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Versiegelung 2005

Kartenbeschreibung

In der Karte wird der Grad der Versiegelung, d. h. die Bedeckung der Erdoberfläche mit undurchlässigen Materialien in % der Bezugsfläche (statistischer Block bzw. Teilblock) dargestellt. Insgesamt betrachtet nimmt der Grad der Versiegelung von der Innenstadt in Richtung Stadtrand ab, da die Bebauung zum Stadtrand hin lockerer wird und der Stadtrand entweder völlig unbebaut (Wald, Landwirtschaftsflächen) oder von Einzelhausgebieten geprägt ist. Ausnahmen hiervon sind die gewachsenen Zentren der bis 1920 selbständigen Städte wie Spandau und Köpenick. Sie sind zu etwa 60 %, in den Kernbereichen bis über 90 % versiegelt. Die großen Neubaugebiete am Stadtrand wie Marzahn, Hellersdorf und Hohenschönhausen oder die Gropiusstadt in Neukölln sowie die Thermometersiedlung in Lichterfelde sind zwischen 50 % und über 80 % versiegelt.

Die folgende Tabelle zeigt die durchschnittlichen Versiegelungsgrade und die mittleren Genauigkeiten pro Flächentyp.

Die höchsten Gesamtversiegelungsgrade weisen die Flächentypen „Geschlossener Hinterhof“ mit 83 % und „Flughafen“ mit 86 % auf. Die niedrigsten Versiegelungsgrade von jeweils 0 % haben die Flächentypen „Wald“ und „Landwirtschaft“ zu verzeichnen.

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Tabelle 6: Mittlere Versiegelungsgrade und mittlere Genauigkeiten nach Flächentyp
Bild: Umweltatlas Berlin

Zur besseren Übersicht werden die Versiegelungsgrade auch für die jeweiligen Flächennutzungen (ISU-Kategorien) zusammengefasst. Wohngebiete haben einen durchschnittlichen Versiegelungsgrad von 38 %. Den höchsten mittleren Versiegelungsgrad weisen mit 77 % die Kerngebiete auf, die niedrigsten bei „Wald“ und „Ackerland“.

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Tabelle 7: Mittlere Versiegelungsgrade nach Flächennutzung
Bild: Umweltatlas Berlin

Die statistischen Blöcke und Teilblöcke Berlins (ohne Strassen und Gewässer) sind durchschnittlich zu 27 % versiegelt. Davon entfallen 13 % auf die bebaut versiegelten Flächen und 14 % auf die unbebaut versiegelten Flächen. Inklusive Gewässer und Straßenland ist Berlin somit zu 32 % versiegelt. Davon entfallen 11 % auf die bebaut versiegelten Flächen und 21 % auf die unbebaut versiegelten Flächen. Berlin ist also zu einem Drittel versiegelt. Die Versiegelung besteht wiederum zu je einem Drittel aus Gebäuden, aus Straßen und aus unbebaut versiegelten Flächen.

Versiegelung der Bezirke

Für die bezirksbezogene Auswertung wurde der durchschnittliche Versiegelungsgrad des Straßenlandes errechnet. Hierfür wurde eine Statistik zu Befestigung und Fahrbahnbelägen Berliner Straßen, Rad- und Gehwege (SenStadt 2006) ausgewertet.

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Abbildung 6: Versiegelungsgrad nach Bezirken (in % der Gesamtfläche ohne Gewässer)
Bild: Umweltatlas Berlin

Treptow-Köpenick ist mit 21 % der am geringsten versiegelte Bezirk, während Kreuzberg-Friedrichshain und Mitte mit 66 bzw. 60 % die höchsten Versiegelungsgrade aufweisen. Auch der Anteil der bebauten Fläche an der Bezirksfläche ist in diesen Bezirken am höchsten.

Versiegelungsdaten 2005 im Vergleich zu 1990 und 2001

Ein direkter Vergleich zwischen den Versiegelungswerten von 1990 bzw. 2001 und 2005 kann aufgrund der verschiedenen Erhebungsmethoden nur bedingt durchgeführt werden. Aus den Werten kann keine Veränderung der versiegelten Fläche über die Zeit abgeleitet werden.

