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Stadtstruktur 1990

Methode

Die Systematik der für West-Berlin definierten Flächentypen wurde im Hinblick auf die Übertragbarkeit auf Ost-Berlin überarbeitet, wobei sich keine wesentlichen Änderungen ergaben.

Grundsätzlich unterscheiden sich die Flächentypen mit überwiegender Wohnnutzung von den Flächentypen mit anderen Nutzungen.

Die Flächentypen mit überwiegender Wohnnutzung wurden anhand ihrer typischen Bau- und Freiraumstruktur sowie ihrer Entstehungszeit differenziert.

Im Gegensatz dazu spielen bei den anderen Flächentypen Entstehungszeit und Baustruktur eine untergeordnete Rolle. Sie weisen kein charakteristisches räumliches Erscheinungsbild auf, sondern besitzen lediglich eine typische Nutzungscharakteristik.

Zusätzlich wird jeder Flächentyp durch seinen Versiegelungsgrad, Bebauungsgrad und seine Verteilung unterschiedlich durchlässiger Oberflächenbeläge charakterisiert. (vgl. Karte 01.02, SenStadtUm 1993).

Insgesamt wurden 60 verschiedene Flächentypen abgegrenzt und auf Grundlage der Bezugsflächen des UIS erfaßt und dargestellt. Die Bezugsflächen entsprechen den statistischen Blöcken, die bei unterschiedlicher Nutzung innerhalb eines Blocks zu nutzungshomogenen Blockteilflächen weiter unterteilt wurden.

Für die Darstellung in der vorliegenden Karte wurden ähnliche Flächentypen zu einem übergeordneten Strukturtyp zusammengefaßt. Die Zuordnung wird aus Tabelle 2 ersichtlich.

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Tab. 2: Zuordnung ähnlicher Flächentypen zum übergeordneten Strukturtyp
Bild: Umweltatlas Berlin

Die Strukturtypen mit überwiegender Wohnnutzung kommen nur auf Blöcken oder Blockteilflächen vor, die in der Karte Reale Nutzung der bebauten Flächen als Wohngebiet oder Mischgebiet I ausgewiesen wurden (vgl. Datengrundlage, Tab. 1). Die Strukturtypen mit überwiegender Nutzung durch Handel, Dienstleistung, Gewerbe und Industrie gibt es nur auf Blöcken oder Blockteilflächen mit den Kategorien Kerngebiet, Mischgebiet II, Gewerbe- und Industriegebiet, Flächen der Ver- und Entsorgung und in einzelnen Fällen Mischgebiet I. Die Strukturtypen mit anderen Nutzungen kommen auf Blöcken oder Blockteilflächen mit den Kategorien Gemeinbedarfsflächen / Sondernutzung, Verkehrsflächen, Baustellen und allen Kategorien der Karte 06.02 Grün- und Freiflächenbestand vor.

Zur Aktualisierung der 1988 für West-Berlin erfaßten Flächentypen und der Erweiterung auf das Ost-Berliner Stadtgebiet 1990 wurde von der in den Karten 06.01 Reale Nutzung der bebauten Flächen und 06.02 Grün- und Freiflächenbestand ausgewiesenen Nutzung ausgegangen. Hatte sich in West-Berlin die Nutzung seit der erstmaligen Erfassung der Flächentypen (1988) nicht verändert, wurde der damals ausgewiesene Flächentyp übernommen. Sonst wurde er mit Hilfe des Luftbildes und der Karten der nutzungshomogenen Blockteilflächen neu bestimmt.

Für Ost-Berlin wurden die in der Datengrundlage bereits aufgeführten Quellen ausgewertet. Insbesondere den Luftbildern und Meßtischblättern konnten viele charakteristische Merkmale über die Baustruktur, wie Gebäudegrundriß, Stellung der Gebäude innerhalb des Blocks und eingeschränkt Gebäudehöhe sowie Baualter, entnommen werden. Auch die Gestaltung der nicht bebauten Freiflächen – mit Ausnahme der sehr eng bebauten Bereiche des Typs Geschlossener Hinterhof – war gut zu erkennen. Weiter erfolgte die Differenzierung der Verkehrsflächen in der Regel auf Grundlage der Luftbilder.

Obwohl sich die Informationen in den Baualterskarten nicht auf alle Wohngebäude beziehen und auch nicht gebäudebezogen pro Baujahr und Geschoßanzahl wie in West-Berlin vorhanden sind, reichte ihre Genauigkeit zur Bestimmung der Flächentypen in der Regel aus.

