Inhaltsspalte

Umweltgerechtigkeit Berlin 2013

Die vier Integrierten Mehrfachbelastungskarten

Umweltgerechtigkeit kann nur als ein multidimensionales Thema betrachtet werden, es bedarf der integrierten Analyse und zusammenführenden Darstellung verschiedener Umweltbelastungen, aber auch von Umweltressourcen in ihrer sozialräumlichen Verteilung.

Im Ergebnis des zweistufigen Umweltgerechtigkeitsmonitorings wurden folgende (integrierte) Mehrfachbelastungskarten erarbeitet:

  1. Integrierte Mehrfachbelastungskarte Umwelt“,
    sie zeigt die vier umweltbezogenen Mehrfachbelastungen (Kernindikatoren Luft, Lärm, Thermische Belastung und Grünflächenversorgung);
  2. Integrierte Mehrfachbelastungskarte Umwelt und Soziale Problematik“,
    sie erweitert die erste Karte um den 5. Kernindikator Soziale Problematik (vgl. Abb. 9),
  3. Integrierte Mehrfachbelastungskarte – thematisch”,
    in dieser Karte wird die Art der Umweltbelastung in den einzelnen Planungsräumen der Stadt qualitativ abgebildet (vgl. Abb. 10);
  4. Berliner Umweltgerechtigkeitskarte 2014/15“,
    sie stellt neben den fünf Kernindikatoren noch das besonders hohe Gesundheitsrisiko sowie die Betroffenheit (Anzahl der Einwohnerinnen und Einwohner in den Planungsräumen) dar.

Ergebnisse im stadtweiten Vergleich

Die Auswertung zeigt: die Umweltgerechtigkeit ist im Stadtgebiet sehr unterschiedlich verteilt. Es gibt mithin eine hohe Dringlichkeit für die weitere Konkretisierung der Datenerfassung und -analyse und daraus abzuleitender Maßnahmen. Dabei zeigt sich zugleich die enge Abhängigkeit zwischen dem Sozial-Index und den betrachteten Umweltindikatoren:

Kernindikator
Bild: Umweltatlas Berlin

Die Korrelation dieser Mehrfachbelastung der Umweltvariablen mit dem Sozial-Index zeigt den Zusammenhang, also den Grad der Umwelt un gerechtigkeit, in Berlin auf.

So weisen die zwei-, drei- oder gar vierfach umweltbelasteten Planungsräume einen deutlich höheren Anteil an niedrigen und sehr niedrigen Indexwerten auf. Im Gegensatz dazu sind PLR ohne Umweltbelastung ganz wesentlich durch sehr hohe/hohe Indexwerte geprägt.

Schwerpunktbereich Innenstadt

Die Analyse der räumlichen Verteilung der Umweltungerechtigkeit zeigt die deutliche Konzentration im Innenstadtbereich Berlins, wie zum Beispiel die hohe Mehrfachbelastung durch Umweltfaktoren und das Zusammentreffen mit niedrigem sozialen Status im nördlichen Bereich des Bezirks Friedrichshain-Kreuzberg, im Wedding, dem südlichen Bereich des Bezirks Reinickendorf, und in Nord-Neukölln. Eine sehr geringe/geringe Umweltbelastung und ein sehr hoher/hoher sozialer Status, finden sich dagegen vor allem in den äußeren Bezirken.

Bei genauerem Blick auf die Zahlen, insbesondere im Schwerpunktbereich Innenstadt, ergibt sich folgende Situation:

  • in der erweiterten Innenstadt wohnen insgesamt rund 1,58 Mio. Einwohnerinnen und Einwohner. Betrachtet man die von einzelnen Kernindikatoren betroffene Bevölkerung, so ist ein Anteil von etwa 200.000 (12,7 %) von einer hohen Lärmbelastung, ca. 730.000 (46,2 %) von hoher Luftbelastung, 870.000 (55,1 %) von einer schlechten Grünflächenversorgung sowie rund 1,45 (91,8 %) Mio. Einwohnerinnen und Einwohner von einer hohen bioklimatischen Belastung betroffen.
  • Auch bei der Zahl der mehrfach betroffenen Planungsräume ist das Schwerpunktgebiet überproportional vertreten. So befinden sich hier 1 PLR mit einer 5-fachen Belastung (von 3 insgesamt), 11 von 17 mit einer 4-fachen Belastung sowie 59 von 71 mit einer 3-fachen Belastung.
  • Die überproportionale Belastung spiegelt sich vergleichbar der Einwohnerbetroffenheit, auch bei den einzelnen Indikatoren wider. Von den 173 PLR im „Vorranggebiet Luftreinhaltung“ sind beim Lärm insgesamt 29 (6,5 % aller Berliner PLR), im Bereich Luftschadstoffe 85 (19,0 %), im Bereich Grünversorgung 81 (18,1 %), im Bereich thermische Belastung 152 (34,0 %) sowie im Bereich Sozialstruktur 42 (9,4 %) PLR hoch bzw. sehr hoch belastet. Von den 173 PLR innerhalb des Innenstadtbereichs haben 64 (37,0 % der „Innenstadt-PLR“) Räume eine überwiegend (d.h. mehr als 66 % der Adressen) einfache Wohnlage, hiervon sind 10 (5,8 %) zusätzlich von sehr hoher Lärm- und/oder Luftbelastung betroffen.

