaffenen Endpunkt der Panke. Die Panke mündet aus östlicher Richtung kommend mit einem ca. 2,8 m hohen Absturz in das Nordhafenvorbecken. Der Absturz stellt ein unüberwindbares Hindernis für die Wanderung aquatischer Organismen von den Berliner Innenstadtgewässern in die Panke dar und muss deshalb mittels einer Fischwanderhilfe / Fischtreppe passierbar umgestaltet werden. Auf der westlichen Seite schließt das Nordhafenvorbecken an den Berlin-Spandauer-Schifffahrtskanal mit dem Nordhafen an und stellt damit die Schnittstelle zwischen dem Gewässer der Panke und der künstlich geschaffenen Kanalstrecke dar.

Baufelder: Nordhafenvorbecken und ökologische Strukturmaßnahmen