2001 betrug der Versiegelungsgrad Berlins 34,7 % (einschl. Straßen und Gewässern). Diese Daten gehen zum Teil auf Auswertungen von Satellitenbildern und weiteren Quellen aus den 80er Jahren zurück (nur West-Berlin). Diese Kartierungen wurden für 1990 mittels Luftbildern und topographischen Karten auf das Gebiet von Ost-Berlin erweitert und für 2001 teilweise aktualisiert. Bei diesen Arbeiten wurden auch z.T. nutzungsspezifische Pauschalwerte angenommen. Die Erfassungsmethode war insgesamt uneinheitlich.

Mit der vorliegenden Kartierung liegt nunmehr ein nach einem flächendeckend einheitlichen, vollständig automatisierten und wesentlich verbesserten Verfahren gewonnener Datensatz vor. Im Ergebnis beträgt der Versiegelungsgrad im Jahre 2005 31,8 % und liegt damit um ca. 3 % unter den Werten von 2001. Daraus kann jedoch keineswegs auf einen Rückgang der versiegelten Fläche geschlossen werden.

Tab 8.: Ergebnisse von Versiegelungskartierungen in Berlin 1990 bis 2005 (alle Angaben bezogen auf die Gesamtfläche Berlins einschl. Straßen und Gewässer) aus den Werten kann keine Veränderung der versiegelten Fläche über die Zeit abgeleitet werden
Tab 8.: Ergebnisse von Versiegelungskartierungen in Berlin 1990 bis 2005 (alle Angaben bezogen auf die Gesamtfläche Berlins einschl. Straßen und Gewässer) aus den Werten kann keine Veränderung der versiegelten Fläche über die Zeit abgeleitet werden
Bild: Umweltatlas Berlin

Betrachtet man die ermittelten Werte für die bebaut versiegelte Fläche über die Jahre fällt auf, dass sie nahezu identisch sind. Daraus kann abgeleitet werden, dass die alte Erhebungsmethode im Mittel durchaus gute Werte lieferte, denn die Erhebung mittels der ALK für 2005 kann als sehr genau angesehen werden.

Für die unbebaut versiegelte Fläche ergibt sich ein etwas anderes Bild. Hier haben die ermittelten Werte gegenüber 2001 um 3 Prozentpunkte abgenommen. Dies kann einerseits daran liegen, dass in den alten Kartierungen einige Grün- und Freiflächen – Kategorien (z.B. Wälder und Landwirtschaft) mit Pauschalwerten der unbebaut versiegelten Fläche belegt wurden, die nach heutigen Erkenntnissen zu hoch sind. Da diese Flächen einen großen Anteil am Stadtgebiet haben, wurde der Versiegelungsgrad der unbebaut versiegelten Fläche insgesamt überschätzt. Andererseits wurde wegen der bereits genannten Probleme bei der Interpretation der Satellitendaten die unbebaut versiegelte Fläche im neuen Verfahren eher unterschätzt. Diese Annahmen sind eher plausibel, als dass tatsächlich ein Rückgang der versiegelten Fläche im Stadtgebiet stattgefunden hat.

Hinsichtlich der Erfassung der versiegelten Straßenfläche konnten die im Jahre 1990 vorliegenden groben Schätzwerte erst im Jahre 1997 durch Werte der Straßenbauverwaltung ersetzt werden. Diese wurden für die Auswertungen von 2001 verwendet und 2005 aktualisiert. Eine leichte Erhöhung des durch Straßen verursachten Versiegelungsgrades durch Tiefbaumaßnahmen vor allem im Ostteil der Stadt erscheint durchaus plausibel.

Bei einer zukünftigen Wiederholung des Verfahrens z.B. im Rahmen eines Monitorings wird es durch das neue Verfahren jetzt möglich sein, zunächst auf Blockebene relevante Veränderungen zu erfassen und diese dann über das Stadtgebiet zu bilanzieren.