Ersatzneubau der Elsenbrücke

Elsenbrücke im Juli 2020

Aktuelles: Nordwestliches Teilbauwerk wird für den Verkehr freigegeben

Die Elsenbrücke steht kurz vor einer Verkehrsumstellung, die dort für spürbare Entlastung sorgen dürfte: Nach der langen Frostperiode konnten die Bauarbeiten am nordwestlichen Teilbauwerk Anfang März wieder vollständig aufgenommen werden.

Ausführungsphase
Die Elsenbrücke in Berlin wurde im Jahr 1968 als Straßenbrücke eröffnet. Sie verbindet die beiden Bezirke Friedrichshain-Kreuzberg und Treptow-Köpenick miteinander. Die Namensgebung erfolgte nach der Elsenstraße, die in der früheren Straßenführung bis an die Brücke heranführte.

Auf der Friedrichshainer Seite läuft die Elsenbrücke auf die Kreuzung der Stralauer Allee, dem Markgrafendamm und der Straße Alt-Stralau zu. Die Brücke liegt auf dieser Seite im Bereich des ehemaligen “Osthafen Berlin”. Hierbei lag das ehemalige Kraftwerk des Hafens auf der Ostseite und der Rest des Hafens auf der Westseite.
Im Bezirk Treptow-Köpenick mündet die Elsenbrücke in die Straßenverbindung “An den Treptowers” und verläuft weiter auf der Elsenstraße. Der Straßenzug kreuzt dabei beidseitig die Puschkinallee.

Die Baumaßnahme untergliedert sich in vier wesentliche Hauptbauphasen:

1. Bauabschnitt
Abriss südöstliche Bestandsbrücke

2. Bauabschnitt
Herstellung einer Behelfsbrücke

3. Bauabschnitt
Abriss südwestliche Bestandsbrücke und Herstellung westlicher Ersatzneubau

4. Bauabschnitt
Rückbau Behelfsbrücke und Herstellung südöstlicher Ersatzneubau

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Stadtplan Berlin.de

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Blick vom Osthafen-Ufer auf die nördliche Seite der Elsenbrücke, Juli 2020

Blick vom Osthafen-Ufer auf die nördliche Seite der Elsenbrücke, Juli 2020

Das Vorhaben

Zustand der alten Brücke

Die Dreifeld-Konstruktion aus Spannbeton besteht aus zwei parallel errichteten, getrennten Brückenüberbauten. Die Länge beträgt ca. 187,20 Meter. Das größte Feld überspannt dabei 65 Meter und liegt in der lichten Höhe ca. 4,25 Meter über dem Wasserspiegel. Die beiden Anschlussfelder überbrücken jeweils ca. 45 Meter. Die Querschnittsbreite beider Brückenüberbauten liegt bei 34,40 Meter. Aus konstruktionstechnischer Sicht handelt es sich um eine gevoutete Balkenbrücke.

Im Zuge der turnusmäßig stattfindenden Bauwerksprüfungen am Bestandsbauwerk wurden im Sommer 2018 umfangreiche Schäden festgestellt, welche zum einen die Standsicherheit der Brücke und zum anderen die Verkehrssicherheit und Dauerhaftigkeit nachhaltig beeinträchtigen.
Die Ursache ist auf eine Kombination aus verschiedenen Einflussgrößen und hier insbesondere auf den Spannkraftverlust des spannungsrisskorrosionsgefährdeten Spannstahls und einen hohen Temperaturgradienten im Sommer 2018 zurückzuführen.

Die Ursachen konnten in Auswertung des Schadensbildes, durch Verformungsauswertungen des Bestandsbauwerkes, der Wertung von Laboruntersuchungen und Schadensbildern von anderen Brückenmaßnahmen sowie rechnerischer FEM-Modelle empirisch belegt werden. Der Bau der Elsenbrücke erfolgte nach dem damaligen Stand der Technik. Die Schäden lassen sich dem verwendeten Spannstahl zuordnen. Gefährdungen einer Spannstahlstahlbewehrung infolge Spannungsrisskorrosion wurden erst zu einem späteren Zeitpunkt belegbar dokumentiert.
Der Spannstahl ist über die gesamte Länge unmittelbar mit dem gesamten Bauwerk verbunden. Eine Ertüchtigung des Bauwerks oder der Austausch von geschädigten Spanngliedern im Spannkasten ist nicht durchführbar.

