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Verkehrsmengen DTV 1993

Methode

Schwankungen der Verkehrsmengen

Verkehrszählungen finden auf Autobahnen und Bundesstraßen bundesweit im Auftrag des Bundesministers für Verkehr nach einer einheitlichen Methode und zu einem vergleichbaren Zeitraum statt. Sie werden durchgeführt von den jeweiligen Landesbehörden, in Brandenburg vom Brandenburgischen Landesamt für Verkehr und Straßenbau, in Berlin von der Senatsverwaltung für Verkehr und Betriebe, die ebenso für die ergänzenden Erhebungen im übrigen Hauptstraßennetz verantwortlich ist.

Für die Auswertungen und Hochrechnungen von Verkehrszählungen sind – wie erwähnt – die jahreszeitlichen, wöchentlichen und täglichen Schwankungen im Kfz-Verkehr von wesentlicher Bedeutung. So gehen zum Beispiel die Verkehrsmengen in den Wintermonaten (Januar, Februar), bei plötzlichem Wintereinbruch (Ende November und Dezember) sowie in den Sommer-Schulferien (Juli) deutlich zurück (vgl. Abb. 3).

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Abb. 3: Jahresganglinie der täglichen Verkehrsstärke 1993 an der Langzeitzählstelle Halensee – BAB A 100
Bild: SenVuB 1995

Die Verkehrsstärken unterliegen auch innerhalb der Woche Schwankungen, die vom jeweiligen Wochentag abhängen. Die konstantesten Verkehrsverhältnisse im Kfz-Verkehr sind montags bis donnerstags anzutreffen.

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Abb. 4: Durchschnittliche stündliche Verkehrsstärken je Wochentag des Jahres 1994 an der Langzeitzählstelle Reinickendorf Süd – BAB A 111
Bild: SenVuB 1995

Der jeweilige Verlauf der Tagesganglinien dieser Werktage ist nahezu identisch. Deutlich sichtbar sind in der Abbildung 4 die morgendliche und nachmittägliche Berufsspitze der Werktage. Die Freitags-Ganglinie verläuft für die Morgenspitze ebenfalls analog den übrigen Werktagen, während die Nachmittagsspitze etwa 2 Stunden früher auftritt. Die Ganglinien im Lkw-Verkehr weisen einen glockenartigen Verlauf auf. Sie sind montags bis donnerstags etwa deckungsgleich und erreichen die höchsten Belastungen meist zwischen 9.00 und 12.00 Uhr. Auch hier tritt der Nachmittagsverkehr – wie bei privaten Kfz – am Freitag etwa ein bis zwei Stunden früher auf als an den übrigen Werktagen. Am Wochenende kommt dem Lkw-Verkehr nur geringe Bedeutung zu.

Tägliche Schwankungen

Die täglichen Schwankungen können beispielhaft an den Tagesganglinien einer Strecke im Stadtzentrum sowie einer radial auf das Stadtzentrum zuführenden Strecke verdeutlicht werden (vgl. Abb. 5 und Abb. 6). Der Ganglinientyp verläuft im Citybereich relativ konstant, zwischen 6 und 19 Uhr bewegen sich die Richtungsbelastungen in nur geringen Schwankungsbreiten, so daß Belastungsspitzen kaum erkennbar sind. Die Berufsverkehrsspitzen sind hingegen auf den zuführenden Strecken wesentlich deutlicher ausgeprägt.

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Abb. 5: Tagesganglinie Brückenstraße, 17. Januar 1995, Bezirk Mitte
Bild: SenVuB 1995

Der Darstellung der Karte liegen mit dem durchschnittlichen täglichen Verkehr (DTV) rechnerisch aufbereitete Zahlen zugrunde, die diese jahreszeitlichen, wochentags- bzw. tageszeitbezogenen Schwankungen nicht explizit aufweisen können.

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Abb. 6: Tagesganglinie Frankfurter Allee, 21. Oktober 1993, Bezirk Friedrichshain
Bild: SenVuB 1995

An ca. 360 Zählstellen wurden Kurzzeitzählungen (vier Stunden) durchgeführt. Wegen der stündlichen Schwankungen im Verkehrsfluß eines Tages war für jede Strecke ein gesonderter Hochrechnungsfaktor aus vorhandenen 12-Stunden-Zählungen an kontinuierlich registrierenden Langzeitmeßstellen zu ermitteln, mit dem die Zähldaten dann auf die 12-Stunden-Verkehrsstärke (7.00 bis 19.00 Uhr) hochgerechnet wurden.

Um darüberhinaus auch die jahreszeitlichen Schwankungen im Kfz-Verkehr durch Witterungseinflüsse und die Ferienzeiten auszugleichen, wurden anschließend die 12-Stunden-Daten mit Wochenfaktoren multipliziert, die ebenfalls an den automatischen Langzeitzählstellen ermittelt wurden.

Als letzter Schritt war dann noch eine Hochrechnung auf 24-Stunden-Werte notwendig, getrennt nach DTV-Wt sowie DTV.

Die Baustellensituation ist nicht gesondert gekennzeichnet. Insbesondere in den östlichen Bezirken waren während der Zählungen diverse Baustellen und Umleitungsstrecken vorhanden. Da die Zählungen über mehrere Jahre erfolgten, wurden die Verkehrsmengen auf einen einheitlichen Netzzustand angeglichen.

Im Vergleich zum Umweltatlas aus dem Jahr 1985 ist eine deutliche Steigerung des Verkehrsaufkommens festzustellen. Die Differenzierung in den Verkehrsmengenklassen mußte deshalb im unteren Bereich verringert werden. Deutliche Beispiele für erhöhte Verkehrsmengen liefern die innerstädtischen Autobahnen.

Auf einigen Straßenzügen sind die Richtungsfahrbahnen räumlich voneinander getrennt. Dies ist zum Beispiel am Autobahnabschnitt auf der Höhe des Internationalen Congress Centrums (ICC) und auf den Kanaluferstraßen in Kreuzberg der Fall. In der Karte können bei diesen Straßen die unterschiedlichen Richtungsfahrbahnen andere Farbgebungen aufweisen, als wenn sie, wie die übrigen Straßen, als Summe beider Richtungsfahrbahnen dargestellt würden.