Ersatzneubau der Hellersdorfer Brücken

  • Östliche Hellersdorfer Brücke (im Vordergrund) und Hellersdorfer Brücke, Ansicht von Norden bzw. Blick in Richtung Südwesten, 03/2022

    Östliche Hellersdorfer Brücke (im Vordergrund) und Hellersdorfer Brücke, Ansicht von Norden bzw. Blick in Richtung Südwesten, 03/2022

  • Östliche Hellersdorfer Brücke über die Neue Wuhle, Ansicht von Süden bzw. Blick in Richtung Norden, 03/2022

    Östliche Hellersdorfer Brücke über die Neue Wuhle, Ansicht von Süden bzw. Blick in Richtung Norden, 03/2022

  • Hellersdorfer Brücke über die Wuhle, Ansicht Nord mit Pegelmessstelle, 03/2022

    Hellersdorfer Brücke über die Wuhle, Ansicht Nord mit Pegelmessstelle, 03/2022

  • Hellersdorfer Brücke über die Wuhle, Ansicht Süd, 03/2022

    Hellersdorfer Brücke über die Wuhle, Ansicht Süd, 03/2022

Ausführungsphase
Die Hellersdorfer Brücken befinden sich im Stadtbezirk Marzahn-Hellersdorf, Ortsteil Hellersdorf und überführen im Zuge der Eisenacher Straße mit der

  • „Hellersdorfer Brücke“ die Wuhle und mit der
  • „östlichen Hellersdorfer Brücke“ die neue Wuhle.

Beide Brücken überführen den Bereich des Wuhletals in direkter Nachbarschaft zu den südwestlich angrenzenden „Gärten der Welt“. Im nördlichen Verlauf der Wuhlearme befinden sich flankierend zum Wuhletalwanderweg eine öffentlich gewidmete wohnungsnahe Grünanlage (der Wiesenpark). Östlich verläuft parallel zur Wuhle ein Wohngebiet an der Gothaer Straße.

Zur Erreichung einer durchgängig leistungsfähigen Verkehrsverbindung für alle Verkehrsarten sind die Brückenbauwerke im Zuge des Ersatzneubaus anzupassen.

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Stadtplan Berlin.de

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Lageübersicht „Hellersdorfer Brücken“

Das Vorhaben

Die Eisenacher Straße befindet sich im Berliner Stadtbezirk, Marzahn-Hellersdorf und ist Bestandteil des örtlichen Straßennetzes. Sie verbindet in Ost-West-Richtung zwischen den Knotenpunkten der Gothaer Straße und des Blumberger Damms die Ortsteile Hellersdorf und Marzahn.

Im Straßenverlauf der Eisenacher Straße wird unmittelbar an der Ortsteil-Grenze mit der östlichen Hellersdorfer Brücke die „neue Wuhle“ und im unmittelbaren Anschluss in westliche Richtung mit der Hellersdorfer Brücke die „Wuhle“ gequert.

Die vorhandenen Gehwegbreiten beider Brücken sind unzureichend und stellen daher eine Verkehrsbeeinträchtigung für den Fuß- und Radverkehr dar.

Im Kontext mit der bezirklichen Straßenbaumaßnahme wird daher auch vor dem Hintergrund der Einstufung der Eisenacher Straße in das Radwegvorrangnetz eine Verbesserung der derzeitigen Fuß- und Radwegführung für den Lückenschluss im Bereich der Hellersdorfer Brücken erforderlich.

Im Zusammenhang mit den Brückenbaumaßnahmen wird die Radverkehrsanlage im Baubereich erneuert. Hierbei erfolgt, unter der Maßgabe der prognostischen Radverkehrszuwächse und der Bedeutung dieser Radverkehrsverbindung, eine Anpassung für den Bereich des Rad- und Gehwegs auf eine beidseitig nutzbare Breite von 5,70 m je Fahrtrichtung.

Infolge der angepassten Breite des Brückenbereiches wird neben der Erhaltung und Verbesserung der verkehrstechnischen Leistungsfähigkeit der Straßenverbindung auch die Verkehrssicherheit für den Fuß- und Radverkehr in beiden Bereichen der Verkehrsanlage erhöht und das Ziel der Erhaltung einer durchgängigen Radverkehrsanlage zwischen den angrenzenden Knotenpunkten sowie eine konfliktfreie Radverkehrsführung erreicht.

Bei der Aufteilung des zur Verfügung stehenden Verkehrsraums für die Abwicklung der vorhandenen Verkehre werden die Belange des ÖPNV, des Rad- und Fußverkehrs sowie des Wirtschafts- und Individualverkehrs im Hinblick auf die vorhandenen und prognostizierten Verkehrsströme und die Leistungsfähigkeit der Verkehrsanlage in seiner Gesamtheit berücksichtigt.