Bezirkliche Auswertung

Der Blick auf die Bezirke zeigt nach den oben stehenden Aussagen – nicht überraschend – eine massive Ungleichheit der Verteilung der Mehrfachbelastung.

Bezogen auf die Anteile der Betroffenheit der . Einwohnerinnen und Einwohner ist der Bezirk Mitte am stärksten belastet. Über 50% der Bewohner sind mindestens dreifach belastet. Weitere Bezirke mit einem relativ hohen Anteil mehrfach betroffener Bevölkerung sind Tempelhof-Schöneberg, Neukölln und Charlottenburg-Wilmersdorf. Dagegen stellen Treptow-Köpenick und Steglitz-Zehlendorf die Bezirke mit den prozentual am wenigsten durch Mehrfachbelastung betroffenen Bewohnern dar.

Deutlich wird auch, dass innerhalb der Bezirke selbst eine unterschiedliche Betroffenheit vorzufinden ist. Fast immer sind die innerstädtischen, dicht bebauten Ortsteile (z.B. Neukölln-Nord) gegenüber den offener geprägten Bereichen benachteiligt.

Dort, wo auch in äußeren Ortsteilen Berlins gründerzeitlich verdichtete Strukturen oder Großsiedlungen (gleich ob Ost oder West) zu finden sind (z.B. Spandau und Marzahn), sind regelmäßig auch höhere Kategorien der Belastung anzutreffen.

Ergebnisse im Bezirksvergleich

Bezirksübergreifend

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Abb. 8: Anteil der Einwohnerinnen und Einwohner je Bezirk an den Kategorien der Mehrfachbelastung in %
Bild: Planergemeinschaft Kohlbrenner eG 2015c
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Abb. 9: Anteil der Planungsräume je Bezirk an den Kategorien der Mehrfachbelastung in absoluten Zahlen
Bild: Planergemeinschaft Kohlbrenner eG 2015c

Bezirksbezogen:

Bezirk Mitte

Darstellung der Kernindikatoren der Planungsräume im Vergleich zur Gesamtstadt

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Abb. 10: Mehrfachbelastung im Bezirk Mitte durch die Kernindikatoren Lärm, Luftbelastung, Grünversorgung, thermische Belastung sowie Status-Index (Soziale Problematik) nach Planungsräumen
Bild: Planergemeinschaft Kohlbrenner eG 2015c
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Abb. 11: Mehrfachbelastung im Bezirk Mitte durch die Kernindikatoren Lärm, Luftbelastung, Grünversorgung, thermische Belastung sowie Status-Index (Soziale Problematik) nach betroffenen Einwohnerinnen und Einwohnern in allen Planungsräumen (Abweichungen sind rundungsbedingt)
Bild: Planergemeinschaft Kohlbrenner eG 2015c

Gesamteinordnung im Berliner Maßstab

Mitte stellt einen der am stärksten belasteten Bezirke Berlins dar: Mit 8 von 20 Planungsräumen in Fünf- und Vierfachbelastung (d.h. 40,0 %) befinden sich hier eine überproportional hohe Zahl von hoch belasteten Räumen. Noch deutlicher wird diese Problematik beim Blick auf die Einwohnerzahl. Hier stellt der Bezirk Mitte knapp die Hälfte aller betroffenen Berlinerinnen und Berliner, die in den am stärksten belasteten Räumen leben (99.481 von insgesamt 204.116 aller Berlinerinnen und Berliner (48,7 %)).

Räumliche Schwerpunkte der Mehrfachbelastung

Flächenmäßig ausgeprägt sind besonders belastete Räume der nördlichen Ortsteile Wedding außerhalb der Ringbahn (PLR Westliche Müllerstraße, Reinickendorfer Straße, Sparrplatz, Soldiner Straße, Gesundbrunnen) sowie das westliche Moabit (PLR Beusselkiez, Heidestraße). Die historische Innenstadt bildet ebenfalls einen deutlich belasteten Raum, Spandauer und Rosenthaler Vorstadt (PLR Oranienburger Straße, Charitéviertel, Invalidenstraße) sind dagegen vergleichsweise weniger stark belastete Teilräume des Bezirks.

Inhaltliche Schwerpunkte der Mehrfachbelastung

Nahezu durchgängig problematisch (hohe Kategorien) ist die thermische Belastung in den i.d.R. hochverdichteten, eng bebauten Bereichen. Während der Prognoseraum Zentrum (0101) nahezu flächendeckend eine hohe Luftbelastung aufweist, finden sich in den übrigen Prognoseräumen in höherem Maße mittel belastete Planungsräume. Gegenläufig stellt sich die Verteilung bei der sozialen Situation dar, hier ist der Prognoseraum Zentrum (0101) – im Gegensatz zu den anderen Prognoseräumen – überwiegend als durchschnittlich, teilweise sogar gut einzustufen.