Die Ergebnisse der Auswertungen belegen, dass der südöstlich gelegene Überbau nicht instandgesetzt werden kann. Der baugleiche Südwestteil muss infolgedessen ebenfalls rückgebaut werden.

Der Bau

Voraussichtliche Bauzeit: 2020 bis 2028

Der 1. Bauabschnitt und 2. Bauabschnitt wurde erfolgreich abgeschlossen.

Aktuell erfolgen die Bauleistungen im 3. Bauabschnitt.

Zum 3. Bauabschnitt gehören die Leistungen zum halbseitigen Abriss der südwestlichen und nordwestlichen Widerlager, der Bestandspfeiler in der Wasserstraße sowie der Ersatzneubau der Elsenbrücke Teilbauwerk Nordwest TP2.

Zum Baustand Februar 2026:

Nach erfolgter Montage der seitlichen Brückenteile zwischen den Widerlagern und den Pfeilerbereichen wurde im Oktober 2025 das Brückenmittelteil (Länge ca. 45 m; Gewicht ca. 400 Tonnen) über der Spree montiert. Das vorgefertigte Brückenmittelteil wurde zunächst mit einem Spezialfahrzeug auf einen Ponton verladen. Anschließend wurde es über die gesperrte Spree an seine Einbauposition transportiert und dort mithilfe von Hebesystemen millimetergenau angehoben und eingesetzt. Nach einer konstruktiven Lagesicherung des Brückenmittelteils erfolgte unmittelbar danach die Freigabe der Bundeswasserstraße (Spree) für den Schiffsverkehr. Für die weitere Bearbeitung der Montagestöße wurden am Brückentragwerk Hängegerüste montiert, sodass das Verschweißen der Brückenteile und Korrosionsschutzarbeiten umgesetzt werden konnten. Parallel zu den Schweißarbeiten wurde in den Vorlandbereichen unterhalb der Brücke der Korrosionsschutz an den seitlichen Brückenteilen weitergeführt.
Es erfolgte der Einbau von Kabelschutzrohren für die einzelnen Medien, die Brückenlager wurden montiert und der Überbau wurde komplettiert (u. a. Bauwerksentwässerung).
Damit war ein wichtiger Meilenstein erreicht: Der komplette Stahlüberbau konnte endgültig auf die Brückenlager abgesenkt werden.

Es folgten die ersten Arbeitsgänge für das Aufbringen der Brückenabdichtung.
Um hier aufgrund der eingetretenen schlechten örtlichen Witterungsbedingungen einen Baufortschritt sicherstellen zu können, wurde eine Einhausung für die Abdichtungsarbeiten und den Einbau der Schutzschichten sowohl im Fahrbahnbereich als auch im Geh- und Radwegbereich über nahezu die gesamte Brückenfläche errichtet. Die erforderlichen Endquerträger in Ortbetonbauweise mit den integrierten Übergangskonstruktionen wurden parallel fertiggestellt. Die Montage der Brückengeländer sowie auch der Brückenbeleuchtung konnte weitestgehend abgeschlossen werden.
Infolge der eingetretenen schlechten Witterungsbedingungen konnte die planmäßig vorgesehenen Leistungen im Straßenbau, Leitungsbau, bei den Markierungsarbeiten sowie die Herstellung der Deckschicht auf dem Bauwerk nicht ausgeführt werden. Im Bereich der Vorfelder werden die Straßenbauarbeiten fortgeführt. Weiterhin ist der Einbau der Deckschicht im Bereich der Brückenfahrbahnen und die erforderlichen Markierungsarbeiten im kompletten Baubereich vorgesehen, um eine zeitnahe Inbetriebnahme und die damit verbundene Verkehrsumstellung zu ermöglichen.

Darüber hinaus erfolgen die weiteren Restarbeiten unterhalb des Brückenbereiches, die elektrotechnische Ausstattung der Hohlkästen, Verblendarbeiten an den Widerlagern und der Stützwand sowie der Einbau der Radarausleger und der Einbau des Vogeleinflugschutzes an den Pfeilern und den Widerlagern.

Aktuelle Verkehrsinformationen und Hinweise zu möglichen Einschränkungen werden fortlaufend auf dieser Seite veröffentlicht. Die ursprünglich geplante Inbetriebnahme zum Ende 2025 musste witterungsbedingt verschoben werden. Ziel ist es, die Brücke schnellstmöglich nach Abschluss der ausstehenden Arbeiten für den Verkehr freizugeben.