Fahrbahnquerschnitt im Bereich der Hellersdorfer Brücken, Bestand

Fahrbahnquerschnitt im Bereich der Hellersdorfer Brücken, Neubau

Im Zuge der Planung zum Ersatzneubau wurden die umweltrechtlichen Belange untersucht und bewertet.
Es wurde eine UVP-Vorprüfung durchgeführt mit dem Ergebnis, dass keine Auslösekriterien zur Durchführung einer UVP gegeben sind. Die Eingriffe in Natur und Landschaft werden auf ein erforderliches Mindestmaß beschränkt und sind umfassend im Landschaftspflegerischen Begleitplan (LBP) identifiziert und bewertet. Bestandteil des LBP ist ebenso die Erarbeitung von Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen.
Im Zuge der naturnahen Wiederherstellung der Eingriffsflächen erfolgt unter Berücksichtigung der Vorgaben des BNatSchG (§ 40) die Ansaat mit gebietsheimischen Arten. Erfahrungswerte belegen hier zudem die gute ökologische Funktion für die hiesigen Biotope, insbesondere auch im Hinblick auf ihre Habitatfunktion für die Fauna.
Da sich der bauliche Eingriffsbereich überwiegend im Naturraum des Wuhletals befindet, wird im Rahmen der Planung und späteren Bauausführung weiterhin eine insektenfreundliche Beleuchtung berücksichtigt.

Der Bau

Voraussichtliche Bauzeit: Beginn 2. Quartal 2026

Der Ersatzneubau der Hellersdorfer Brücken sieht wieder die Errichtung zweier Brückenbauwerke vor. Der Ausbaubereich der Verkehrsanlage wird entsprechend den Vorgaben des Mobilitätsgesetzes neugestaltet.

Beide Brücken sollen in Verbindung mit dem Ausbau der Eisenacher Straße, im Besonderen auf Grund der zu geringen Bauwerksbreite, die eine gefährliche Engstelle für den Fuß- und Radverkehr darstellt, aber auch hinsichtlich einer uneingeschränkten Traglast rück- und als gemeinsamer Brückenzug mit dem Namen („Hellersdorfer Brücken“) neugebaut werden.

Die Baumaßnahme beinhaltet weiterhin

  • eine geringfügige Anpassung der Wuhle im Bauwerksbereich
  • eine Umverlegung der vorhandenen Leitungen in einen Düker nördlich der Brücken
  • die Schaffung einer Querungsmöglichkeit des Wuhlewanderweges mit Bedarfslichtsignalanlage
  • den ersatzlosen Rückbau der vorhandenen Verrohrung südlich der Brücke
  • den Aufbau einer einseitigen Beleuchtung mit insektenfreundlichen Leuchtmitteln

Die vorgesehene Baumaßnahme erfolgt unter den Rahmenbedingungen einer möglichst kurzen Bauzeit, dem Schutz von Natur und Umwelt und der Nachhaltigkeit der gewählten Bauweise.

Bauwerkskonzept

Das neue Bauwerk der Hellersdorfer Brücke bleibt in der bestehenden Straßenachse der Eisenacher Straße, muss jedoch aufgrund der im Boden verbleibenden Bestandsgründung in Richtung Osten verschoben werden. Dies bedingt eine geringfügige Anpassung des Flusslaufes.

Beide Brücken werden als jeweils einfeldrige integrale Rahmenbauwerke in Stahlbeton ausgebildet. Die Rahmenstile mit biegesteif angebundenen Parallelflügeln gründen tief auf einreihigen Bohrpfählen mit einem Durchmesser von 60 cm.

Die integrale Bauweise garantiert eine lange Nutzungsdauer der Brücken. Unterhaltungsaufwendige Lager und Übergangskonstruktionen entfallen.

Darstellung Längsschnitt Brückenbauwerke

Darstellung Längsschnitt Brückenbauwerke

Im Zuge des Ersatzneubaus der Brücken werden die Geländer durchgehend neu gestaltet, erhalten eine aufgelockerte Struktur und schließen mit Postamenten ab, die den Brückennamenszug tragen. Damit fügt sich der Brückenzug gestalterisch in das naturnahe Umfeld und schafft in der Wahrnehmung eine Verbindung der Ortsteile Marzahn und Hellersdorf zu den angrenzenden Gärten der Welt.

Visualisierung (Blickrichtung Westen)

Visualisierung (Blickrichtung Norden)

Bauzeitliche Verkehrsführung MIV

Bauzeitliche Verkehrsführung

Auf Grund bautechnologischer Zwangspunkte und zur Sicherstellung des Bauablaufs wird die Baumaßnahme unter Vollsperrung der Eisenacher Straße für den Kraftfahrzeugverkehr über einen Zeitraum von 1,5 Jahren durchgeführt. Der voraussichtliche Beginn ist für das 2. Quartal 2026 vorgesehen.

