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Fischfauna

Zusammenfassung

Der Mensch hat es den Fischen in Berliner Seen und Flüssen nie leicht gemacht. Wegen des träge fließenden Wassers wurde bereits im Mittelalter das Wasser gestaut, um Mühlen zu betreiben. Schiffe kamen vom 17. Jahrhundert an schneller voran, weil Flüsse begradigt wurden. Hierfür benötigte Stau- und Wehranlagen konnten Wanderfische nun aber nicht mehr überwinden. Und als vom 19. Jahrhundert an Abwässer aus Fabriken und der Kanalisation in Havel und Spree eingeleitet wurden, verloren in der Folge viele Fischarten ihren Lebens- und Laichraum. Bachneunauge, Zährte oder Barte starben aus.

Seitdem durch wachsendes Umweltbewusstsein sich langsam die Wasserqualität wieder verbessert, erholen sich entsprechend auch die Fischbestände. Zuletzt wurden bei der Auswertung von 153 Berliner Gewässern 38 Fischarten nachgewiesen. Im Netz der Havelseen finden sich mit 31 die meisten; Schlusslicht ist der Rummelsburger See, wo nur sechs Arten heimisch sind. Besonders verbreitet sind Plötze, Barsch und Hecht. Aber auch die seltene Schmerle, seit 1920 verschollen, ist mittlerweile wieder anzutreffen. Diese positive Entwicklung können Sie an Bestandsaufnahmen aus den Jahren 1993, 2004 und 2013 nachvollziehen.

Die rechtlichen Bedingungen für die Verbesserungen setzte im Jahr 2000 die Europäische Wasserrahmenrichtlinie. Sie strebt an, dass sich die ökologische Qualität von Flüssen und Seen in der EU wieder verbessert.