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Reale Nutzung der bebauten Flächen / Grün- und Freiflächenbestand 2010

Kartenbeschreibung

Im Folgenden werden die einzelnen Kartiereinheiten für die reale Nutzung der bebauten Flächen und für den Grün- und Freiflächenbestand getrennt beschrieben.

Kategorien der Karte 06.01 Reale Nutzung der bebauten Flächen

Blockflächen sind dann als Wohnnutzung dargestellt, wenn sie überwiegend für Wohnzwecke genutzt werden. Es werden auch vereinzelte wohnungsbezogene Dienstleistungsunternehmen, Gemeinbedarfseinrichtungen und örtliche Grünflächen mit einbezogen. Wohngebiete umfassen die dichte Bebauung der Innenstadt ebenso wie die offene Siedlungsbebauung in den Stadtrandbereichen.

Die Flächen der Mischnutzungen können im Erscheinungsbild den Flächen mit überwiegender Wohnnutzung ähneln. Die Wohnnutzung ist jedoch stärker mit Handels- und Dienstleistungsunternehmen (Kaufhäuser, Büros etc.), kulturellen Nutzungen und kleingewerblichen Betrieben durchsetzt. In Ausnahmefällen nimmt die Wohnnutzung einen Anteil von zwei Dritteln der Fläche ein, in der Regel dominieren allerdings Handel- und Dienstleistung- und Gewerbenutzungen.

In einigen Fällen sind die Mischnutzungen durch einen hohen Anteil an Einzelhandelsnutzungen, Handwerk, Kleingewerbe oder auch extensiv genutzten Gewerbeflächen mit entsprechenden Schuppen und Werkstattgebäuden sowie Lager- und Stellplätzen geprägt, während die Wohnnutzung deutlich zurücktritt und nur noch etwa ein Drittel bis maximal die Hälfte der Fläche einnimmt. Hier kann in untergenutzten Bereichen eine Durchmischung mit Brachflächen auftreten.

Die Belastung durch die gewerbliche Nutzung auf benachbarte Wohnnutzung ist meist gering bis mäßig, teilweise aber auch hoch.

Als Kerngebietsnutzung werden Bereiche mit hoher Nutzungsintensität und –dichte dargestellt. Sie sind ausschließlich in den Zentrumsbereichen der Innenstadt sowie den bezirklichen Hauptzentren zu finden. Es handelt sich um Bereiche von übergeordneter Bedeutung für Handel, private und öffentliche Dienstleistungen, kulturelle und wissenschaftliche Einrichtungen. Teilweise werden auch übergeordnete Gemeinbedarfsstandorte (wie z.B. überwiegend dem Bund zuzuordnende Verwaltungen, Botschaften u.ä.) im Innenstadtbereich dieser Kategorie zugeordnet.

Baustrukturell sind große Unterschiede zwischen den einzelnen Gebieten festzustellen. Das Spektrum reicht von gründerzeitlicher Blockbebauung bis hin zu in jüngerer Zeit entstandener Hochhausbebauung. Generell zeichnen sich die Flächen durch eine hohe städtebauliche Dichte und einen hohen Versiegelungsgrad aus.

Kennzeichnend für die Kategorie Gewerbe- und Industrienutzungen / großflächiger Einzelhandel sind großflächige Fertigungsgebäude, Lagerhallen sowie Lager- und Stellplätze. Der Anteil der Wohnnutzung tritt mit maximal ein Drittel der Fläche in den Hintergrund. Die Kategorie umfasst auch Güterbahnhöfe und Gewerbegebiete auf Bahnflächen, eindeutig gewerblich geprägte Wassergrundstücke (Werften, Bootsbau etc.) sowie großflächige Einzelhandels- und sonstige großflächige Handelsbetriebe inklusive der dazugehörigen Stellplatzanlagen. Die Störung durch Lärm und Emissionen ist als mäßig bis sehr hoch einzuschätzen.

Als Standorte von Gemeinbedarfsnutzungen gelten Einrichtungen für Kultur, Hochschule und Forschung, Gesundheitsversorgung, Verwaltung sowie Sicherheit und Ordnung, konfessionelle Einrichtungen (z.B. Kirchen), Kindertagesstätten und sonstige Jugendfreizeiteinrichtungen, Schulen und Sportanlagen. Auch einzelne Kinderspielplätze und Seniorenheime werden in diese Kategorie mit einbezogen.

Zu den Sondernutzungen zählen bspw. Flächen wie das Olympiastadion und das Messegelände sowie größere Ausflugsgaststätten in Erholungsgebieten.

Die Standorte Ver- und Entsorgungseinrichtungen umfassen Flächen mit Anlagen für die Elektrizitäts-, Gas-, Wasser- und Fernwärmeversorgung sowie Anlagen der Abfallentsorgung und der Abwasserbeseitigung.