Die Kategorien Mischgebiet II und Gewerbegebiet der Karte 06.01 Reale Nutzung der bebauten Flächen wurden anhand des in der Versiegelungskarte erfaßten Bebauungsgrades in verschiedene Flächentypen differenziert.

Die Untergliederung der Kategorie Kleingarten in drei Flächentypen erfolgte für West-Berlin auf Grundlage der Karte und Liste der Berliner Kleingartenkolonien.

Einer Block- bzw. Blockteilfläche wurde grundsätzlich nur ein Flächentyp zugeordnet. Bei unterschiedlichen Flächentypen innerhalb einer Block- bzw. Blockteilfläche, z.B. Garten und Zeile seit den 50er Jahren, wurde der dominante Flächentyp vergeben.

Strukturtypen mit überwiegender Wohnnutzung

Blockbebauung der Gründerzeit mit Seitenflügeln und Hinterhäusern

Die Baustruktur ist gekennzeichnet durch eine geschlossene bis fast geschlossene, überwiegend fünf bis sechsgeschossige Blockrandbebauung. Je nach Flächentyp sind die einzelnen Grundstücke mit Vorderhaus, Seitenflügeln und Hinterhaus allseitig oder mehrseitig bebaut. Die Bebauung stammt aus den Jahren 1870-1918. Im Rahmen der behutsamen Sanierung wurden Ende der 70er Jahre und in den 80er Jahren ehemalige Baulücken durch Neubauten geschlossen sowie die Altbauten modernisiert. Abrisse wurden nur vereinzelt durchgeführt. In Ost-Berlin wurden die Anfang der 70er Jahre sanierten Gebiete erfaßt, bei denen relativ großzügig Hintergebäude abgerissen und Hofflächen zusammengelegt wurden.

Die Freiraumstruktur ist geprägt von verwinkelten Blockinnenräumen. Sie entstehen durch allseitig oder mehrseitig geschlossene, enge Hinterhöfe, von denen z.T. mehrere hintereinander liegen und durch Hofdurchfahrten miteinander verbunden sind. Die Hofflächen sind meist betoniert, asphaltiert oder gepflastert. Zum Teil findet man Anpflanzungen an den Gebäudeseiten, Schmuckbeete oder einen vereinzelten Baum im Hof.

Blockrandbebauung der Gründerzeit mit geringem Anteil von Seiten- und Hintergebäuden

Die Baustruktur zeigt überwiegend eine viergeschossige, fast geschlossene Blockrandbebauung. Die einzelnen Grundstücke sind mit Vorderhaus und Seitenflügeln oder Hinterhaus bebaut. Die Bebauung entstand hauptsächlich zwischen 1892 und 1918; z.T. sind ältere Gebäude integriert. Dabei nimmt der Anteil des Typs Schuppenhof zu, eine vor 1892 entstandene, meist zwei- bis dreigeschossige, zum Teil dörfliche Bebauung. Der Blockrand ist nur noch teilweise geschlossen. Die einzelnen Grundstücke sind im hinteren Bereich mit ein- bis zweigeschossigen Schuppen bebaut.

Die Freiraumstruktur zeichnet sich durch Vorgärten aus. Der Blockinnenraum ist gezahnt (nur Seitenflügel) oder langgestreckt (nur Hinterhäuser) und an den nicht bebauten Grundstücksgrenzen durch Zäune untergliedert. Der Blockinnenraum des Typs “Schuppenhof” ist durch geschlossene Hinterhöfe, die durch Mauern und Schuppen gebildet werden, kleinteiliger untergliedert. Als Oberflächenbelag herrscht Kopfsteinpflaster vor. An den Rändern der Hoffläche überwiegt Spontanvegetation. Gewerbliche Nutzung ist häufiger als Gemüse- und Obstgartennutzung. Beim Typ Schmuck- und Gartenhof dominiert allerdings die gärtnerische Gestaltung mit Obstbäumen, Beeten und Sitzplätzen.

Blockrandbebauung der Gründerzeit mit massiven Veränderungen

Die Baustruktur wird durch eine fünf- bis sechsgeschossige, weitgehend geschlossene Blockrandbebauung gebildet, die z.T. unterbrochen ist durch Einfahrten, Parkplätze und einzelne Baulücken. Entwickelt hat sich diese Struktur aus ehemaliger Hinterhofbebauung der Gründerzeit. Der hohe Neubauanteil im Blockrand mit Gebäuden, die nach dem 2. Weltkrieg entstanden, resultiert aus der Schließung kriegsbedingter Baulücken (Nachkriegsblockrand) oder ist eine Folge von Sanierungsmaßnahmen, bei denen Gebäude mit schlechter Bausubstanz abgerissen und durch einen Neubau ersetzt wurden. Die Hinterhofstruktur wurde durch Abriß einzelner Hinterhäuser beim Nachkriegsblockrand und durch Abriß nahezu aller Hintergebäude beim Typ Sanierung durch Entkernung verändert.

