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Reale Nutzung der bebauten Flächen / Grün- und Freiflächenbestand 2001

Kartenbeschreibung

Das Berliner Stadtgebiet umfasst eine Fläche von 889 km2. Davon werden 55 % als bebaute Fläche und 45 % als Grün- bzw. Freifläche genutzt (vgl. Abb. 1).

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Abb. 1: Flächennutzung Berlins im Städtevergleich (Stand 31.12.2001)
Bild: nach Quelle: Statistisches Amt München, 2002 und Statistisches Jahrbuch 2002 der Stadt Berlin
in Frankfurt/M. sind sonstige Flächen unter Park, Friedhof eingeschlossen

Der Anteil der bebauten Fläche inklusive Straßenland an der Stadtfläche ist in Berlin mit 55 % relativ hoch und wird nur noch von München mit 61 % übertroffen. In anderen größeren Städten, wie auch in Hamburg, liegt der Freiflächenanteil meist über 50 %.

Beschreibung Karte 06.01 Reale Nutzung der bebauten Fläche

Im Gegensatz zu den für den Städtevergleich herangezogenen Zahlen der Statistischen Landesämter wurden die im Folgenden dargestellten Flächanteile der verschiedenen Nutzungsarten über die im Informationssystem Stadt und Umwelt geführten Block- und Blockteilflächen ermittelt. Aufgrund methodischer Unterschiede der Datenerhebung stimmen diese Flächengrößen im Einzelnen nicht mit den im Statistischen Jahrbuch veröffentlichten Angaben überein.

Die Karte 06.01 Reale Nutzung der bebauten Fläche zeigt die verschiedenen Nutzungsarten in ihren Anteilen an der bebauten Fläche Berlins und ihre Verteilung über die Stadtfläche (Stand 31.12.2000). Abbildung 2 verdeutlicht die Verteilung der Nutzungsanteile.

Abb. 2: Anteile der verschiedenen Nutzungsarten an der bebauten Fläche Berlins
Abb. 2: Anteile der verschiedenen Nutzungsarten an der bebauten Fläche Berlins
Bild: Umweltatlas Berlin

Mehr als die Hälfte der bebauten Fläche Berlins wird zum Wohnen genutzt. Gewerbe- und Industriegebiete wie auch Gemeinbedarfsflächen nehmen mit 13 % bzw. 16 % noch einen relativ großen Teil der bebauten Fläche Berlins ein. Ihnen folgen die Verkehrsflächen ohne die nicht als Verkehrsfläche dargestellten Straßen mit 7 % und die Mischgebiete I und II mit zusammen 6 %. Durch die Aufnahme zahlreicher Straßen-Mittelstreifen hat sich der Anteil der Verkehrsflächen gegenüber der Ausgabe 2002 um 2 % erhöht. Sehr wenig Raum nehmen Kerngebiete, Flächen der Ver- und Entsorgung, Verkehrsflächen, Wochenendhausgebiete und Baustellen ein.

In der Verteilung der Nutzungsarten der bebauten Flächen auf das Stadtgebiet lassen sich charakteristische Strukturen erkennen. So gibt es reine Wohn- und Gewerbegebiete im Stadtrandbereich deutlich häufiger als innerhalb des S-Bahnringes, während dort die Misch- und Kerngebietsnutzungen stärker vertreten sind. Insbesondere konzentrieren sich auf Grund günstiger Transportbedingungen Gewerbegebiete entlang von Wasserwegen und Bahnlinien. Mischgebiete und einzelne Kerngebiete findet man als Folge gewachsener Strukturen oft in den alten Ortskernen der verschiedenen Stadtteile. Auffällig ist die Konzentration der Kerngebiete in den beiden Citybereichen von West- und Ost-Berlin um Kurfürstendamm / Tauentzienstraße bzw. um den Bereich Alexanderplatz / Friedrichstraße. Gemeinbedarfsflächen sind über das gesamte Stadtgebiet relativ gleichmäßig verteilt. Flächen der Ver- und Entsorgung treten hauptsächlich im Stadtrandbereich, häufig in Nachbarschaft von Gewerbeflächen, auf.

Die beschriebenen Strukturen spiegeln sich auch im Vergleich der Verteilung der Flächennutzungsarten innerhalb der einzelnen Bezirke wider (vgl. Abb. 3).

