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Straßenbahnverlängerung über Johannisthal hinaus (Johannisthal – Gropiusstadt)

Im Berliner Südosten soll zukünftig das Straßenbahnnetz in Richtung Gropiusstadt erweitert werden. SenUMVK führt hierzu eine Grundlagenermittlung durch. (Luftbild, Jahr 2021)

Hintergrund

Im Süden Berlins befinden sich vor allem im Ortsteil Gropiusstadt (im Bezirk Neukölln) bestehende Großraumsiedlungen, aber auch Einfamilienhaussiedlungen im Ortsteil Rudow (Blumenviertel). Neben dem Wohnen ist im Bereich Rudow ebenfalls Gewerbe angesiedelt. Wegen dieser hohen Dichte an Wohnsiedlungen sowie Gewerbe- und Einzelhandelsgebieten spielen die öffentlichen Verkehrsmittel zwischen Johannisthal und Gropiusstadt eine wichtige Rolle. Mit dem Berliner Nahverkehrsplan (NVP Berlin 2019-2023) wird der Ausbau der Straßenbahn auf die Erfordernisse der wachsenden Stadt ausgerichtet. Dazu zählt neben der Erschließung von Wohnungsbaustandorten ebenfalls die Verbesserung des Angebots bestehender Wohngebiete. Dazu wird angestrebt hochbelastete Buslinien durch andere Verkehrsmittel zu ersetzen.

Die Senatsverwaltung für Umwelt, Mobilität, Verbraucher- und Klimaschutz (SenUMVK) plant den Neubau einer Straßenbahn zwischen der heutigen Endstelle in Johannisthal und dem U-Bhf. Zwickauer Damm oder dem U-Bhf. Johannisthaler Chaussee. Die Straßenbahn soll die Ortsteile Gropiusstadt, Rudow und Johannisthal entsprechend der zu erwartenden Fahrgastzahlen erschließen. Zugleich wird auch eine attraktive Direktverbindung zwischen den Bezirken Neukölln, Treptow-Köpenick und Lichtenberg geschaffen. Mit der Entstehung der Neubaustrecke würde die stark belastete Buslinie M11 im ersten Schritt auf dem Abschnitt zwischen S- und Regionalbahnhof (S- und R-Bhf.) Schöneweide und dem Ziel der Neubaustrecke ersetzt werden.

Mit dem Bau der Straßenbahn wird die Möglichkeit geschaffen, bisher nicht an das Straßenbahnnetz angebundene Ortsteile an die östlichen Bezirke Berlins anzuschließen. Außerdem wird eine Verbindung zwischen dem S- und R-Bhf. Schöneweide und der U-Bahnlinie 7 mit der Straßenbahn hergestellt. Der ÖPNV-Bedarfsplan als Teil des NVP Berlin 2019-2023 sieht im weiteren Bedarf eine Weiterentwicklung des Straßenbahnnetzes mit einer neuen Tangentialverbindung in Richtung Buckow/ Mariendorf/ Steglitz vor.

Wie soll die Straßenbahn geführt werden?

Das ist noch nicht klar! Die Trassenführung ist Bestandteil der aktuell laufenden Grundlagenuntersuchung. Zunächst werden alle in Frage kommenden Varianten untersucht und gegeneinander abgewogen. Hier fließen ganz unterschiedliche Faktoren aus einem umfangreichen Kriterienkatalog mit ein. Neben den Auswirkungen für die Fahrgäste sind dies z.B. Eingriffe in die Natur, die Investitionskosten des Landes Berlin und die betrieblichen Aspekte der BVG. Im Rahmen der Öffentlichkeitsbeteiligung möchte die Senatsverwaltung für Umwelt, Mobilität, Verbraucher- und Klimaschutz alle interessierten Bürgerinnen und Bürger ausdrücklich ermuntern, sich in das Verfahren einzubringen.

Wie wird die neue Straßenbahnstrecke konkret aussehen?

Der Gleiskörper einer Straßenbahn nimmt eine ca. 6 bis 7 m breite Fläche in Anspruch. Wo dieser exakt liegen soll, ist noch nicht klar. Ziel der derzeit laufenden Untersuchung ist es, eine Trassenführung zu identifizieren und die Wirtschaftlichkeit der Straßenbahn auf dieser Trasse nachzuweisen. Moderne Straßenbahnstrecken bieten zahlreiche Möglichkeiten zur Integration in den Stadtraum, z.B. mit attraktivem Rasengleis oder weiteren Gestaltungselementen.

Wieviel wird die neue Straßenbahnstrecke kosten?

Die Kostenermittlung für Infrastrukturvorhaben ist bundeseinheitlich geregelt, da sie die Grundlage für Finanzierungsbeihilfen der Bundesregierung bildet. Nach der Methode der standardisierten Bewertung ist die Verwendung eines einheitlichen Preisstandes vorgegeben. Die Kosten können jedoch erst ermittelt werden, wenn die Trassenführung feststeht. Im Nahverkehrsplan Berlin 2019-2023 sind als grobe Kostenschätzung für diese Strecke 50 Millionen Euro angenommen. Diese Zahl wird im Laufe der Grundlagenermittlung konkretisiert.

Stand der Planung

Mit der aktuell laufenden Grundlagenermittlung (Verkehrsmittelvergleich, Trassenvergleich, Wirtschaftlichkeitsbetrachtung und verkehrliche Begründung) zu dieser Straßenbahnstrecke wurde im Januar 2022 begonnen.

Zunächst soll durch ein spezialisiertes Planungsbüro die Eignung der Straßenbahn für das vom Senat beschlossene Ziel dieser Strecke überprüft werden. Danach wird die optimale Trassenführung identifiziert.

Der Abschluss der Grundlagenuntersuchung ist für Ende 2022 vorgesehen.

Das Ergebnis wird dann dem Senat zur Beschlussfassung vorgelegt. Spricht sich der Senat für die Weiterverfolgung der Planung aus, folgen weitere Planungsschritte (u. a. Vorplanung und Entwurfsplanung) und schließlich das Planfeststellungsverfahren, in dem der Trassenverlauf endgültig bestimmt wird. Anschließend kann mit der Baumaßnahme begonnen werden. Nach aktuellem Stand ist im Jahr 2029 mit der Inbetriebnahme zu rechnen.