Das öffentliche Straßenland ist grundsätzlich nicht Bestandteil der Nutzungskartierung. Als Verkehrsflächen werden daher in diesem Zusammenhang v.a. Bahn- und private Straßenverkehrsflächen sowie Flugplätze bezeichnet. Des Weiteren werden Verkehrsinseln und Mittelstreifen – sofern sie in der Blockkarte enthalten sind – den Verkehrsflächen zugeordnet. Auch das an Straßen-, Bahn- und Wasserflächen gelegene „Verkehrsbegleitgrün“ wird in dieser Kategorie kartiert, jedoch mit einer entsprechenden Doppelnutzung der Grün- und Freiflächen.

Güterbahnhöfe und Gewerbeflächen auf Bahnflächen werden dagegen nicht als Verkehrsflächen geführt, sondern in der Kategorie „Gewerbe- und Industrienutzung, großflächiger Einzelhandel“.

Parkplätze inklusive Parkhäuser wurden nur dann als Verkehrsfläche erfasst, wenn sie einen gesamten Block einnehmen. Parkplätze, deren Größe sich über der Erfassungsgrenze von einem Hektar bewegt, die jedoch innerhalb eines statistischen Blocks im Verbund mit anderen Nutzungen (z.B. Wohnnutzungen) liegen, werden nicht durch eine entsprechende Teilflächenbildung abgegrenzt, sondern der dominierenden Nutzung zugeordnet.

In der Kategorie Verkehrsflächen werden außerdem Gleisanlagen und Rangieranlagen der S-, Fern- und Straßenbahn geführt sowie die außerhalb der Tunnel in einem offenen Einschnitt verlaufenden U-Bahnabschnitte.
Der Zentrale Omnibusbahnhof (ZOB) sowie Bus- und Tram-Betriebshöfe werden ebenfalls dieser Kategorie zugeordnet.

Wochenendhäuser werden – qua Definition – nicht dauerhaft bewohnt und dienen vorrangig der Erholungsnutzung. Bereits im Umweltatlas Berlin von 1985 (nur für die westlichen Stadtbezirke) ausgewiesene Wochenendhausgebiete wurden übernommen. Im Übrigen werden Flächen der Kategorie zugeordnet, wenn es sich um eine kleingartenähnliche Nutzung handelt, die nicht in der durch die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung geführten Karte „Kleingartenbestand Berlin“ nach Bundeskleingartengesetz enthalten sind.

Gegenüber einer Einzelhausbebauung mit Wohnnutzung zeichnen sich diese Blöcke in der Regel durch ein geringeres Gebäudevolumen und eine kleinteiligere Parzellierung der Grundstücke aus. Gegenüber Kleingartengebieten sind diese Flächen jedoch dichter bebaut und die Parzellen im Allgemeinen größer.

Als Baustelle werden Flächen mit typischem Baustellencharakter (in der Regel mit offenem Boden) eingeordnet. Wenn bereits die Fundamente bzw. ersten Stockwerke der Neubebauung zu erkennen sind, erfolgt die Einordnung gemäß der geplanten Nutzung. Falls diese nicht eindeutig aus dem Luftbild oder der K5 hervorgeht, kann ggf. beim zuständigen Stadtplanungsamt recherchiert werden. In der aktuellen Realnutzungskartierung sind der Kategorie „Baustelle“ keine Blockflächen zugeordnet worden.

Kategorien der Karte 06.02 Grün- und Freiflächenbestand

Die Kategorie Wald umfasst alle waldartigen Bestände, die auf dem Luftbild eindeutig als solche zu erkennen sind. Hierzu gehören neben den Waldflächen der Berliner Forsten auch die aufgeforsteten ehemaligen Rieselfelder und sonstige Brachflächen mit waldartigem Vegetationsbestand.

Nicht in dieser Kategorie enthalten sind waldartige Parkanlagen, wie z.B. um das Schloss Glienicke, die sich im Grünanlagenbestand Berlins befinden. Sie werden der Nutzung Park / Grünfläche und dem Flächentyp Wald zugeordnet.

Als Gewässer werden neben den natürlichen Gewässern, wie Flüsse und Seen, auch Kanäle sowie die Rückhalte- und Versickerungsbecken der Berliner Wasserbetriebe geführt, sofern sie als Wasserfläche (oder als wassertechnische Bauwerke) erkennbar sind.

Zu der Kategorie Grünland zählen landwirtschaftlich genutzte Wiesen, Weiden und Koppeln sowie entsprechend genutzte Versuchsflächen der Universitäten und ehemalige Rieselfelder unabhängig davon, in welcher Weise die Erzeugnisse tatsächlich verwertet werden. Es wird davon ausgegangen, dass die Grünlandnutzung im Luftbild zu erkennen ist.