Zahl der Betroffenen in den besonders belasteten Planungsräumen

Deutlich wird die besondere Belastung der Prognoseräume Gesundbrunnen (0103) und Wedding (0104) und in geringerem Maße Moabit (0102) bei Einbeziehung der Bevölkerungszahlen in den höchsten Belastungskategorien 4 und 5. Von insgesamt 348.102 Einwohnerinnen und Einwohnern (28,7 %) leben 99.481 Personen in diesen Prognoseräumen.

Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg

Darstellung der Kernindikatoren der Planungsräume im Vergleich zur Gesamtstadt

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Abb. 12: Mehrfachbelastung im Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg durch die Kernindikatoren Lärm, Luftbelastung, Grünversorgung, thermische Belastung sowie Status-Index (Soziale Problematik) nach Planungsräumen
Bild: Planergemeinschaft Kohlbrenner eG 2015c
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Abb. 13: Mehrfachbelastung im Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg durch die Kernindikatoren Lärm, Luftbelastung, Grünversorgung, thermische Belastung sowie Status-Index (Soziale Problematik) nach betroffenen Einwohnerinnen und Einwohnern in allen Planungsräumen (Abweichungen sind rundungsbedingt)
Bild: Planergemeinschaft Kohlbrenner eG 2015c

Gesamteinordnung im Berliner Maßstab

Der Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg gehört hinsichtlich der Umweltgerechtigkeit zu den am stärksten benachteiligten Bezirken in Berlin. Zwei- bis Dreifachbelastung der Planungsräume ist die Regel. Die Zahl der durch mehrere Kernindikatoren negativ betroffenen Einwohnerinnen und Einwohner ist ebenfalls höher als im Berliner Durchschnitt (Bezirk 212.898 (77,8 %), Berlin 1.771.903 betroffene Personen (50,4 %)).

Räumliche Schwerpunkte der Mehrfachbelastung

Der Bezirk ist insgesamt Schwerpunkt der Belastungen, nur einige Planungsräume, etwa in Angrenzung zur Tempelhofer Freiheit (PLR Chamissokiez), im Kreuzberger Osten (östlich und westlich des Görlitzer Parks, PLR Reichenberger Straße, Wrangelkiez) sowie im Friedrichshainer Westen (PLR Barnimkiez, Weberwiese) weisen eine einfache Belastung auf.

Inhaltliche Schwerpunkte der Mehrfachbelastung

Mit Ausnahme der (nur wenig unterdurchschnittlichen) Lärmbelastung sind alle Kernindikatoren und die soziale Situation deutlich schlechter als im Berliner Mittelwert. Ansätze für Handlungsbedarf gibt es mithin in nahezu allen Feldern der Umweltgerechtigkeit.

Zahl der Betroffenen in den besonders belasteten Planungsräumen

Sehr gering ist der Anteil der Bürger und Bürgerinnen aus Friedrichshain-Kreuzberg, die in einem unbelasteten Planungsraum leben. 77,8 % aller Personen (212.898 EW) leben in Planungsräumen mit mindestens zwei Belastungen. Sie sind folglich neben den Herausforderungen aufgrund der sozialen Situation mindestens immer noch einer Gesundheitsbelastung ausgesetzt.

Bezirk Pankow

Darstellung der Kernindikatoren der Planungsräume im Vergleich zur Gesamtstadt

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Abb. 14: Mehrfachbelastung im Bezirk Pankow durch die Kernindikatoren Lärm, Luftbelastung, Grünversorgung, thermische Belastung sowie Status-Index (Soziale Problematik) nach Planungsräumen
Bild: Planergemeinschaft Kohlbrenner eG 2015c
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Abb. 15: Mehrfachbelastung im Bezirk Pankow durch die Kernindikatoren Lärm, Luftbelastung, Grünversorgung, thermische Belastung sowie Status-Index (Soziale Problematik) nach betroffenen Einwohnerinnen und Einwohnern in allen Planungsräumen (Abweichungen sind rundungsbedingt
Bild: Planergemeinschaft Kohlbrenner eG 2015c

Gesamteinordnung im Berliner Maßstab

Hinsichtlich der Verteilung der Planungsräume nach Belastung liegt Pankow in etwa im Berliner Durchschnitt. Gleiches gilt bezogen auf die Verteilung der Bevölkerung für die unterschiedlichen Stufen der Belastung.

Räumliche Schwerpunkte der Mehrfachbelastung

Schwerpunkt der mehrfach belasteten Planungsräume sind die innerstädtischen Teile des Bezirks und der Innenstadtrand. Dabei liegen die problematischsten Planungsräume in den Prognoseräumen Nördlicher und Südlicher Prenzlauer Berg (0306 bzw. 0307), die durch gründerzeitliche Bebauung sowie durch Wohn- und Gewerbenutzung geprägt sind.

Inhaltliche Schwerpunkte der Mehrfachbelastung

Im Bereich der vier umweltgeprägten Kernindikatoren ergibt sich bei der Luftbelastung eine deutliche Abweichung vom Berliner Durchschnitt nach oben (Bezirk 72,5 %, Berlin 57,9 %). Auffällig ist zudem der hohe Anteil der mittleren Problemdichte (Bezirk 87,5 %, Berlin 59,1 %). Die übrigen Kernindikatoren liegen im Berliner Durchschnitt.

