Re-Use-Ideenwettbewerb: Senatsumweltverwaltung zeichnet fünf Initiativen aus

Re-Use-Ideenwettbewerb: Staatssekretär Stefan Tidow zeichnete fünf Initiativen aus.
Re-Use-Ideenwettbewerb: Staatssekretär Stefan Tidow zeichnete fünf Initiativen aus.
Bild: SenUVK
Pressemitteilung vom 30.09.2019

Lastenräder-Reparatur, Zu-Verschenken-Vitrinen und eine Re-Use-App: Umweltstaatssekretär Stefan Tidow prämiert Ideen der Kreislaufwirtschaft.

Umweltstaatssekretär Stefan Tidow hat heute die besten Beiträge des Re-Use-Ideenwettbewerbs 2019 feierlich prämiert. Gemeinsam mit der Jury, der auch Preisträger*innen des Ideenwettbewerbs vom Vorjahr angehören, wurden am Montag fünf Initiativen ausgezeichnet, davon zwei mit Sonderpreisen. Den ersten Preis erhielt Michael Hüllenkrämer gemeinsam mit der Initiative „fLotte mobil“ für ihr spendenbasiertes Reparatur- und Ausleihprojekt für Lastenfahrräder.

Die Initiative Re-Use Berlin wurde von der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz gestartet, um das Wiederverwenden, Reparieren, Aufbrauchen und Weitergeben von Dingen zu fördern, die sonst liegengelassen oder weggeworfen würden. Die Initiative will dazu beitragen, das Re-Use-Prinzip zu etablieren und in den Alltag zu integrieren – um dadurch mehr Umwelt- und Klimaschutz zu erreichen, das Ziel „Zero Waste“ zu verfolgen sowie die Kreislaufwirtschaft zu stärken (www.berlin.de/re-use).

Zum zweiten Mal hatte die Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz im Rahmen von Re-Use Berlin zum Ideenwettbewerb aufgerufen. Gesucht wurden dieses Jahr insbesondere Projekte zur Wiederverwendung häuslicher Gebrauchtwaren. Angesichts der Vielzahl origineller Ideen entschied sich die Jury, zusätzlich zu den ersten drei Plätzen zwei weitere innovative Vorschläge mit einem Sonderpreis zu ehren.

Mit dem ersten Platz geht ein Preisgeld von 2.500 Euro an die Initiative fLotte mobil und Michael Hüllenkrämer von der TU Berlin für ihre Idee „Re-Use von Lastenfahrrädern“.

Das Projekt baut Lastenräder mit gebrauchten Teilen und modularen Ergänzungen um, damit sie weiter und wieder neu genutzt werden können. Normale Fahrräder werden zu Lastenrädern umfunktioniert, ausrangierte Lastenräder wieder zum Rollen gebracht. Einzelne Bauteile werden recycelt und für Wartung, Reparatur und Aufbau von Lastenrädern wiederverwendet.

Der zweite Platz mit einem Preisgeld von 2.000 Euro geht an Melanie Thamm und ihre Idee „Re-Use Berlin als App“. Die App, die noch zu entwickeln ist, soll zeigen, wo für jede gesuchte Nutzung der nächste Re-Use-Anlaufpunkt ist – ob ein Secondhand-Geschäft, ein Flohmarkt, ein Mitnahmeregal oder eine Reparaturwerkstatt für Elektrogeräte. Die Re-Use-App soll kostenlos sein. Auch temporäre Events wie Flohmärkte, Sperrmüllaktionen oder Pop-Up-Stores sollen in der App zu finden sein, jeweils mit Kontaktdaten, Adresse, Öffnungszeiten.

Der dritte Platz mit einem Preisgeld von 1.500 Euro geht an Andreas Kovacs-Buranzis für seine Idee „Das Re-Use Bermudadreieck“. Der scherzhafte Name umreißt die Idee, Vitrinen in Berliner Wohnhausfluren aufzustellen, in denen gute gebrauchte Dinge hinterlegt und mitgenommen werden können. Das vermeidet Müll, stärkt die Hausgemeinschaft – und befreit die Flure von wilden Zu-Verschenken-Ecken. Die Vitrine nennt sich Bermudadreieck, weil Dinge einfach verschwinden — das aber in die Hände von Nachbar*innen.

Folgende Ideen erhielten von der Jury einen Sonderpreis sowie ein Preisgeld von je 300 Euro:

Der erste Sonderpreis geht an Hagen Matuszak und sein Team mit der Idee „Sneaker Rescue“ – einem Reparaturservice für schnelle, kostengünstige, aber hochwertige Reparaturen von Turnschuhen.

Der zweite Sonderpreis geht Fabian Schüle für seinen Beitrag „Den Online-Versand ökologischer gestalten“. Schüle schlägt vor, den Verpackungsmüll an den mehr als 500 Packstationen in der Stadt zu reduzieren, indem neben den Packstationen Aufbewahrungsbehälter installiert werden. Dort sollen benutzte leere Pakete, Versandtüten, Luftkissenverpackungen sowie Styropor direkt abgegeben werden, aber auch zu Wiederverwendung herausgeholt werden können.

Die Initiative Re-Use Berlin wird im nächsten Jahr fortgesetzt und ausgebaut.