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Wärmestrategie für das Land Berlin

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Bild: SenUVK

Berlin hat sich mit dem Berliner Energiewendegesetz (EWG Bln) das Ziel gesetzt, bis spätestens zum Jahr 2050 die CO2-Emissionen auf ein klimaneutrales Niveau zu senken. Dabei nimmt der Wärmesektor eine zentrale Rolle ein, da dieser für rund die Hälfte der CO2-Emissionen verantwortlich ist. So werden rund 44 % bzw. 8,8 Mio. t der Berliner CO2-Emissionen durch Beheizung, Klimatisierung oder Warmwassernutzung in Gebäuden verursacht (nach Verursacherbilanz, Bezugsjahr 2017).

Die Machbarkeitsstudie „Klimaneutrales Berlin 2050“ wie auch das Berliner Energie- und Klimaschutzprogramm 2030 (BEK 2030) zeigen, dass auf dem Weg zur Klimaneutralität die Emissionen des Wärmesektors um mehr als 80 Prozent gesenkt werden müssen.

Zudem hat sich der Berliner Senat mit der Anerkennung einer Klimanotlage in 2019 zu den Zielen der internationalen Staatengemeinschaft im Übereinkommen von Paris 2015 bekannt, die Erderwärmung auf deutlich unter zwei Grad Celsius und möglichst auf 1,5 Grad Celsius gegenüber vorindustriellen Werten zu beschränken. Entsprechend sind zusätzliche Anstrengungen zugunsten des Klimaschutzes erforderlich.

Allerdings geht die Reduktion des Wärmebedarfs und auch die Dekarbonisierung der Wärmeerzeugung nur langsam voran. Bereits bestehende Programme und Reglungen auf Bundes- und Landesebene bewirkten im Gebäudebereich bzw. Wärmesektor mit Blick auf die Klimaneutralität noch geringe CO2-Einsparungen (Reduzierung um 1,2 Mio. t bzw. 13 Prozent zwischen 2009 und 2017 im Gebäudebereich Berlin). Die Anteile erneuerbarer Energien z. B. am Endenergieverbrauch des Gebäudesektors (1,2% im Jahr 2017) oder am Bruttofernwärmeaufkommen (10,1 % im Jahr 2017) bleiben gering, zugleich stagniert die Sanierungsrate der Gebäude auf niedrigem Niveau.

Vor diesem Hintergrund sind weitere Anstrengungen im Land Berlin erforderlich, um die Wärmewende voranzubringen. Auf der Grundlage der gesetzten Ziele zur CO2-Einsparung sowie bereits erarbeiteter Programme und Maßnahmen wird in einer Wärmestrategie herausgearbeitet, wie die Wärmewende in Berlin umgesetzt werden kann und welche Voraussetzungen dafür geschaffen werden müssen. Gegenstand der Studie werden eine Analyse des Berliner Wärmemarktes und die Ermittlung der CO2-Lücke zwischen dem Business-as-usual und dem Berliner Ziel der Klimaneutralität sein. Darauf aufbauend sollen spezifische Instrumente für die Wärmewende in Berlin identifiziert werden, mit denen sich die Lücke schließen lässt. Ergebnis soll eine Wärmestrategie mit abgestimmten Instrumenten und einem Umsetzungsplan sein, der als Fahrplan für den Umsetzungsprozess der Wärmewende in Berlin dient und den Wärmebereich zusammenhängend betrachtet.

Die Erarbeitung der Wärmestrategie erstreckt sich über den Zeitraum August 2020 bis März 2021. Stakeholder des Berliner Wärmemarktes werden in zwei Workshops über den Fortschritt und die Zwischenergebnisse der Studie informiert und können ihr Wissen und ihre Erfahrung in diesem Rahmen in die Entwicklung der Wärmestrategie einbringen.

Endenergieverbrauch_2017
Berliner Endenergieverbrauch im Jahr 2017 im Handlungsfeld Gebäude des BEK (klimabereinigt)
Bild: SenUVK
CO2-Emissionen
CO2-Emissionen 2017 im Handlungsfeld Gebäude des BEK (klimabereinigt) nach Verursacherbilanz
Bild: SenUVK