Während dieser Zeit erfolgt die vorgesehenen Umfahrung in West-Ost-Richtung analog zur derzeitigen Umleitung sowohl nördlich als auch südlich über das übergeordnete Verkehrsnetz, die Landsberger Allee / Landsberger Chaussee beziehungsweise die Cecilienstraße.

Die Erschließung der Eisenacher Straße westlich der Hellersdorfer Brücken einschließlich aller Zugänge der Gärten der Welt ist weiterhin aus Richtung West über den Blumberger Damm möglich.

Für die gemeinsame Benutzung durch den Fuß- und Radverkehr wird in unmittelbarer Nähe nördlich der bestehenden Brücken eine bauzeitliche Querungsmöglichkeit eingerichtet. Die Nutzbreite der über zwei Behelfskonstruktionen und angrenzende Fangedämme nahezu eben verlaufende Wegstrecke beträgt 2,50 m.

Der Aufbau der Querungsmöglichkeit und die Umverlegung der vorhandenen Leitungen erfolgen im Vorfeld der Brückenbaumaßnahme.

Bauzeitliche Verkehrsführung Fuß- und Radverkehr

Übersicht Buslinien

Übersicht Buslinien

Informationen und Hinweise zum ÖPNV

Der BVG-Linienbusverkehr wird während der gesamten Bauzeit im Baufeld unterbrochen.

Der ÖPNV (Buslinie 195) wird analog zum Kraftfahrzeugverkehr umgeleitet. Die Umleitung des ÖPNV verläuft auf bereits vorhandenen ÖPNV-Strecken und nutzt die vorhandenen Bushaltestellen.

Es ist vorgesehen, dass die Bushaltestellen „Bärensteinstraße“ (Fahrtrichtung Ost), „Eisenacher Straße/ Gärten der Welt“ (beidseits) und „Suhler Straße“ (beidseits) während der Bauzeit außer Betrieb genommen werden.

Zahlen und Daten – Bauwerksdaten

Bestand

Hellersdorfer Brücke über die Wuhle

  • Baujahr: 1968
  • Konstruktion: Plattenbrücke / Stahlbetonplatte (Tiefgründung)
  • Einzelstützweiten: 6,42 m (Einfeldträger)
  • Gesamtstützweite: 6,42 m (Einfeldträger)
  • Breite zwischen den Geländern: 10,10 m / 9,50 m (zwischen den Geländern)
  • Brückenfläche: 61 m²

Östliche Hellersdorfer Brücke über die Neue Wuhle

  • Baujahr: 1979
  • Konstruktion: Plattenbrücke aus Fertigteilträgern mit BTC (Flachgründung)
  • Einzelstützweiten (3 Felder): 5,88 m – 9,06 m – 5,88 m
  • Gesamtstützweite: 20,82 m
  • Breite zwischen den Geländern: 10,10 m / 9,50 m (zwischen den Geländern)
  • Brückenfläche: 198 m²

Neubau

Hellersdorfer Brücke über die Wuhle

  • Konstruktion / Statisches System: Rahmenbauwerk (Tiefgründung)
  • Material Rahmenbauwerk: Beton C 30/37, Betonstahl B 500 B
  • Stützweiten: 10,05 m
  • Bauhöhe: ≥ 0,58 m
  • Kreuzungswinkel: 82 gon
  • Breite zwischen den Geländern: 20,90 m / 20,40 m (zwischen den Geländern)
  • Brückenfläche: 205 m²
  • unterführte Bermen: je 1,50 m
  • Gewässerbett: 4,75 m
  • lichte Weite: 8,75 m
  • lichte Höhe: 1,70 m über HW (höchster Wasserstand)

Östliche Hellersdorfer Brücke über die Neue Wuhle

  • Konstruktion / Statisches System: Rahmenbauwerk (Tiefgründung)
  • Material Rahmenbauwerk: Beton C 30/37, Betonstahl B 500 B
  • Stützweiten: 14,23 m
  • Bauhöhe: ≥ 0,58 m
  • Kreuzungswinkel: 78 gon
  • Breite zwischen den Geländern: 20,90 m / 20,40 m (zwischen den Geländern)
  • Brückenfläche: 290 m²
  • unterführte Bermen: je 2,50 m
  • Gewässerbett: 8,50 m
  • lichte Weite: 12,50 m
  • lichte Höhe: 1,70 m über HW (höchster Wasserstand)

Kontakt

Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt
Abteilung Tiefbau
Bereich Brücken / Ingenieurbau