Abschließend erfolgt die Wiederherstellung der Mittelinsel der Straße „An des Treptowers“, um den Ursprungszustand wiederherzustellen.

Baustellenfotos

  • Einbau des Brückengeländers, Stand Dezember 2025

    Einbau des Brückengeländers, Stand Dezember 2025

  • Einbau der Granitbordsteine auf der Brücke, Stand Dezember 2025

    Einbau der Granitbordsteine auf der Brücke, Stand Dezember 2025

  • Einbau Randkantensteine und Straßenborde im Vorfeldbereich, Stand Dezember 2025

    Einbau Randkantensteine und Straßenborde im Vorfeldbereich, Stand Dezember 2025

  • Einbau Kabelschutzrohrtrassen, Stand Dezember 2025

    Einbau Kabelschutzrohrtrassen, Stand Dezember 2025

  • Einbau Gussasphalt für die Schutzschicht, Stand Dezember 2025

    Einbau Gussasphalt für die Schutzschicht, Stand Dezember 2025

  • Abdichtungsarbeiten über den Brückenquerschnitt, Stand November 2025

    Abdichtungsarbeiten über den Brückenquerschnitt, Stand November 2025

  • Einhausung über den Brückenquerschnitt, Stand November 2025

    Einhausung über den Brückenquerschnitt, Stand November 2025

  • Positionierung des Überbaus vor Hubvorgang, Stand Oktober 2025

    Positionierung des Überbaus vor Hubvorgang, Stand Oktober 2025

  • Überfahrt von Vormontageplatz mit Schwerlastmodul auf Schwimmeinheit, Stand Oktober 2025

    Überfahrt von Vormontageplatz mit Schwerlastmodul auf Schwimmeinheit, Stand Oktober 2025

  • Montage Hohlkasten Schuss 7 Achse 40, Stand Juni 2025

    Montage Hohlkasten Schuss 7 Achse 40, Stand Juni 2025

  • Verkehrsumstellung Kreuzung Martin-Hoffmann-Straße, Stand Juni 2025

    Verkehrsumstellung Kreuzung Martin-Hoffmann-Straße, Stand Juni 2025

  • Verschubbahn Achse 40 und Montage Schuss 1 Achse 10, Stand Juni 2025

    Verschubbahn Achse 40 und Montage Schuss 1 Achse 10, Stand Juni 2025

  • Anlieferung und Montage Schuss 1 Achse 10, Stand Juni 2025

    Anlieferung und Montage Schuss 1 Achse 10, Stand Juni 2025

  • Draufsicht Pfeiler Achse 30, Stand Mai 2025

    raufsicht Pfeiler Achse 30, Stand Mai 2025

  • Bewehrungsarbeiten am Pfeiler A 20, Stand Mai 2025

    Bewehrungsarbeiten am Pfeiler A 20, Stand Mai 2025

  • Stahlbauarbeiten Schuss 6 Achse 40, Stand Mai 2025

    Stahlbauarbeiten Schuss 6 Achse 40, Stand Mai 2025

  • Schalarbeiten am Pfeiler Achse 30 Stand April 2025

    Schalarbeiten am Pfeiler Achse 30 Stand April 2025

  • Werksfertigung Stahlbau, Stand April 2025

    Werksfertigung Stahlbau, Stand April 2025

  • Leitungsbauarbeiten Vorfeld Achse 10, Stand April 2025

    Leitungsbauarbeiten Vorfeld Achse 10, Stand April 2025

  • Zusätzlich abgedichteter Bestandspfeiler 20, Stand März 2025

    Zusätzlich abgedichteter Bestandspfeiler 20, Stand März 2025

  • Bewehrungsarbeiten Pfeilerfundament, Stand März 2025

    Bewehrungsarbeiten Pfeilerfundament, Stand März 2025

  • Leitungsbau hinter Widerlager Achse 40, Stand Januar 2025

    Leitungsbau hinter Widerlager Achse 40, Stand Januar 2025

  • Einbau Queraussteifung für Pfeilerbaugrube Achse 30, Stand Januar 2025

    Einbau Queraussteifung für Pfeilerbaugrube Achse 30, Stand Januar 2025

Besondere Vorkommnisse / Baubehinderungen

  • Baubehinderung durch besonders starke winterliche Witterungsbedingungen Temperaturen bis –10 Grad und starker Eisbildung / Frost, Stand Januar 2026

    Baubehinderung durch besonders starke winterliche Witterungsbedingungen Temperaturen bis –10 Grad und starker Eisbildung / Frost, Stand Januar 2026