Unter Ackerland werden die Flächen geführt, die aus dem Luftbild als landwirtschaftlich genutzte Flächen identifiziert wurden. Im Unterschied zum Grünland wird hier der Boden periodisch umgebrochen und zur Saat, Düngung und Ernte bearbeitet.

Die Nutzungen Grünland und Ackerland können im Verlauf weniger Jahre auf der gleichen Fläche wechseln. Bei diesen beiden landwirtschaftlichen Nutzungen gilt daher in besonderem Maße, dass die Kartierung den jeweiligen Stand der Erfassung wiedergibt.

In die Kategorie Baumschule / Gartenbau sind neben den Anbauflächen privater Baumschulen und Gärtnereien auch Bezirksgärtnereien und städtische Gartenarbeitsschulen verzeichnet. Es handelt sich um Flächen mit vorwiegendem Freilandanbau. Flächen mit reiner Hallenbebauung werden dagegen zu den Gewerbe- und Industrienutzungen gezählt.

Blockflächen mit Bezirksgärtnereien, Gartenarbeitsschulen, Bauhöfen der Gartenbauämter sowie einzelne Forschungseinrichtungen, wie das Institut für Nutzpflanzenforschung und entsprechende Lehr- und Versuchsfelder der Universitäten, werden mit der Doppelnutzung Gemeinbedarfs- und Sondernutzungen kartiert.
Auf Grund ihres Flächenbedarfs liegen Baumschulen und Gartenbaubetriebe überwiegend am Stadtrand.

Die Kategorie Park / Grünfläche umfasst neben den im Grünflächenverzeichnis von SenStadt geführten öffentlichen Grünanlagen auch weitere Grünanlagen, sofern sie vom Erscheinungsbild einer öffentlich zugänglichen Grünanlage ähneln und augenscheinlich regelmäßiger gärtnerischer Pflege unterliegen. So wird z.B. auch gepflegtes Verkehrsbegleitgrün dieser Kategorie zugeordnet, allerdings mit einer Doppelnutzung als Verkehrsfläche. Auch kleinere, platzartige Grünanlagen und Spielplätze werden als Park / Grünfläche kartiert, sofern sie weniger als zu etwa einem Drittel versiegelt sind; ansonsten fallen sie unter die Kategorie Stadtplatz / Promenade. Die Blöcke der Nutzung Park / Grünfläche werden generell auch dem Flächentyp Park / Grünfläche zugeordnet. Weiträumige Park- und Naherholungsanlagen, die sich fast ausschließlich durch extensiv gepflegte oder ungepflegte wald- bzw. wiesenartige Bereiche auszeichnen, werden ggf. den Flächentypen Brachfläche oder Wald zugeordnet (z.B. Volkspark Klein-Glienicke).
Auch spezielle, nicht frei zugängliche Anlagen wie der Botanische Garten, der Zoologische Garten oder der Tierpark Friedrichsfelde werden als Park / Grünfläche kartiert, allerdings mit einer Doppelnutzung als Gemeinbedarfs- und Sondernutzung. Auch andere Gemeinbedarfsnutzungen können im Verbund mit Grünanlagen auftreten. Die Grünanlagen werden dann nicht separat abgegrenzt, selbst wenn sich ihre Größe über der Erfassungsgrenze von einem Hektar bewegt. Sie werden ggf. als Doppelnutzung kartiert, um den überwiegend „grünen“ Charakter dieser Flächen mitzuerfassen.

Private Außenanlagen, Spielplätze etc. in Wohngebieten werden dagegen nicht als Park / Grünfläche kartiert, da diese zum Charakter der Wohnnutzung gehören und die Freiraumstruktur für diese Blöcke bei der Typbestimmung (vgl. Ausführungen zu den Umweltatlaskarten 06.07./06.08) weiter differenziert wird.

Stadtplätze und Promenaden sind öffentliche Räume des städtischen Lebens. Stadtplätze dienen als Aufenthaltsorte zu Freizeit- und Erholungszwecken, als Versammlungsflächen, Marktplätze u.ä. und sind häufig Bahnhöfen sowie anderen öffentlichen oder repräsentativen Gebäuden vorgelagert.

Promenaden sind großzügig angelegte Wege, die Fußgängern und Radfahrern als Bewegungsraum abseits des Straßenverkehrs dienen. Als Promenade gelten auch stärker versiegelte Mittelstreifen, sofern sie nicht als Parkplatz genutzt werden.

Stadtplätze und Promenaden haben gegenüber Grünanlagen generell einen höheren Versiegelungsgrad.

Als Friedhof werden neben den zur Bestattung genutzten Flächen auch ehemalige Friedhöfe geführt, sofern sie vom Charakter her noch als Friedhof erkennbar sind.

