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Solaranlagen 2021

Kartenbeschreibung

Insgesamt werden in beiden Karten 18.180 Einzelanlagen, davon 7.981 Solarthermie- (31.12.2019) und 10.199 PV-Anlagen (14.01.2021), dargestellt. Dabei handelt es sich ausschließlich um solche Anlagen, die bei den verschiedenen Förderinstitutionen bekannt sind. Es kann jedoch davon ausgegangen werden, dass damit mehr als 90 % aller existierenden Anlagen Berlins zum Zeitpunkt der je nach Anlagenart differierenden Erfassungsstände bekannt sind.
Einen eigenen, hier nicht erfassten Datenbestand bilden die sogenannten PV-Inselanlagen, also z.B. solarbetriebene Parkautomaten oder Beleuchtungsanlagen und ähnliche netzferne Systeme.

Karte 08.09.1 Photovoltaik (PV)

In Berlin sind mit Stand 14.01.2021 10.199 PV-Anlagen registriert, wovon die ganz überwiegende Anzahl Kleinanlagen unter 30 kW ausmachen (9.437) und nur 200 größere Anlagen (> 100 kW) vorhanden sind. Sie haben eine installierte Leistung von insgesamt etwa 155.026 kW, wovon auf die genannten größeren Anlagen etwa ein Drittel (etwa 55.000 kW) der Gesamtleistung in Berlin fallen. Mit Abstand die meisten Anlagen und die größte Gesamtleistung befinden sich in den drei Bezirken Marzahn-Hellersdorf, Treptow-Köpenick und Pankow mit Anlagenzahlen zwischen 1.464 und 1.916. Hinsichtlich der installierten Leistung fällt auch der Bezirk Tempelhof-Schöneberg mit 16,91 MW auf, hier wird die deutlich geringere absolute Anlagenzahl durch Anlagen mit hoher installierter Leistung ausgeglichen. Bei Betrachtung der feinräumigeren Ebene der Postleitzahlbereiche zeigt sich, dass die randstädtischen Einzelhaussiedlungen mit ihrer hohen absoluten Anlagenzahl die meisten PLZ-Bereiche mit Leistungen größer 1.000 kW stellen.

Bildvergrößerung: Tab. 3: Anzahl der PV-Anlagen und die installierte Anlagenleistung in den Bezirken Berlins (Erfassungsstand 14.01.2021, Stand der Stromeinspeisung 31.12.2016)
Tab. 3: Anzahl der PV-Anlagen und die installierte Anlagenleistung in den Bezirken Berlins (Erfassungsstand 14.01.2021, Stand der Stromeinspeisung 31.12.2016)
Bild: Umweltatlas Berlin

Da die Anlagen oft mehr Strom produzieren als zur Eigenversorgung benötigt wird, wird der überschüssige Strom ins Stromnetz eingespeist. In Berlin macht dies etwa die Hälfte des PV-Stroms aus. Dabei hat sich die eingespeiste Menge seit 2012 kontiniuerlich von ca. 43 GWh in 2012 auf den höchsten Wert von 60 G Wh in 2015 gesteigert (siehe Abb. 3). Im Jahr 2016 ist für Berlin ein geringfügiger Rückgang feststellbar. Seit 2012 haben die Bezirke Marzahn-Hellersdorf (+86 %), Mitte (+70 %) und Reinickendorf (+95 %) die größten Zunahmen verzeichnet. Die absolut höchsten Mengen an Strom speisen entsprechend dem Datenstand bis Ende 2016 die Bezirke Marzahn-Hellersdorf (9.417,5 MWh) und Treptow-Köpenick (6.801,5 MWh) ein (vgl. Tab. 3). Deutlich ist ein Schwerpunkt der Stromeinspeisung in den nördlichen und östlichen Bezirken zu erkennen. In Friedrichshain-Kreuzberg wird am wenigsten Strom in das Netz eingespeist, dort befinden sich aber auch die wenigsten Anlagen mit einer geringen Gesamtleistung. Auf der kleinteiligeren Ebene der Postleitzahlenbereiche heben sich, wie bereits bei der installierten Leistung der Anlagen, erwartungsgemäß wieder deutlich die durch Einzelhausbebauung geprägten Wohngebiete im westlichen Teil von Spandau mit Einspeisewerten von über 500 MWh hervor.

Bildvergrößerung: Abb. 3: Stromeinspeisung der Photovoltaikanlagen auf der Ebene der Bezirke Berlins (Erfassungsstand 31.12.2016)
Abb. 3: Stromeinspeisung der Photovoltaikanlagen auf der Ebene der Bezirke Berlins (Erfassungsstand 31.12.2016)
Bild: Umweltatlas Berlin

Die relativen Deckungsraten der Photovoltaik schwanken in den Bezirken zwischen 3,82 % in Charlottenburg-Wilmersdorf und 15,79 % in Marzahn-Hellersdorf (vgl. Tab.4).

