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Solaranlagen 2021

Methode

Die beiden Kartenthemen bestehen jeweils aus mehreren thematischen und räumlich unterschiedlichen Ebenen; dies hat datenschutzrechtliche, aber auch fachliche Gründe. Die Ebenen sind voneinander unabhängig aussagekräftig; Überlagerungen der einzelnen flächig ausgeprägten Ebenen erzeugen keinen zusätzlichen Informationsgehalt.

Im Einzelnen bestehen die Karten aus folgenden Fachlayern:

Karte 08.09.1 Photovoltaik enthält 9 Ebenen:

  • Standorte der PV-Anlagen für Kleinanlagen bis 30 kW (nicht lagegetreu) und über 30 kW
  • Installierte Leistung der PV-Anlagen getrennt pro Bezirk und pro Postleitzahlbereich
  • PV-Stromeinspeisung getrennt pro Bezirk und pro Postleitzahlbereich
  • Theoretisches PV-Potenzial pro Gebäude
  • Relative Deckungsrate PV getrennt pro Bezirk und pro Postleitzahlbereich (Verhältnis der theoretisch erzielbaren zur bereits installierten Erzeugungsleistung).

Karte 08.09.2 Solarthermie enthält 4 Ebenen:

  • Standorte der ST-Anlagen (Darstellung aus Datenschutzgründen im Maßstabsbereich eingeschränkt)
  • Summe der ST-Anlagen getrennt pro Bezirk und pro Postleitzahlbereich
  • Theoretisches ST-Potenzial pro Gebäude.

Karte 08.09.1 Photovoltaik

Eine Besonderheit in der Methodik zur Erstellung der PV-Karten besteht darin, dass mit der Novellierung des EEG im August 2014 die Bundesnetzagentur als zentrale und deutschlandweit einheitliche Institution die Pflicht der Veröffentlichung von PV-Anlagendaten übernahm. Bis zu diesem Zeitpunkt lag die Pflicht der Veröffentlichung der PV-Anlagendaten bei den Netzbetreibern, die in der Regel zu allen Anlagen Angaben zu Adresse und Generatorleistung über eine eigene Internetseite veröffentlicht hatten. Die Bundesnetzagentur publiziert auf Grund von Datenschutzvorgaben zu Anlagen kleiner 30 kWp nur die Postleitzahl des Anlagenstandortes, die detaillierte Adresse mit Straße und Hausnummer wird erst ab einer Leistung ab 30 kWp angegeben.

Kartenebene „Standorte der PV-Anlagen für Kleinanlagen bis 30 kW (nicht lagegetreu) und über 30 kW”:

Der Datensatz beinhaltet nur Anlagen, die nach EEG gefördert werden. Anlagen, die nicht in das Stromnetz einspeisen und den Strom ausschließlich zur Eigenversorgung nutzen, sind in der Darstellung nicht berücksichtigt. Dies gilt z.B. für netzferne Anlagen bzw. Inselanlagen, wie beispielsweise PV-Module auf Parkautomaten, Parkbeleuchtungsanlagen und in Kleingartenanlagen.

Die Verortung für Anlagen über 30 kW erfolgte anhand der Adressangaben der gemeldeten Anlagendaten. Es ist nicht auszuschließen, dass im Einzelfall geringe räumliche Abweichungen zum tatsächlichen Anlagenstandort entstehen, da eine dachspezifische Verortung nicht immer erfolgen konnte. Aufgrund von datenschutzrechtlichen Vorgaben werden Anlagen bis 30 kW nicht lagegetreu dargestellt, sondern auf die Mitte des jeweiligen Postleitzahlengebietes zusammengefasst.

Die Daten der PV-Anlagen für die Jahre 2017 – Januar 2021 basieren auf vorläufigen Darstellungen des Markstammdatenregisters bzw. der EEG-Anlagenregister der Bundesnetzagentur. Aufgrund der noch anhaltenden Einpflege von Bestandsanlagen sind die Darstellungen aktuell noch unvollständig. Diese werden im Rahmen der Fortschreibung jedoch sukzessive ergänzt, so dass die Darstellungen schrittweise vervollständigt werden.

Kartenebenen „Installierte Leistung der PV-Anlagen pro Bezirk und pro Postleitzahlbereich”:

Der Datensatz beinhaltet nur Anlagen, die nach EEG gefördert werden. In der (bis August 2017 in Kraft befindlichen) Anlagenregisterverordnung wurden alle Stamm- und Abrechnungsdaten für in der Vergangenheit von den Übertragungsnetzbetreibern gemeldeten PV-Anlagen zusammengefasst. Diese Daten sind adressscharf und wurden je Bezirk und Postleitzahlgebieten aufsummiert.

Kartenebenen „PV-Stromeinspeisung pro Bezirk und pro Postleitzahlbereich”:

Die dargestellten Daten zur Stromeinspeisung umfassen die durch die Stromnetz Berlin GmbH ermittelten, abgerechneten Mengen, aggregiert auf Bezirke und Postleitzahlgebiete. Bei den Stromeinspeisungen liegen die gemessenen und die gemäß der gültigen, festgelegten Marktprozesse abgerechneten Daten vor. Die vorliegenden Jahreswerte sind nicht als abschließend zu betrachten, sondern es können sich beispielsweise aufgrund von Rechnungskorrekturen im Einzelfall noch Änderungen ergeben haben.

In einzelnen Gebieten können nennenswerte jährliche Schwankungen von Stromeinspeisungen auftreten. Konkrete Gründe dafür können z. B. Witterungsschwankungen, Anlagenzubau oder Betriebsausfall sein. Auf Grundlage der vorhandenen Daten ist es jedoch nicht möglich, die ursächlichen Gründe eindeutig zu bestimmen.