  • Hindernisse aus der Baugrube der Pfeiler

    Hindernisse aus der Baugrube der Pfeiler

  • Hindernisse aus dem Baugrund der Baugrube der Pfeiler

    Hindernisse aus dem Baugrund der Baugrube der Pfeiler

  • Diverser Stahlschrott von Hindernissen im Baugrund

    Diverser Stahlschrott von Hindernissen im Baugrund

  • Hindernisse im Baugrund Grenzpfahl, Stand 2024

    Hindernisse im Baugrund Grenzpfahl, Stand 2024

Verkehrsführung

Die Bauarbeiten am Ersatzneubau der Elsenbrücke schreiten planmäßig voran. Nach wetterbedingter Unterbrechung konnten die Arbeiten am nordwestlichen Teilbauwerk wieder aufgenommen werden. Asphalt-, Straßenbau- und statische Ertüchtigungsarbeiten sind weitestgehend abgeschlossen. Nun stehen die Umstellung der Verkehrsführung und Markierungsarbeiten an.

Verkehrsumstellung auf 2+2 Fahrstreifen

Vom 12. März bis 16. März 2026 wird die Verkehrsführung phasenweise angepasst:

  • 12.03.2026: Freigabe des neuen Geh- und Radwegs; der bisherige Bereich auf der Behelfsbrücke wird gesperrt.
  • 13.03.2026: Zwei Fahrstreifen stadtauswärts (Richtung A100) auf dem neuen Teilbauwerk werden freigegeben; der bisherige Fahrstreifen auf der Behelfsbrücke wird gesperrt.
  • 14.–15.03.2026: Vollsperrung der Behelfsbrücken für Autos; BVG-Busse, Rettungsfahrzeuge sowie Fuß- und Radverkehr bleiben möglich.
  • 16.03.2026, 06:00 Uhr: Vollständige Umstellung auf 2+2 Verkehrsführung.

Die bestehende Verkehrsbeeinflussung zwischen der Anschlussstelle Am Treptower Park der A100 und dem unmittelbaren Baustellenbereich der Elsenbrücke bleibt zunächst bestehen, um eine phasenweise Anpassung in Abhängigkeit des Verkehrsaufkommens zu ermöglichen.

Zukünftige Verkehrsführung ab Mitte 2026 – 3+3 Fahrstreifen

Nach Abschluss aller Arbeiten am Nordwestlichen Teilbauwerk wird die Elsenbrücke dreispurig je Richtung befahrbar sein. Die Verteilung erfolgt wie folgt:

  • Richtung Friedrichshain: Verkehr über die Behelfsbrücken
  • Richtung Treptow: Verkehr über das neue Teilbauwerk (nordwest)
  • Rad- und Fußverkehr: Beidseitig nutzbar auf den Bauwerken

Restarbeiten an der Brücke, Leitungsbauarbeiten und Maßnahmen in den angrenzenden Straßenräumen werden im Vorfeld abgeschlossen.
Mit der neuen Verkehrsführung stehen Autofahrern, Radfahrern und Fußgängern deutlich mehr Kapazitäten und sichere Wege zur Verfügung.

  • Verkehrsführungsplan Elsenbrücke

    PDF-Dokument (7.5 MB) - Stand: 13.03.2026

Zahlen und Daten

Bauwerksdaten zum Bestandsbauwerk

  • Eröffnung: 1968
  • Längste Spannweite: 65,00 m
  • Längste Stützweite: 65,00 m
  • Gesamtlänge: 187,20 m
  • Gesamtstützweite: 155,00 m
  • Breite je Überbau: 17,20 m
  • Konstruktion: Dreifeld-Spannbetonbrücke in zwei getrennten Brückenüberbauten
  • Weitere Informationen zur Bauweise:
    • 2 Hohlkästen je Teilbauwerk mit 4 Stegen á 45 cm Stegbreite
    • 1 Spannkasten je Steg mit 532 Drähten á 35 mm im Durchmesser, Hennigsdorfer Spannstahl St140/160 mit einer Nennspannkraft von 1.600 t

Gesamtkosten

Gesamtkosten für das Land Berlin: ca. 97,7 Mio. Euro

Logo Ministerium Senatsverwaltung

Die Baumaßnahme wurde im Rahmen der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW) mit Bundes- und Landesmitteln gefördert.

Kontakt

Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt
Abteilung Tiefbau
Bereich Brücken / Ingenieurbau