Die ermittelten relativen Deckungsraten zwischen Potenzial und Bestand für die Bezirke und Postleitzahlengebiete fallen auf den ersten Blick verhältnismäßig niedrig aus. Die Gründe dafür liegen jedoch in der Abweichung des theoretisch berechneten vom technisch realisierbaren Potenzial, die, um verlässliche Aussagen treffen zu können, im Einzelnen durch weitere Untersuchungen und Berechnungen konkretisiert werden müssten.

Im Gegensatz zur Darstellungsebene der Bezirke sind auf der kleinteiligeren Ebene der Postleitzahlbereiche weitaus höhere Deckungsraten (> 20 %) sichtbar. Dazu gehören nicht nur Postleitzahlgebiete in den beiden Bezirken mit den höchsten Deckungsraten (Marzahn-Hellersdorf und Treptow-Köpenick), sondern auch Gebiete in den Bezirken Reinickendorf, Pankow und Tempelhof-Schöneberg. Gleichzeitig gibt es Postleitzahlbereiche, wo die Deckungsraten kleiner als 1 % sind, die hauptsächlich im Innenstadtbereich liegen. Beide Randbereiche haben ihre Ursachen in der jeweiligen Bebauungs- und damit Anlagenstruktur.

Ein hoher Anteil an privaten Ein- und Zweifamilienhäusern, wie er im Außenbereich der Stadt deutlich häufiger als im Stadtinnenbereich anzutreffen ist, führt zu einer höheren Anlagendichte kleinerer Anlagen. Da aber auch die zur Verfügung stehende Dachfläche pro Gebäude geringer ist als etwa in den Flachdachbereichen zahlreicher Gewerbegebiete, führt dies zu höheren Werten bei den Deckungsgraden im Verhältnis zu den potenziell möglichen Stromerzeugungswerten bei PV-Anlagen in Einzel- und Doppelhausbebauung.

Tab. 4: Relative Deckungsrate PV-Leistung in den Bezirken Berlins (Erfassungsstand PV-Anlagen 14.01.2021 (Potenzial in Relation zur installierten Leistung))
Tab. 4: Relative Deckungsrate PV-Leistung in den Bezirken Berlins (Erfassungsstand PV-Anlagen 14.01.2021 (Potenzial in Relation zur installierten Leistung))
Bild: Umweltatlas Berlin

Karte 08.09.2 Solarthermie (ST)

Die fortgeschriebenen Daten auf der Basis ergänzender Informationen durch das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) weisen für die Gesamtstadt rund 7.980 Solarthermieanlagen auf den Gebäudedächern aus.

Sowohl die kleinräumige Darstellung der Einzelanlagen als auch die Aggregation auf die Raumbezüge Postleitzahl- und Bezirksebene verdeutlichen, dass die größte Anzahl der Anlagen im Außenbereich der Stadt installiert sind. Auf Bezirksebene ist zu sehen, dass mit jeweils über 1.000 Anlagen Schwerpunkte in den Bezirken Steglitz-Zehlendorf, Treptow-Köpenick und Marzahn-Hellersdorf vorliegen (vgl. Tab. 5). Hierbei handelt es sich – vergleichbar der Situation im PV-Anlagenbereich – um kleinere Objekte (im Mittel 9-11 m²) auf Ein- und Zweifamilienhäusern in privater Nutzung, die vorrangig zur Warmwasserbereitung genutzt werden (IP SYSCON 2016) und so eine wichtige energetische Unterstützung leisten. Im Innenstadtbereich, in den Bezirken Friedrichshain-Kreuzberg, Mitte, Charlottenburg-Wilmersdorf und Lichtenberg, sind dagegen deutlich weniger Anlagen (zum Teil deutlich unter 500) installiert, dafür jedoch auch solche mit großem elektrischen Leistungs- bzw. Wärmegewinnungspotenzial (Kollektorfläche im Mittel 15-37 m²). Diese befinden sich auf Gebäuden mit öffentlicher oder industriell-gewerblicher Nutzung. Interessant ist darüber hinaus, dass (bezogen auf den Stand 31.12.2015) unter den zehn größten solarthermischen Anlagen Berlins sechs auf Mehrfamilienhäusern installiert sind, also der energetischen Unterstützung im Wohnbereich dienen.

Tab. 5: Anzahl (Erfassungsstand 31.12.2020), Betreiberstatus und Kollektorfläche (jeweils Erfassungsstand 31.12.2015) der Solarthermie-Anlagen in den Bezirken Berlins
Tab. 5: Anzahl (Erfassungsstand 31.12.2020), Betreiberstatus und Kollektorfläche (jeweils Erfassungsstand 31.12.2015) der Solarthermie-Anlagen in den Bezirken Berlins
Bild: Umweltatlas Berlin