Zahl der Betroffenen in den besonders belasteten Planungsräumen

Während der Anteil der nicht oder weniger belasteten Planungsräume (ein- und zweifach) über dem Berliner Durchschnitt liegt, ist die Zahl der betroffenen Einwohnerinnen und Einwohner anteilig höher als in der Gesamtstadt. Zu nennen sind hier vor allem die Personen, die in zweifach belasteten Planungsräumen leben (37,7 % in Pankow, 27,2 % im Berliner Durchschnitt). Dort wird sich die hohe Bevölkerungsdichte in den innerstädtischen Planungsräumen auswirken.

Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf

Darstellung der Kernindikatoren der Planungsräume im Vergleich zur Gesamtstadt

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Abb. 16: Mehrfachbelastung im Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf durch die Kernindikatoren Lärm, Luftbelastung, Grünversorgung, thermische Belastung sowie Status-Index (Soziale Problematik) nach Planungsräumen
Bild: Planergemeinschaft Kohlbrenner eG 2015c
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Abb. 17: Mehrfachbelastung im Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf durch die Kernindikatoren Lärm, Luftbelastung, Grünversorgung, thermische Belastung sowie Status-Index (Soziale Problematik) nach betroffenen Einwohnerinnen und Einwohnern in allen Planungsräumen (Abweichungen sind rundungsbedingt)
Bild: Planergemeinschaft Kohlbrenner eG 2015c

Gesamteinordnung im Berliner Maßstab

Im Vergleich zu Gesamtberlin schneidet der Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf in der Summe der Nicht-, Einfach- und Zweifachbelastung schlechter ab (Bezirk PLR mit keiner, 1-fach- und 2-fach-Belastung 73,7 %, Berlin 79,6 %). Auch in der Zahl der belasteten Einwohnerinnen und Einwohner spiegelt sich diese Einordnung wider (Bezirk 221.782 (68,7 %), Berlin 2.702.351 (76,8 %)).

Räumliche Schwerpunkte der Mehrfachbelastung

Ringbahn bzw. Stadtautobahnring bilden eine vergleichsweise klare Grenze zwischen nicht und wenig belasteten Planungsräumen sowie der vergleichsweise homogen (zwei- bis dreifach) belasteten westlichen Innenstadt. Die mehrfach belasteten Planungsräume außerhalb der Innenstadt (z.B. PLR Königin-Elisabeth-Straße, Schlangenbader Straße) sind verkehrlich hoch belasteten Bereichen zuzuordnen (Bundesautobahn, Bahnanlagen).

Inhaltliche Schwerpunkte der Mehrfachbelastung

Bei der Betrachtung der einzelnen Kernindikatoren ergeben sich für die Grünversorgung und die Luftbelastung, im gesamtstädtischen Vergleich, Abweichungen vom Durchschnitt nach unten. Hinsichtlich der sozialen Situation liegt der Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf über dem Berliner Niveau.

Zahl der Betroffenen in den besonders belasteten Planungsräumen

Da sich die Bevölkerung in Charlottenburg-Wilmersdorf in den innerstädtischen Planungsräumen mit i.d.R. höheren Belastungen konzentriert, ist die Zahl der Betroffenen, die in vier- und dreifach belasteten PLR lebt, anteilig deutlich höher als im Berliner Durchschnitt (Bezirk 31,3 %, Berlin 22,6 %). Insgesamt leben 101.088, d.h. knapp ein Drittel aller Einwohnern und Einwohnerinnen des Bezirkes Charlottenburg-Wilmersdorf, in PLR mit Drei- bzw. Vierfachbelastung.

Bezirk Spandau

Darstellung der Kernindikatoren der Planungsräume im Vergleich zur Gesamtstadt

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Abb. 18: Mehrfachbelastung im Bezirk Spandau durch die Kernindikatoren Lärm, Luftbelastung, Grünversorgung, thermische Belastung sowie Status-Index (Soziale Problematik) nach Planungsräumen
Bild: Planergemeinschaft Kohlbrenner eG 2015c
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Abb. 19: Mehrfachbelastung im Bezirk Spandau durch die Kernindikatoren Lärm, Luftbelastung, Grünversorgung, thermische Belastung sowie Status-Index (Soziale Problematik) nach betroffenen Einwohnerinnen und Einwohnern in allen Planungsräumen (Abweichungen sind rundungsbedingt)
Bild: Planergemeinschaft Kohlbrenner eG 2015c

Gesamteinordnung im Berliner Maßstab

Im Berliner Vergleich liegt der Bezirk Spandau in etwa im Durchschnitt der Gesamtstadt. Die wenigen mehrfach belasteten Planungsräume östlich, westlich sowie nördlich der Altstadt sind allerdings dicht besiedelt (92.597 EW leben in mehrfach belasteten PLR). Die anstehende Schließung des Flughafens Tegel wird hier voraussichtlich zu einer Entlastung führen, da sich insbesondere der Lärm deutlich verringern wird.