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Abb. 3: Anteile ausgewählter Nutzungsarten an der bebauten Fläche aller Berliner Bezirke
Bild: Umweltatlas Berlin

Im Vergleich mit der Ausgabe 2002 haben sich nur unwesentliche Veränderungen ergeben.
Aufgrund der Zusammenlegung der ehemals 24 Berliner Bezirke zu 12 haben sich die Nutzungsanteile in den neuen Großbezirken gegenüber 1990 zwar verändert, die historisch gewachsenen Nutzungsstrukturen lassen sich aber nach wie vor ablesen. Beispiele für die charakteristische Nutzungsverteilung im Stadtrandbereich sind die Bezirke Marzahn-Hellersdorf und Reinickendorf mit 63 % bzw. 60 % Wohnnutzung und 14 % bzw. 10 % industrieller Nutzung, während sich im Bezirk Mitte mit nur 32 % Wohnnutzung, aber 5 % Kerngebiets- und 14 % Mischgebietsnutzung und einem hohen Anteil an Gemeinbedarfstandorten (30 %) deutlich seine seit je her vorhandene zentrale Funktion widerspiegelt. Das West-Berliner Zentrum um Kurfürstendamm / Tauentzienstraße weist diese Funktion mit einem Kerngebietsanteil von bis zu 2 % nicht so deutlich auf, da sich das Kerngebiet auf drei Bezirke – Charlottenburg-Wilmersdorf, Mitte und Schöneberg-Tempelhof – verteilt.

Die Innenstadtbezirke Friedrichshain-Kreuzberg und Charlottenburg-Wilmersdorf weisen mit 42 % und 47 % einen relativ niedrigen Anteil an Wohnfläche auf. Dafür ist der Anteil an Gemeinbedarfsflächen mit 21 % bzw. 24 % hier sehr hoch. Friedrichshain-Kreuzberg und Mitte sind die Bezirke mit den größten Mischgebietsanteilen (19 %und 14 %). Die ursprünglich vorhandene Nutzungsmischung ist in den Bezirken Mitte und Friedrichshain-Kreuzberg noch am deutlichsten zu erkennen.

Als Wohnbezirk mit geringer gewerblicher Nutzung (5 %) fällt Zehlendorf-Steglitz (64 % Wohnnutzung) auf.

Beschreibung Karte 06.02 Grün- und Freiflächenbestand

Die Karte 06.02 Grün- und Freiflächenbestand zeigt die verschiedenen Nutzungsarten in ihren Anteilen an der nicht bebauten Fläche Berlins sowie ihre Verteilung über die Stadt.

Auch hier haben sich gegenüber der Ausgabe 2002 nur unwesentliche Veränderungen ergeben.
Der größte Teil des Grün- und Freiflächenbestands liegt im Stadtrandbereich. Insbesondere fallen die großen Waldflächen des Grunewalds und der Forst Düppel im Südwesten, der Spandauer und Tegeler Forst im Nordwesten und die großen Waldgebiete im Bezirk Köpenick im Südosten von Berlin auf. 45 % aller Grün- und Freiflächen (ohne Gewässer) sind Wald (vgl. Abb. 4).

Abb. 4: Anteile verschiedener Nutzungskategorien am Grün- und Freiflächenbestand Berlins
Abb. 4: Anteile verschiedener Nutzungskategorien am Grün- und Freiflächenbestand Berlins
Bild: Umweltatlas Berlin

Landwirtschaftlich genutzte Flächen, die 11 % des Freiflächenbestands einnehmen, befinden sich insbesondere im nordöstlichen Stadtgebiet (Pankow und Weißensee). Weitere Landwirtschaftsflächen liegen in den östlichen, südlichen und westlichen Stadtrandbereichen. Kleingartengebiete, die weitere 11,5 % des Freiflächenbestandes ausmachen, sind fast ausschließlich außerhalb des S-Bahnringes in den äußeren Stadtbezirken zu finden. Oft liegen sie in der Nähe von Kanälen, Flüssen und Bahnlinien. Zur Zeit nicht genutzte Brachflächen verteilen sich über das gesamte Stadtgebiet, insbesondere entlang von Bahnlinien und Gewässern sowie auf Flugplätzen. Baumschulen und Gartenbaubetriebe befinden sich nur im Stadtrandbereich, während Sportplätze, Friedhöfe und Parks bzw. Grünanlagen im gesamten Stadtgebiet auftreten. Die Flächengrößen der einzelnen Freiflächen nehmen vom Innenstadtbereich in Richtung Stadtrand zu. In den innerstädtischen Bezirken besteht der Freiflächenbestand hauptsächlich aus kleineren Parks – mit Ausnahme des Tiergartens -, Sportplätzen, Friedhöfen, Brachflächen und Stadtplätzen bzw. Promenaden. Im äußeren Stadtgebiet treten die verschiedenen Freiflächenkategorien häufig im Verbund miteinander auf, z.B. Grünflächen, Kleingärten und Sportflächen oder Baumschulen, Brachflächen und Kleingärten oder Wald, Grünland und Ackerland, während die verschiedenen Freiflächen im Innenstadtbereich meistens isoliert vorkommen und von bebauten Flächen umgeben sind.