Routenvarianten für Radschnellverbindung durch Spandau und Charlottenburg-Wilmersdorf vorgestellt

Radschnellverbindungen
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Pressemitteilung vom 14.08.2019

Erste Erkenntnisse der Machbarkeitsuntersuchungen für die Strecke „West-Route“ mit interessierten Bürger*innen erörtert

Die „West-Route“ ist eine von elf geplanten Radschnellverbindungen, die in den nächsten Jahren in Berlin auf insgesamt rund 100 Kilometern entstehen werden. Sie führt durch die Bezirke Charlottenburg-Wilmersdorf und Spandau. Die ersten Erkenntnisse der Machbarkeits-untersuchung wurden interessierten Bürger*innen am Dienstagabend bei einer Informations- und Dialogveranstaltung mit Verkehrsstaatssekretär Ingmar Streese und den zuständigen Bezirksstadträten Oliver Schruoffeneger (Charlottenburg-Wilmersdorf) und Frank Bewig (Spandau) vorgestellt.

Der untersuchte Trassenkorridor für die rund 16 Kilometer lange „West-Route“ beginnt in Berlin-Spandau an der Landesgrenze zu Dallgow in Brandenburg und endet am S-Bahnhof Tiergarten in Charlottenburg-Wilmersdorf. Dabei sollen zahlreiche Wohnquartiere mit dem Olympiastadion, der Einkaufsmeile entlang der Wilmersdorfer Straße, der Technischen Universität sowie weiteren Schul- und Ausbildungszentren im und am S-Bahn-Ring verbunden werden. Untersucht wird ein zwei Kilometer breiter Trassenkorridor entlang der Heerstraße und den U-Bahnhöfen Theodor-Heuss-Platz, Kaiserdamm, Bismarckstraße und Ernst-Reuter-Platz sowie der Straße des 17. Juni bis zum S-Bahnhof Tiergarten. Es ist vorgesehen, dass die Trasse ab dem S-Bahnhof Tiergarten weiter als „Landsberger Allee – Marzahn / Ost-Route” bis an die östliche Berliner Stadtgrenze zu Brandenburg führt. Die Gesamtstrecke der West- und Ost-Route umfasst rund 35 Kilometer.

Wie alle Radschnellverbindungen ist diese Trasse für den Radverkehr im Alltag und insbesondere für Pendler*innen attraktiv: Lange Wege können mit zügigem Tempo gefahren werden. Dadurch verkürzen sich Reisezeiten, diese sind dann vergleichbar mit der Fahrtdauer von PKWs und dem ÖPNV. Durch diese attraktive Radverbindung der Außenbezirke mit der Innenstadt kann der motorisierte Berufsverkehr entlastet werden. Denn die Radschnellverbindung ist ein Anreiz, für den Weg zur Arbeit auf das Rad umzusteigen.

Rund 120 Anwohner*innen und Radfahrer*innen diskutierten gestern mit den Fachplaner*innen über Vor- und Nachteile verschiedener Streckenvarianten, Konfliktpunkte wie Querungen und Kreuzungen, die Streckenführung an den Kreisverkehren Theodor-Heuss-Platz und Ernst-Reuter-Platz sowie die Anbindung an das weitere Radwegenetz. Dabei zeigte sich, dass das von der infraVelo GmbH beauftragte Planungsteam einen Verlauf der Radschnellverbindung an der Heerstraße als die derzeit fachlich beste Route bewertet.
Auch in den Dialogrunden zu den drei Teilbereichen der „West-Route“ ergab sich eine klare Präferenz der Teilnehmer*innen für den Verlauf an der Heerstraße als direkteste und schnellste Verbindung von Spandau nach Charlottenburg.

Ingmar Streese, Staatssekretär für Verkehr sagte: „Wir überprüfen derzeit die bisherigen Pläne für den Radweg an der Heerstraße auch im Hinblick auf die geplante Radschnellverbindung der ‚West-Route‘. Wir wollen damit die bestmögliche Lösung sicherstellen. Die ‚West-Route‘ wird zusammen mit der ‚Ost-Route’ die einzigartige Möglichkeit bieten, die Stadt von Spandau bis Marzahn auf einer Radschnellverbindung zu durchqueren.“

Die Machbarkeitsuntersuchung für die „West-Route“ soll im vierten Quartal 2019 abgeschlossen sein. Daran schließen sich die weiteren Planungsschritte und das formelle Planfeststellungsverfahren mit weiterer Bürgerbeteiligung an. Für diesen Planungsprozess sind insgesamt mindestens 30 Monate nötig, so dass mit einem Baubeginn nicht vor 2023 zu rechnen ist.

Über Radschnellverbindungen
Berlins Radschnellverbindungen, die strahlenförmig von den Außenbezirken in Richtung Stadtzentrum führen, sollen das Radfahren auch auf längeren Strecken attraktiver machen – etwa für Pendlerinnen und Pendler, die auf das Auto verzichten wollen. Hierbei geht es nicht primär um die Fahrgeschwindigkeit, sondern um optimierte Reisezeiten mit möglichst wenig Stopps. Entlang von Hauptverkehrsstraßen messen Radschnellverbindungen je Fahrtrichtung mindestens drei Meter, sodass Überholen gut und sicher möglich ist. Auf Fahrradstraßen und Sonderwegen sind sie im Zweirichtungsverkehr mindestens vier Meter breit. Radschnellverbindungen sind in der Dämmerung und nachts gut beleuchtet. An Kreuzungen gilt im Regelfall Vorrang für den Radverkehr. Fußwege verlaufen getrennt vom Radweg und sind mindestens 2,5 Meter breit. Mit Radschnellverbindungen wird Radfahren sicherer und die Reisezeit kürzer. Nutzen viele Menschen Radschnellverbindungen im Alltag, sind weniger Autos auf den Straßen unterwegs.

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