Räumliche Schwerpunkte der Mehrfachbelastung

Den räumlichen Schwerpunkt bilden die Planungsräume in der Neustadt und im Falkenhagener Feld (v.a. PLR Darbystraße, Germersheimer Platz, Eiswerder, Kurstraße, Ackerstraße, Carl-Schurz-Straße, Gartenfelder Straße). Hier finden sich Dreifach- bzw. Vierfachbelastungen (Carl-Schurz-Straße) und zugleich soziale Herausforderungen.

Inhaltliche Schwerpunkte der Mehrfachbelastung

Deutlich positiver als der Berliner Durchschnitt steht der Bezirk Spandau bei der Zahl der Planungsräume mit guter Freiflächenversorgung da (Bezirk 87,2 %, Berlin 55,5 %). Auch bei der Luftbelastung gehört Spandau gesamtstädtisch zu den geringer belasteten Bezirken. Thermische Belastung und Sozialindex bewegen sich in etwa im Berliner Durchschnitt. Deutlicher „Ausreißer“ im negativen Sinn ist der hohe Anteil der Planungsräume mit hoher Verlärmung (PLR mit hoher Lärmbelastung: Bezirk 59 %, Berlin 19,2 %). Der Blick auf die räumliche Verteilung legt den Flughafen Tegel und seine Einflugschneise als wesentliche Ursache nahe.

Zahl der Betroffenen in den besonders belasteten Planungsräumen

Deutlich höher als im Berliner Durchschnitt ist die Zahl der einfach belasteten Betroffenen: 44,7 % der Bevölkerung fallen in diese Kategorie (Berlin 22,4 %). Die übrigen schlechteren Kategorien zeigen dagegen geringere Anteile auf. Insgesamt ergibt sich so gegenüber Berlin ein besseres Gesamtbild.

Bezirk Steglitz-Zehlendorf

Darstellung der Kernindikatoren der Planungsräume im Vergleich zur Gesamtstadt

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Abb. 20: Mehrfachbelastung im Bezirk Steglitz-Zehlendorf durch die Kernindikatoren Lärm, Luftbelastung, Grünversorgung, thermische Belastung sowie Status-Index (Soziale Problematik) nach Planungsräumen
Bild: Planergemeinschaft Kohlbrenner eG 2015c
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Abb. 21: Mehrfachbelastung im Bezirk Steglitz-Zehlendorf durch die Kernindikatoren Lärm, Luftbelastung, Grünversorgung, thermische Belastung sowie Status-Index (Soziale Problematik) nach betroffenen Einwohnerinnen und Einwohnern in allen Planungsräumen (Abweichungen sind rundungsbedingt)
Bild: Planergemeinschaft Kohlbrenner eG 2015c

Gesamteinordnung im Berliner Maßstab

Steglitz-Zehlendorf ist im gesamtstädtischen Vergleich ein Bezirk mit wenigen Umweltbelastungen. Einzig die Planungsräume im verdichteten Bereich des Zentrums Schloßstraße sowie einzelne Planungsräume im Raum Südende/Lankwitz weisen Belastungen auf.

Die Zahl der Betroffenen ist sowohl in Bezug auf die Gesamtbevölkerungszahl des Bezirkes als auch im Berliner Vergleich gering. 16,6 % (49.567 Einwohnerinnen und Einwohner) leben in mehrfach belasteten Planungsräumen.

Räumliche Schwerpunkte der Mehrfachbelastung

Der Altbezirk Zehlendorf ist vollständig als unbelastet zu bewerten. Im früheren Bezirk Steglitz gibt es ein differenzierteres Bild. Der verdichtete, fast schon innerstädtisch geprägte Raum rund um die Schloßstraße und die Wannseebahn bzw. Westtangente weist Planungsräume mit Zwei- und Dreifachbelastungen auf.

Inhaltliche Schwerpunkte der Mehrfachbelastung

Bei allen Kernindikatoren, mit Ausnahme der thermischen Belastung, zeigt der Bezirk Steglitz-Zehlendorf geringere Anteile bei den problematischen Belastungsstufen auf. Demnach ist der Anteil der weniger belasteten Planungsräume hoch. Lediglich 7 von 41 PLR sind mehrfach belastet.

Zahl der Betroffenen in besonders belasteten Planungsräumen

Nahezu drei Viertel (71,0 %) aller Einwohnerinnen und Einwohner leben in unbelasteten Räumen, lediglich etwa 16,6 % der Betroffenen leben in Räumen mit Zwei- oder Dreifachbelastung. Vier- oder fünffach belastete Planungsräume gibt es nicht.

Bezirk Tempelhof-Schöneberg

Darstellung der Kernindikatoren der Planungsräume im Vergleich zur Gesamtstadt

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Abb. 22: Mehrfachbelastung im Bezirk Tempelhof-Schöneberg durch die Kernindikatoren Lärm, Luftbelastung, Grünversorgung, thermische Belastung sowie Status-Index (Soziale Problematik) nach Planungsräumen
Bild: Planergemeinschaft Kohlbrenner eG 2015c
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Abb. 23: Mehrfachbelastung Bezirk Tempelhof-Schöneberg durch die Kernindikatoren Lärm, Luftbelastung, Grünversorgung, thermische Belastung sowie Status-Index (Soziale Problematik) nach betroffenen Einwohnerinnen und Einwohnern in allen Planungsräumen (Abweichungen sind rundungsbedingt)
Bild: Planergemeinschaft Kohlbrenner eG 2015c

Gesamteinordnung im Berliner Maßstab

Hinsichtlich der Verteilung der Planungsräume liegt der Bezirk leicht über den Berliner Durchschnitt. In Bezug auf die betroffenen Einwohnerinnen und Einwohner gibt es zwar keine vier- und fünffach belastete Bevölkerung, gleichzeitig ist aber der Anteil der dreifach belasteten Betroffenen deutlich höher.

