Autofreie Kieze und Straßen: Berlin gewinnt durch neue Räume

Temporäre Spielstraße in der Böckhstraße
Bild: SenUVK

In einer so dicht besiedelten Metropole wie Berlin ist die Aufenthaltsqualität im öffentlichen Raum entscheidend für das Wohlbefinden der Menschen. Belebte urbane Quartiere und viele Fußgänger*innen gehören untrennbar zusammen. Einzelhandel, Gastronomie oder Tourismus – sie alle profitieren von einer attraktiven Gestaltung öffentlicher Räume für Fußgänger*innen.

Einige Berliner Bezirke arbeiten an Konzepten, wie sie zeitweise oder dauerhaft Teile ihrer Quartiere autofrei gestalten können und so Anwohner*innen, Fahrradfahrer*innen und Passant*innen mehr Raum verschaffen. Die Bezirke werden bei der Erstellung dieser Konzepte – dazu gehören auch Überlegungen zu so genannten Superblocks – von der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz mit 1 Million Euro pro Jahr unterstützt.

Ein innovatives Beispiel ist das Projekt „Autofreier Wrangelkiez“. Hier finanziert die Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz eine Machbarkeitsstudie zur Umsetzung des Projekts.

Temporäre Spielstraßen: Neue Räume für Nachbarschaften

Zeitweise eingerichtete Spielstraßen sind in einigen Berliner Bezirken als ein wichtiges Element lebenswerter Quartiere bereits Realität wie beispielsweise in der Kreuzberger Böckhstraße. Viele weitere Projekte sind im Frühsommer 2020 dazu gekommen. Sie sind Spielplatz für Kinder und Treffpunkt für die Nachbarschaften und erfüllen so eine wichtige soziale Funktion: Gerade in sehr dicht besiedelten Quartieren mit einer knappen Ausstattung an Spielplätzen und Grünflächen sind sie Orte der Begegnung und eröffnen Räume, in denen Kinder ungestört spielen und sich bewegen können.

Temporäre Spielstraßen sind Projekte, bei denen Verwaltung und Stadtgesellschaft zusammenarbeiten. Das große Engagement vieler Berliner*innen und der Einsatz der Bezirksverwaltung ermöglichen die Realisierung dieser effektiven Maßnahmen zur Steigerung der Aufenthaltsqualität und steigern die Identifikation der Menschen mit ihrem heimischen Kiez.

Autofreie Einkaufsstraßen: Flanieren wieder möglich

Viele europäische Städte wie Wien oder Paris haben gezeigt, dass eine Reduzierung des Pkw- und Liefer-Verkehrs bestehende Einkaufsstraßen deutlich aufwertet. Fußgänger*innen nutzen die neue Qualität und sorgen so für Belebung und nicht zuletzt für Umsätze in Gastronomie und Einzelhandel. Auch Berlin ist auf dem Weg, den erfolgreichen europäischen Beispielen zu folgen und seine Einkaufsstraßen und Flaniermeilen qualitativ aufzuwerten.

Die Friedrichstraße hat im Herbst 2019 mit einem autofreien Wochenende den erfolgreichen Anfang gemacht. Vom 29. August 2020 bis Ende Januar 2021 folgt die Fortsetzung.

Gegenüberstellung: Autofreie Friedrichstraße im Herbst 2019 und mit Autoverkehr

Die Bezirksversammlung Charlottenburg-Wilmersdorf hat beschlossen, die Tauentzienstraße probeweise zur Fußgängerzone umzugestalten. Der Prozess ist damit angestoßen.