Die Freiraumstruktur zeigt gegenüber der ehemaligen Hinterhofbebauung einen relativ offenen, zusammenhängenden Blockinnenraum. Bei dem Flächentyp Nachkriegsblockrand wird der Blockinnenraum durch Zäune entlang der nicht bebauten Grundstücksseiten gegliedert. Man findet neben den alten gründerzeitlichen Hofgestaltungen in den neuen oder erneuerten Höfen gepflasterte Parkplatzflächen, z.T mit Randbegrünung. Beim Typ Sanierung durch Entkernung ist der Blockinnenraum als gemeinsamer Aufenthaltsraum für Bewohner mit Spielplätzen, Wegen, pflegeleichtem Grün und Rasenflächen gestaltet.

Blockrand- und Zeilenbebauung der 20er und 30er Jahre

Die Baustruktur weist eine meist drei- bis viergeschossige, geschlossene oder fast geschlossene Blockrandbebauung bzw. eine offene Bebauung mit parallel zueinander aufgereihten langgestreckten Häuserzeilen auf. Die Zeilen erstrecken sich wegen der Belichtung hauptsächlich in Ost-West-Richtung. Zum Teil wird die strenge Zeilenbebauung durch abschließende Quergebäude oder durch die Mischung von Zeilen- und Randbebauung aufgelockert. Dieser Flächentyp entstand hauptsächlich in den 20er und zu Anfang der 30er Jahre.

Die Freiraumstruktur ist charakterisiert durch große, zusammenhängende Blockinnenhöfe bzw. durch langgestreckte, nicht geschlossene Zeilenzwischenräume. Typisch ist die ausgeprägte Grüngestaltung mit Rasenflächen und locker verteilten Bäumen sowie Hecken entlang der Eingangsbereiche und um vorhandene Spielbereiche und Mülleimerstellplätze, teilweise werden die Höfe als Mietergärten genutzt. Der geringe Anteil an Erschließungsflächen ist typisch, da die Blockinnenräume nicht als Parkplätze zu nutzen sind.

Zeilenbebauung seit den 50er Jahren

In der Baustruktur überwiegen viergeschossige Häuserzeilen. Sie sind anfangs hauptsächlich in Ost-West-Richtung angelegt, später auch gestaffelt in versetzter Anordnung oder entlang geschwungener Straßenräume.

Relativ große, langgestreckte, nicht abgeschlossene Freiflächen zwischen den Häuserzeilen charakterisieren die Freiraumstruktur. Etwa ein Drittel der Freifläche wird als Parkplatz und für Erschließungswege genutzt. Dominant ist Zierrasen mit locker verteilten Bäumen und Gebüsch. Spielbereiche, Mülleimerecken und Parkplätze sind meist durch Gebüsch und Bäume abgegrenzt. In den Siedlungen der 70er Jahre geht der Anteil des Rasens zu Gunsten von Hochbeeten an breiten Erschließungswegen zurück.

Hohe Bebauung der Nachkriegszeit

Große, hohe Zeilen- und Punkthäuser unterschiedlicher Geschoßhöhe kennzeichnen die Baustruktur. Der Typ Hochhaus besitzt in West-Berlin mindestens acht, in Ost-Berlin mindestens sechs Geschosse. Die Anordnung der Gebäude innerhalb des Blocks erscheint für die in West-Berlin liegenden Typen Ungeordneter Wiederaufbau und Hochhaus offen, ohne erkennbare Regeln. Die in Ost-Berlin als Großsiedlungen angelegten Plattenbauten sind z.T. in halboffener Blockrandbebauung errichtet worden, teilweise mit Zeilenbebauung gemischt. Der Flächentyp Ungeordneter Wiederaufbau entstand nach 1945 auf Blöcken ehemaliger gründerzeitlicher Blockrandbebauung, während der Typ Hochhaus in West-Berlin vorwiegend in den 60er und 70er und in Ost-Berlin in den 70er und Anfang der 80er Jahre meist in Form einer Großsiedlung angelegt wurde.

Die Freiraumstruktur der in Ost-Berlin in halboffener Blockrandbebauung angelegten Großsiedlungen des Typs Hochhaus weist einen relativ großen Blockinnenraum auf, der z.T. durch Hauszeilen im Blockinnern gegliedert ist. Beim Typ Ungeordneter Wiederaufbau werden die relativ sparsam dimensionierten unbebauten Flächen meist als Parkplatzfläche genutzt, die verbleibenden Flächen sind Abstandsgrünflächen. Der Anteil der nicht bebauten Flächen ist beim Typ Hochhaus relativ groß. Sie sind zur Hälfte durch groß dimensionierte Erschließungswege und Parkplätze versiegelt. Die andere Hälfte ist als Zierrasen mit geometrisch angelegten Gehölzpflanzungen gestaltet.

