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Gewässerstrukturgüte – Gesamtbewertung (WRRL)

Zusammenfassung

Je natürlicher, desto besser – so lautet die Formel, nach der die Strukturgüte eines Gewässers bewertet wird. Wenn an unbefestigten Ufern Schilf wuchert, sich im Wasser Sandbänke und kleine Inseln bilden oder abzweigende Bäche sich als Mäander durch unbefestigte Auen schlängeln, dann liegen naturnahe bzw. ökologisch wertvolle Strukturen vor. Auch viele Fisch- und anderen Wassertierarten sprechen für eine gute Qualität des Gewässers.

Doch in städtischen Regionen sehen Flüsse und Seen schon lange anders aus. Dort haben Menschen Ufer mit Beton befestigt und Brücken, Stauanlagen oder Deiche gebaut. Seit dem Jahr 2000 will die Europäische Wasserrahmenrichtlinie jedoch erreichen, dass die EU-Länder Gewässer zurück zur Natur bringen. Ein Berliner Beispiel dafür ist die Renaturierung der Panke, die ihr Betonbett verlassen darf.

Eine umfangreiche Kartierung der Gewässer erfolgte über mehrere Jahre seit 1999. Dafür wurden Luftbilder und alte Karten ausgewertet und sich die Situation vor Ort angesehen. In sieben Klassen von 1 (unverändert) bis 7 (vollständig verändert) ist erfasst, wie stark der Mensch in die Natur eingegriffen hat.

Bei den Flüssen und Bächen schneidet die Kuhlake im Spandauer Forst mit einem Wert von 3,6 am besten ab. Das Schlusslicht bildet der Hellersdorfer Graben mit 6,9. Die Spree wurde demnach sehr stark verändert, die Havel deutlich.

Im Vergleich dazu sind die Seeufer, die überwiegend zu den Klassen 3 und 4 zählen, recht natürlich. Nur gering verändert (2) sind etwa die Havel rund um die Pfaueninsel und das südliche Ufer des Müggelsees.