Räumliche Schwerpunkte der Mehrfachbelastung

Der innerstädtische Teil des Bezirks Tempelhof-Schöneberg ist flächendeckend durch Mehrfachbelastung unterschiedlichen Grades gekennzeichnet. Auch die südlich an die Ringbahn angrenzenden Räume in Friedenau (0703) und Tempelhof (0704) mit vergleichsweise hoher städtebaulicher Dichte und gemischter Nutzung weisen i.d.R. Zwei- bis Dreifachbelastung auf.

Südlich des Teltowkanals sind keine Planungsräume mit nennenswerten Belastungen anzutreffen.

Inhaltliche Schwerpunkte

Bei vielen Faktoren sind die Abweichungen zum Berliner Durchschnitt relativ gering. Am deutlichsten negativ sind die Abweichungen bei der Luftbelastung. Während der Anteil der PLR mit hoher Luftbelastung im Bezirk Tempelhof-Schöneberg 41,3 % beträgt, beträgt dieser gesamtstädtisch nur etwa die Hälfte dessen (24,4 %).

Zahl der Betroffenen in den besonders belasteten Planungsräumen

Auch bei den Anteilen der Betroffenen in den verschiedenen Belastungsstufen bewegt sich Tempelhof-Schöneberg annähernd im Berliner Durchschnitt. Der etwas höhere Anteil an Betroffenen in Räumen mit Dreifachbelastung wird durch das Fehlen von Vier- und Fünffachbelastungen sowie einem höheren Anteil an Bewohnern in unbelasteten Planungsräumen in der Bilanz “ausgeglichen”.

Bezirk Neukölln

Darstellung der Kernindikatoren der Planungsräume im Vergleich zur Gesamtstadt

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Abb. 24: Mehrfachbelastung im Bezirk Neukölln durch die Kernindikatoren Lärm, Luftbelastung, Grünversorgung, thermische Belastung sowie Status-Index (Soziale Problematik) nach Planungsräumen
Bild: Planergemeinschaft Kohlbrenner eG 2015c
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Abb. 25: Mehrfachbelastung im Bezirk Neukölln durch die Kernindikatoren Lärm, Luftbelastung, Grünversorgung, thermische Belastung sowie Status-Index (Soziale Problematik) nach betroffenen Einwohnerinnen und Einwohnern in allen Planungsräumen (Abweichungen sind rundungsbedingt)
Bild: Planergemeinschaft Kohlbrenner eG 2015c

Gesamteinordnung im Berliner Maßstab

Der Süden des Bezirkes Neukölln ist kaum belastet. Die dicht bebauten, auch von sozialen Herausforderungen geprägten Planungsräume des Neuköllner Nordens weisen dagegen durchgängig mittlere bis hohe Belastungen auf (insbesondere PLR Wissmannstraße, Flughafenstraße, Körnerpark, Glasower Straße, Bouchéstraße, Reuterkiez, Donaustraße, Rixdorf, Treptower Straße Nord, Gewerbegebiet Ederstraße, Gewerbegebiet Köllnische Heide, Buschkrugallee Nord). In diesen Planungsräumen konzentriert sich zugleich eine große Zahl der Neuköllner Einwohnerinnen und Einwohner. Insgesamt bewegt sich der Bezirk Neukölln annähernd im Berliner Durchschnitt.

Räumliche Schwerpunkte der Mehrfachbelastung

Schwerpunkt der Mehrfachbelastung ist der Neuköllner Norden, d.h. die Planungsräume innerhalb der Innenstadtgrenze sowie die unmittelbar südlich der Ringbahn anschließenden, noch gründerzeitlich geprägten Bereiche. Hier sind durchgängig mittlere bis hohe Belastungen zu finden. Die Situation im Süden Neuköllns stellt sich dagegen weitgehend als wenig oder gar nicht belastet dar.

Inhaltliche Schwerpunkte der Mehrfachbelastung

Am deutlichsten nach unten abweichend ist die Verteilung der Klassifikationen beim Status-Index. So beträgt der Anteil der PLR mit hoher, sehr hoher Problemdichte in Neukölln 52,0 %, während der Anteil gesamtstädtisch bei 22,8 % liegt. Bei den Umweltfaktoren fallen insbesondere die Versorgungsdefizite im Bereich der Grünflächen und die vergleichsweise höhere thermische Belastung auf.

Zahl der Betroffenen in den besonders belasteten Planungsräumen

Rund zwei Drittel (61,6 %) der Neuköllner Einwohnerinnen und Einwohner ist mindestens von einer Zweifachbelastung betroffen (Berlin 49,8 %). Dementsprechend sind in Neukölln prozentual auch mehr von stärkerer Belastung betroffene Einwohnerinnen und Einwohner zu finden. Gegenüber stadtstrukturell vergleichbaren anderen innerstädtischen Bezirken wie Friedrichshain-Kreuzberg, Mitte oder sogar Charlottenburg-Wilmersdorf ist die Abweichung nach unten zum Berliner Durchschnitt aber weniger signifikant.

