Das Berliner Luftgütemessnetz (BLUME)
Die Luftverunreinigung in Berlin wird seit 1975 – zunächst im Westteil der Stadt – kontinuierlich durch das Berliner Luftgütemessnetz der jeweils für Umwelt zuständigen Senatsverwaltung überwacht. Dabei wurden anfangs einzelne automatische Messgeräte in öffentlichen Gebäuden (z.B. Schulen, Ämtern) betrieben.
Ab Mitte der 80er Jahre wurden diese Einzelmessstellen im Westteil der Stadt nach und nach in Messcontainern zusammengeführt. Ab 1990 wurden die im Ostteil Berlins ab Ende der 1980er betriebenen automatischen SO2-Geräte durch Messcontainer ersetzt und zum Teil durch Umsetzen von Containern aus dem Westteil der Stadt erweitert.
1995 bestand das Messnetz aus 45 Stationen im gesamten Stadtgebiet, die im Wesentlichen in einem 4 km-Raster hauptsächlich im städtischen Hintergrund angeordnet waren. Aufgrund der seit 1990 verminderten Luftbelastung wurde das Messnetz in den 2000er Jahren einerseits verkleinert. Andererseits wird das Messnetz seit Mitte der 1990er Jahre durch weitere Messungen ergänzt: In Bereichen mit hohem Verkehrsaufkommen, in denen aus Platzgründen keine Messcontainer betrieben werden können, kommen kleine Probenahmegeräte (Ruß- und Benzol-Immissionssammler = RUBIS) sowie Passivsammler zum Einsatz. Diese Sammler sind an Straßenlaternen befestigt, um die Luftbelastung mit elementarem- und organischem Kohlenstoff (EC und OC) und Benzol bzw. mit Stickstoffoxiden in zweiwöchiger Auflösung zu messen.
Die Messungen von Schwefeldioxid (SO2) wurden im Jahr 2020 eingestellt, da die Konzentrationen in den letzten Jahren stark gesunken sind und die Messwerte überwiegend unter der Nachweisgrenze liegen. Im Jahr 2022 wurden zudem die automatischen Messungen von Benzol eingestellt. Die Beurteilung der Benzol-Konzentration erfolgt seitdem ausschließlich durch eine Probenahme mit RUBIS-Geräten und einer anschließenden Analyse im Labor.
Die aktuelle Ausgestaltung des Messnetzes richtet sich nach den gesetzlichen Vorgaben der 39. BImSchV. Die strategisch über das Stadtgebiet verteilten Standorte wurden so gewählt, dass sowohl hochbelastete Verkehrsschwerpunkte als auch Wohngebiete und der Stadtrand repräsentativ erfasst werden, wie in dem Video zur Hauptstadtluft erläutert wird. Diese Vielfalt an Messpunkten ermöglicht es, verschiedene räumliche Einflussfaktoren auf die Luftqualität zu ermitteln und die Schadstoffsituation in Berlin gut abzubilden. Einen Überblick über die aktiven (und auch inaktiven) Messpunkte finden Sie im Umwelttals.
Aktuell werden folgende Schadstoffe automatisch bzw. kontinuierlich erfasst:- Partikel (PM10 und PM2,5)
- Stickstoffoxide
- Ozon
- Kohlenmonoxid
- Ruß (äquivalenter Schwarzer Kohlenstoff)
- Partikel (PM10 und PM2,5)
- Schwermetalle (Blei, Nickel, Arsen, Cadmium) in PM10
- Benzo[a]pyren in PM10
- Ionen in PM10und PM2,5
- Stickstoffoxide
- Benzol
- Ruß (elementarer und organischer Kohlenstoff)
Von den Stationen werden die Messwerte der automatisch erhobenen Schadstoffe zur Messnetzzentrale in der Brückenstraße (Mitte) übertragen und stündlich bzw. täglich aktualisiert über den Webauftritt des Berliner Luftgütemessnetzes zugänglich gemacht. Bedingt durch das jeweilige Messprinzip der diskontinuierlichen Verfahren, erfolgt hier keine automatische Datenübertragung und entsprechend keine stundenaktuelle Veröffentlichung.
Neben der automatisierten stündlichen bzw. täglichen Aktualisierung der Daten im Internet werden Monats- und Jahresdaten zudem in regelmäßigen Berichten veröffentlicht.