Blockrand- oder Zeilenbebauung der 80er und 90er Jahre

Drei- bis fünfgeschossige, halboffene bis geschlossene Blockrandbebauung oder eine Mischung von Zeilen- und Blockrandbebauung in Plattenbauweise machen die Baustruktur aus. Errichtet wurden diese Großsiedlungen in Ost-Berlin in den 80er und 90er Jahren.

Die Freiraumstruktur wird durch relativ große Freiflächen gebildet. Der Blockinnenraum ist z.T. durch Hauszeilen untergliedert. Ca. ein Drittel der nicht bebauten Fläche wird als Parkplatz oder für Erschließungswege genutzt, sonst dominieren Zierrasen mit angelegten Gehölzpflanzungen.

Niedrige Bebauung mit Hausgärten

Eine meist ein- bis zweigeschossige Bebauung mit Reihenhäusern und eng stehenden Doppelhäusern, mit Einfamilienhäusern und kleineren Mehrfamilienhäusern oder mit Wochenendhäusern prägt die Baustruktur. Bis 1945 wurden die Gebäude um dem Blockrand in einheitlicher Baufluchtlinie gebaut. Nach dem Krieg wurden die Reihenhäuser häufig entlang von Stichstraßen und Zuwegen ins Blockinnere gestaffelt, und die Einfamilienhäuser wurden in unregelmäßigen Abständen zur Straße und immer häufiger im hinteren Bereich des Grundstücks als zweites Haus (Hammergrundstück) errichtet. Bei dem Typ Offene Siedlungsbebauung entstanden Einfamilienhäuser, Werkstätten, Garagen und Gartenlauben zu verschiedenen Zeiten ohne geplante Anordnung.

Die Freiraumstruktur der vor dem Krieg errichteten Siedlungen des Typs Reihengarten und Garten ist gekennzeichnet durch einheitlich breite Vorgärten und einen großen Blockinnenraum, der nur durch Grundstückseinfassungen gegliedert ist. Bei allen anderen Siedlungen dieses Typs ist der Blockinnenraum von Häusern durchsetzt. Die nicht bebauten Flächen werden in der Regel als Obst-, Gemüse-, oder Ziergärten genutzt.

Villenbebauung mit parkartigen Gärten

Überwiegend zweigeschossige, offene Blockrandbebauung mit Villen hinter einer einheitlichen Baufluchtlinie gliedern die Baustruktur. Für die Gebäude, die zwischen 1890 und 1930 entstanden, ist ein großes Gebäudevolumen typisch.

Die Freiraumstruktur ist charakterisiert durch die einheitlich breiten Vorgärten und den großen Blockinnenraum, der durch Grundstückseinfassungen mit dichtem Gebüsch oder altem Mauerwerk gegliedert ist. Die großen Gartengrundstücke besitzen einen alten Baumbestand auf Rasenflächen, z.T. auch Gemüse- und Blumenbeete.

Bebauung mit Gärten und halbprivater Umgrünung

Die Baustruktur kennzeichnet eine offene, mehrgeschossige Blockbebauung mit Miet- und Appartementhäusern zwischen Einfamilienhäusern und Villen. Entstanden ist dieser Typ seit 1950 durch Abriß und Verdichtung der Bebauung der Typen Garten und Parkartiger Garten.

Ein von größeren Gebäuden durchsetzter Blockinnenraum charakterisiert die Freiraumstruktur. Die nicht bebauten Flächen werden als Hausgärten genutzt oder sind durch eine einheitliche Umgrünung mit Bodendeckern und Ziersträuchern, durch mit Betonpflaster befestigte Wege und Parkplätze sowie durch die Häuser umgebende Kieselstreifen gestaltet.

Dörfliche Bebauung

Die Baustruktur läßt sich mit einer meist ein- bis zweigeschossigen, in Stadtnähe auch mehrgeschossigen Bebauung beschreiben. Zwischen den Häusern des ehemaligen Dorfkerns entstanden neue Gebäude unterschiedlicher Größe.

Die Freiraumstruktur machen noch erhaltene dörfliche Elemente wie Straßenführung, Anger, Dorfteich, Gutspark oder Friedhof an der Kirche aus. Die Freiflächen werden als Gemüse- oder Obstgärten, Gartencafés, als Lagerflächen für Handels- und Handwerksbetriebe u.ä. genutzt.