Bezirk Treptow-Köpenick

Darstellung der Kernindikatoren der Planungsräume im Vergleich zur Gesamtstadt

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Abb. 26: Mehrfachbelastung im Bezirk Treptow-Köpenick durch die Kernindikatoren Lärm, Luftbelastung, Grünversorgung, thermische Belastung sowie Status-Index (Soziale Problematik) nach Planungsräumen
Bild: Planergemeinschaft Kohlbrenner eG 2015c
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Abb. 27: Mehrfachbelastung Bezirk Treptow-Köpenick durch die Kernindikatoren Lärm, Luftbelastung, Grünversorgung, thermische Belastung sowie Status-Index (Soziale Problematik) nach betroffenen Einwohnerinnen und Einwohnern in allen Planungsräumen (Abweichungen sind rundungsbedingt)
Bild: Planergemeinschaft Kohlbrenner eG 2015c

Gesamteinordnung im Berliner Maßstab

Die Umweltbelastung des Bezirkes Treptow-Köpenick ist insgesamt gering – dies gilt sowohl für die Zahl der Planungsräume als auch für die absolute Zahl der Betroffenen. Treptow-Köpenick gehört damit – neben Steglitz-Zehlendorf – zu den am wenigsten belasteten Bezirken Berlins.

Räumliche Schwerpunkte der Mehrfachbelastung

Nur wenige Planungsräume weisen überhaupt eine Belastung auf (Ein- oder Zweifachbelastung). Das sind die verdichteten Bereiche Alt-Treptow, Schöneweide sowie die Altstadt Köpenick mit ihren Vorstädten.

Inhaltliche Schwerpunkte der Mehrfachbelastung

Alle Indikatoren sind in Treptow-Köpenick im Vergleich zu Gesamt-Berlin überdurchschnittlich gut. Insbesondere sind die Faktoren Grünversorgung, Luftbelastung sowie thermische Belastung deutlich besser. Auch der Status-Index fällt deutlich besser aus. Lediglich beim Indikator Lärm ist die Situation gegenüber dem Berliner Durchschnitt nur geringfügig besser.

Zahl der Betroffenen in den besonders belasteten Planungsräumen

Drei Viertel aller Einwohnerinnen und Einwohner (182.471 EW, 74,2 %) leben in unbelasteten Planungsräumen. 17,5 % der Betroffenen leben in einfach belasteten Planungsräumen. Damit ist Treptow-Köpenick der am geringsten belastete Bezirk Berlins.

Bezirk Marzahn-Hellersdorf

Darstellung der Kernindikatoren der Planungsräume im Vergleich zur Gesamtstadt

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Abb. 28: Mehrfachbelastung im Bezirk Marzahn-Hellersdorf durch die Kernindikatoren Lärm, Luftbelastung, Grünversorgung, thermische Belastung sowie Status-Index (Soziale Problematik) nach Planungsräumen
Bild: Planergemeinschaft Kohlbrenner eG 2015c
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Abb. 29: Mehrfachbelastung im Bezirk Marzahn-Hellersdorf durch die Kernindikatoren Lärm, Luftbelastung, Grünversorgung, thermische Belastung sowie Status-Index (Soziale Problematik) nach betroffenen Einwohnerinnen und Einwohnern in allen Planungsräumen (Abweichungen sind rundungsbedingt)
Bild: Planergemeinschaft Kohlbrenner eG 2015c

Gesamteinordnung im Berliner Maßstab

Im gesamtstädtischen Vergleich steht der Bezirk Marzahn-Hellersdorf mit wenigen mehrfach belasteten Planungsräumen gut da. Dies gilt auch bei einer Betrachtung der Verteilung der unterschiedlichen Belastungsstufen auf die betroffenen Einwohnerinnen und Einwohner.

Räumliche Schwerpunkte der Mehrfachbelastung

Deutlich zu unterscheiden ist zwischen den gering verdichteten, vielfach durch Einfamilienhausgebiete geprägten Planungsräumen und den beiden Räumen mit den Großsiedlungen Marzahn und Hellersdorf. Beide Großsiedlungsbereiche weisen – anders als bei den Einfamilienhäusern – einzelne Planungsräume mit Mehrfachbelastungen auf (z.B. Marzahner Promenade, Helle Mitte).

Inhaltliche Schwerpunkte der Mehrfachbelastung

Die Werte aller Kernindikatoren liegen im Bezirk Marzahn-Hellersdorf über dem Berliner Durchschnitt. Dies gilt insbesondere für die gute bzw. sehr gute Grünversorgung.

Zahl der Betroffenen in den besonders belasteten Planungsräumen

Die vergleichsweise geringe Belastung der Planungsräume spiegelt sich auch in den Bevölkerungsanteilen wider. 74,5 % der Einwohnerinnen und Einwohner aus Marzahn-Hellersdorf (189.435 EW) leben in unbelasteten oder einfach belasteten Planungsräumen (Berlin 49,6 %).