Kartenebene „Theoretisches PV-Potenzial pro Gebäude”

Zur Ermittlung der PV-Potenziale im Rahmen der Erstellung des Solaratlas Berlin wurden bestehende Datengrundlagen wie beispielsweise Orthophotos und ALK-Gebäudegrundrisse verwendet sowie transparente Berechnungsgrundlagen zugrunde gelegt (vertiefende Informationen in BLC 2011). Dachflächen, die bereits mit PV-Anlagen belegt sind, werden in der Karte nicht differenziert dargestellt. Zudem sind Entwicklungen an Gebäuden, die nach dem Datenerhebungsstand (Jahresende 2013) errichtet, verändert oder abgerissen wurden, nicht berücksichtigt.

Im Ergebnis der Analyse werden die Dachflächen in drei Eignungsklassen eingeteilt: Sehr gut geeignet (> 95 % der in Berlin max. möglichen Jahreseinstrahlung), gut geeignet (90 – 95 %) und bedingt geeignet (80 – 90 %). Im Detail kann die Methodik hier nachgelesen werden. Die vierte Darstellungsklasse umfasst alle als „nicht geeignet" klassifizierten Dachflächen.

Mit der Potenzialanalyse ist Berlin in der Lage, erste Abschätzungen für die zukünftige Nutzung und Produktion von Solarstrom (z. B. für Gebäudeeigentümer) in der Stadt abzugeben. Diese Informationen ersetzen jedoch nicht die weiterhin erforderliche fachliche Begutachtung des Einzelobjekts vor einer Detailplanung und dem Bau einer Solaranlage hinsichtlich Parametern wie Statik des Daches etc. Eine technische Eignung wird daher nicht zugesichert und bedarf der Prüfung des Einzelfalls.

Kartenebenen „Relative Deckungsrate der tatsächlichen zur theoretisch erzielbaren PV-Leistung pro Bezirk und pro Postleitzahlbereich"

Die Daten sind das Ergebnis einer Berechnung aus den theoretisch erzielbaren PV-Potenzialen für sehr gut geeignete Dachflächen, die im Rahmen der Potenzialanalyse des Solaratlas Berlin ermittelt wurden (siehe vorheriger Abschnitt), und den Bestandsdaten der (bis August 2017 in Kraft befindlichen) Anlagenregisterverordnung (siehe Abschnitte oben), über die die tatsächlich gemessenen Einspeisungen vorlagen.

Die ermittelten relativen Deckungsraten zwischen Potenzial und Bestand für die Bezirke und Postleitzahlgebiete fallen auf den ersten Blick verhältnismäßig niedrig aus. Die Gründe dafür liegen jedoch in der Abweichung des theoretisch berechneten vom technisch realisierbaren Potenzial, die, um verlässliche Aussagen treffen zu können, im Einzelnen durch weitere Untersuchungen und Berechnungen konkretisiert werden müssten.

Karte 08.09.2 Solarthermie

Auf die Tasache, dass im Solaranlagenkataster mit seinem finalen Stand 31.12.2015 nicht alle realen Anlagen erfasst werden konnten, wird an dieser Stelle nochmals hingewiesen. Die Differenz zwischen den Standortdaten des Katasters und dem Fortschreibungsstand Ende 2020 auf aggregierter Ebene beträgt rund 675 Anlagen Zubau in fünf Jahren.

Kartenebene „Standorte der ST-Anlagen"

Die Darstellung der Anlagenstandorte (Erfassungsstand 31.12.2015) ist aufgrund von Datenschutzauflagen nur für bestimmte Maßstabsbereiche zulässig, so dass die Solarthermie-Anlagen erst ab einem Zoom von 1:15.000 dargestellt werden.

Kartenebenen „Summe der ST-Anlagen getrennt pro Bezirk und pro Postleitzahlgebiet

Die dargestellten Daten umfassen auch Aktualisierungen für die Jahre 2016 bis 2020 durch Ergänzungen auf der Basis von Zulieferungen des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA). Diese Daten sind allerdings nur auf Postleitzahlebene als kleinsträumigster Einheit verfügbar, so dass zwar summenmäßig auf Postleitzahl- und Bezirksebene eine Ergänzung der Gesamtzahl erfolgen konnte, jedoch nicht bei der Verortung von Einzelanlagen.

Kartenebene „Theoretisches ST-Potenzial auf Gebäudeebene"

Zur Ermittlung der PV-Potenziale im Rahmen der Erstellung des Solaratlas Berlin wurden bestehende Datengrundlagen wie beispielsweise Orthophotos und ALK-Gebäudegrundrisse verwendet sowie transparente Berechnungsgrundlagen zugrunde gelegt (vertiefende Informationen in BLC 2011).

Als geeignet für solarthermische Anlagen wurden Dachflächen betrachtet, deren maximal mögliche Jahreseinstrahlung größer als 80 % ist und deren Fläche mindestens 5 m² bei geneigten und 15 m² bei flachen Dächern beträgt. Eine weitergehende Klassifizierung wurde aufgrund der stark nutzungsabhängigen Eignung nicht vorgenommen.

Mit der Potenzialanalyse ist Berlin in der Lage, erste Abschätzungen für die zukünftige Nutzung und Produktion von Solarwärme (z. B. für Gebäudeeigentümer) in der Stadt abzugeben. Diese Informationen ersetzen jedoch nicht die weiterhin erforderliche fachliche Begutachtung des Einzelobjekts vor einer Detailplanung und dem Bau einer Solaranlage hinsichtlich Parametern wie Statik des Daches, Wärmebedarf etc. Eine technische Eignung wird daher nicht zugesichert und bedarf der Prüfung des Einzelfalls.