Strukturtypen mit überwiegender Nutzung durch Handel, Dienstleistung, Gewerbe und Industrie

Bebauung mit überwiegender Nutzung durch Handel und Dienstleistung

Typisch ist der mit 75 – 100 % hohe Anteil an Handels- und Dienstleistungsunternehmen. Der Flächentyp Kerngebiet ist in der Regel sehr kompakt gebaut und kommt hauptsächlich im Zentrum Berlins vor. Die nicht bebauten Flächen der Kerngebiete werden meist als Flächen für Zulieferung und als PKW-Stellplätze für Mitarbeiter, Kunden und Besucher intensiv genutzt und sind entsprechend oft mit Asphalt, Beton oder Verbundsteinpflaster befestigt. Der Flächentyp Ausflugsgaststätten erfaßt größere Ausflugsgaststätten in Erholungsgebieten. Für die nicht bebauten Flächen dieses Flächentyps sind große Terrassen, Gartenanlagen und Erschließungswege sowie viele Stellplätze für PKW`s typisch.

Geringe Bebauung mit überwiegender Nutzung durch Gewerbe und Industrie

Diese Gebiete sind geprägt durch gewerbliche Bebauung mit überwiegend ein- bis zweigeschossigen Hallen- und Gebäudekomplexen und großzügigen Abstandsflächen. Als Flächen der Ver- und Entsorgung sind hier auch die Gebäude und Grundstücksflächen der Elektrizitäts-, Gas-, Wasser- und Entwässerungswerke, der Stadtreinigung u.a. erfaßt. Die Wohnnutzung tritt im äußeren Erscheinungsbild weitgehend zurück. Die Grundstücksfläche ist bis höchstens 50 % bebaut. Die großen, nicht bebauten Flächen dienen der Lagerung, als Güterumschlagplatz oder als PKW- und LKW-Stellplatz. Es kommen auch größere ungenutzte, meist vegetationsbedeckte Bereiche vor.

Dichte Bebauung mit überwiegender Nutzung durch Gewerbe und Industrie

Prägendes Merkmal dieser Gebiete ist die gewerbliche Nutzung. Die Grundstücksflächen sind zu mehr als 50 % mit mehrgeschossigen, überwiegend gewerblich und industriell genutzten Gebäuden bebaut. Man findet Gewerbehöfe mit Fabriketagen, Fabriketagen in Hinterhäusern und Seitenflügeln oder Grundstücke mit Industriegebäuden. Die nicht bebaute Fläche wird intensiv für Lieferverkehr genutzt und ist entsprechend sehr stark versiegelt. Diese dicht bebauten gewerblich genutzten Gebiete sind häufig während der Gründerzeit entstanden.

Strukturtypen mit anderen Nutzungen (Gemeinbedarf, Verkehrsfläche, Baustelle oder Grün- und Freifläche)

Diese Strukturtypen fassen die in der Karte 06.01 Reale Nutzung der bebauten Flächen als Gemeinbedarfsflächen / Sondernutzung, als Verkehrsflächen oder als Baustellen ausgewiesenen Blöcke bzw. Blockteilflächen zu einem Strukturtyp und alle in der Karte 06.02 Grün- und Freiflächenbestand erfaßten Nutzungskategorien zu einem weiteren Strukturtyp zusammen (vgl. Tab 2).

Die in den 80er und 90er Jahren entstandene Bebauung in West-Berlin wurde in vorhandene Strukturtypen mit eingeordnet. Beispielsweise wurde für die IBA-Bauten in der Kreuzberger Lindenstraße der Flächentyp Sanierung durch Entkernung vergeben. Die Bebauung an der Osdorfer Straße/Ecke Lichterfelder Ring wurde in den Flächentyp Zeile seit den 50er Jahren mit eingeordnet.

Manche Flächentypen treten nur in Ost- oder nur in West-Berlin auf. Der Flächentyp Geschlossener Hinterhof ist in Ost-Berlin mit unter dem Flächentyp Hinterhof erfaßt. Den Typ Sanierung durch Entkernung gibt es nur in West-Berlin, da in Ost-Berlin weniger Hofgebäude abgerissen wurden. Auch der Flächentyp Ungeordneter Wiederaufbau entwickelte sich nur in West Berlin. Dagegen entstand der Typ Plattenbausiedlung der 80er und 90er Jahre nur in Ost-Berlin. Der Flächentyp Offene Siedlungsbebauung wurde neu eingeführt. In West-Berlin kommt er nur selten vor und wurde meist unter dem Typ Garten mit erfaßt.