Bezirk Lichtenberg

Darstellung der Kernindikatoren der Planungsräume im Vergleich zur Gesamtstadt

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Abb. 30: Mehrfachbelastung im Bezirk Lichtenberg durch die Kernindikatoren Lärm, Luftbelastung, Grünversorgung, thermische Belastung sowie Status-Index (Soziale Problematik) nach Planungsräumen
Bild: Planergemeinschaft Kohlbrenner eG 2015c
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Abb. 31: Mehrfachbelastung im Bezirk Lichtenberg durch die Kernindikatoren Lärm, Luftbelastung, Grünversorgung, thermische Belastung sowie Status-Index (Soziale Problematik) nach betroffenen Einwohnerinnen und Einwohnern in allen Planungsräumen (Abweichungen sind rundungsbedingt)
Bild: Planergemeinschaft Kohlbrenner eG 2015c

Gesamteinordnung im Berliner Maßstab

Aufgrund des großen Anteils der einfach belasteten Planungsräume von 59,8 % (und entsprechend eines höheren Anteils an der Bevölkerung) kann der Bezirk Lichtenberg nicht als insgesamt überdurchschnittlich gut eingestuft werden. Der Grad der Mehrfachbelastung ist jedoch insgesamt geringer als der Berliner Durchschnitt.

Räumliche Schwerpunkte der Mehrfachbelastung

Belastete und weniger belastete Räume sind nahezu gleichmäßig über den Bezirk verteilt. Hier sind kleinräumliche Ursachen als Erklärung zu suchen.

Inhaltliche Schwerpunkte der Mehrfachbelastung

Lichtenberg bewegt sich insgesamt etwas unter dem Berliner Durchschnitt. Vor allem die höheren Anteile mit Planungsräumen hoher Lärmbelastung und thermischer Belastung sind deutlich sichtbar.

22 PLR des Bezirks (68,6 %) sind thermisch hoch belastet (Berlin 51,0 %).

Zahl der Betroffenen in den besonders belasteten Planungsräumen

Bezogen auf die Einwohnerzahlen in den verschiedenen Klassifikationen bewegt sich der Bezirk im Mittelfeld: Lichtenberg hat weniger unbelastete, aber zugleich anteilig deutlich weniger mehrfach belastete Räume bzw. betroffene Einwohnerinnen und Einwohner als die Gesamtstadt.

Bezirk Reinickendorf

Darstellung der Kernindikatoren der Planungsräume im Vergleich zur Gesamtstadt

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Abb. 32: Mehrfachbelastung im Bezirk Reinickendorf durch die Kernindikatoren Lärm, Luftbelastung, Grünversorgung, thermische Belastung sowie Status-Index (Soziale Problematik) nach Planungsräumen
Bild: Planergemeinschaft Kohlbrenner eG 2015c
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Abb. 33: Mehrfachbelastung im Bezirk Reinickendorf durch die Kernindikatoren Lärm, Luftbelastung, Grünversorgung, thermische Belastung sowie Status-Index (Soziale Problematik) nach betroffenen Einwohnerinnen und Einwohnern in allen Planungsräumen (Abweichungen sind rundungsbedingt)
Bild: Planergemeinschaft Kohlbrenner eG 2015c

Gesamteinordnung im Berliner Maßstab

Zwar hat der Bezirk Reinickendorf einen überproportionalen Anteil an fünffach belasteten Planungsräumen, insgesamt aber sind der Bevölkerungsanteil und die Zahl der mehrfach belasteten Planungsräume geringer als im Berliner Durchschnitt. Nach Schließung des Flughafens Tegel wird sich die Situation voraussichtlich deutlich verbessern.

Räumliche Schwerpunkte der Mehrfachbelastung

Räumlicher Schwerpunkt der mehrfach belasteten Planungsräume ist der Südosten des Bezirkes (insbesondere PLR Letteplatz, Klixstraße, Scharnweberstraße, Dannenwalder Weg). Hier befinden sich gründerzeitlich gemischte, stärker verdichtete Strukturen und zugleich die Einflugschneise für den Flughafen Tegel.

Inhaltliche Schwerpunkte durch Mehrfachbelastung

Bei den meisten Faktoren ist die Verteilung wie im Berliner Durchschnitt, zum Teil geringfügig besser, zum Teil aber auch schlechter. Signifikant schlechter ist der Anteil der Planungsräume mit hoher Lärmbelastung (Bezirk 36,7 %, Berlin 19,2 %).

Zahl der Betroffenen in den besonders belasteten Planungsräumen

Im gesamtstädtischen Vergleich ist die Verteilung auf die unterschiedlichen Klassifikationen der Belastungen in Reinickendorf günstiger. Nur im Segment der höchsten Belastung sticht der Anteil der Fünffachbelastungen gegenüber dem Berliner Durchschnitt heraus (Bezirk 6,7 %, Berlin 0,7 %). Auffällig ist, dass 91,0 % aller von Fünffachbelastung betroffenen Einwohnerinnen und Einwohner im Bezirk Reinickendorf leben (17.738 EW von insgesamt 19.228 EW).