Die bei der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung vorliegenden Daten zum Friedhofsbestand Berlin bilden die Grundlage der Flächenkulisse. Ehrengräber und -denkmale werden dagegen nicht dem Flächentyp Friedhof zugeordnet, obwohl sie im Friedhofsbestand Berlins geführt werden. Sie werden als Gemeinbedarfs- und Sondernutzung kartiert und dem Flächentyp Kultur zugeordnet.

Friedhöfe zählen allerdings nicht grundsätzlich zu den Gemeinbedarfs- und Sondernutzungen. Nur wenn (i.d.R. kleinflächige) Blöcke in wesentlichem Umfang von einem Kirchengebäude eingenommen werden und der umgebende Friedhof nur eine untergeordnete Rolle spielt, kann eine Doppelnutzung mit den Gemeinbedarfs- und Sondernutzungen vergeben werden. Der Block wird dann dem Flächentyp Kirche zugeordnet. Befindet sich jedoch eine Kirche oder Kapelle auf einem großflächigen Friedhof lediglich in einer dem Friedhof untergeordneten Funktion, wird keine Doppelnutzung vergeben.

Strukturell unterscheiden sich Friedhöfe untereinander vor allem hinsichtlich ihres Baumbestandes. Während Waldfriedhöfe und ältere Parkfriedhöfe wesentlich durch ihren alten Baumbestand geprägt werden, können junge Friedhofsanlagen noch weitgehend ohne größere Bäume auftreten.

Grundlage für die Zuordnung und Flächenabgrenzung der Kleingärten ist die von SenStadt geführte Karte und Liste der Berliner Kleingartenkolonien. Hier sind die nach dem Bundeskleingartengesetz definierten Kleingärten mit kleingärtnerischer Nutzung erfasst.

Andere Flächen mit ähnlicher Nutzungscharakteristik werden als Wochenendhäuser und kleingartenartige Nutzungen eingestuft.

Brachflächen sind zurzeit nicht genutzte oder gepflegte Flächen, auf denen sich häufig ungestört vielfältige Vegetationsbestände entwickeln konnten.

Es wird zum einen in vegetationsfreie Brachflächen unterschieden, bei denen es sich zumeist um Abgrabungen, Aufschüttungen oder Abrissflächen handelt, auf denen sich aufgrund einer erst kürzlichen Nutzungsaufgabe bisher keine Vegetation angesiedelt hat. In einigen Fällen kann sich aufgrund der Standortbedingungen auch längerfristig keine Vegetation ansiedeln. Es kann sich um brachliegende Flächen handeln, die aufgrund ihres sehr hohen Versiegelungsgrades kaum Vegetation aufweisen, oder um versiegelungslose Extremstandorte wie Sanddünen und -strände, auf denen sich aufgrund von Nährstoffarmut oder regelmäßiger Störung nur sehr langsam eine spontane Besiedelung einstellt.

Eine weitere Brachflächenkategorie sind die Brachflächen mit überwiegend wiesenartigem Vegetationsbestand. Auf offen gelassenen Brachflächen siedelt sich häufig schon in den ersten Jahren eine Vegetation ruderaler Stauden und Gräser an. Insbesondere auf nährstoffarmen Standorten können diese Vegetationsbestände über mehrere Jahre relativ konstant erhalten bleiben. In der Regel handelt es sich jedoch um ein unbeständiges Stadium.

Alle Brachflächen, die nicht eindeutig einer der anderen Brachflächen- oder Waldkategorien zugeordnet werden können, werden als Mischbestand aus Wiesen, Gebüsch und Bäumen kartiert. Die Vegetationsentwicklung einer Brache hängt von vielfältigen Rahmenbedingungen ab, wie z.B. den abiotischen Standortbedingungen, der Ausgangsvegetation und anthropogenen Einflüssen, so dass sich auf länger brachliegenden Flächen unterschiedliche Sukzessionsstadien oft kleinräumig abwechseln.

Ist eine Fläche nahezu vollständig mit Bäumen bestockt, wird sie dagegen der Kategorie Wald zugeordnet.

Zu den Sportnutzungen gehören sowohl ungedeckte als auch gedeckte Sportanlagen. Alle Sportnutzungen werden gleichzeitig als Gemeinbedarfs- und Sondernutzung kartiert.

Als ungedeckte Sportanlage werden Freianlagen bezeichnet, die Sport-, Bewegungs- und Freizeitaktivitäten dienen. Dazu zählen neben Sportplätzen, Frei- und Strandbädern auch spezielle Sportanlagen wie Reit-, Golf-, Bogenschießplätze und Wassersportgrundstücke. Letztere sind charakterisiert durch kleinere Werften, Bootshallen, Klubhäuser, Parkplätze etc. mit hohem Grünanteil. Eindeutig gewerblich geprägte Wassergrundstücke (Werften, Bootsbau etc.) werden der Kategorie Gewerbe- und Industrienutzung zugewiesen. Einige relativ extensiv genutzte Strandbäder (ohne Umkleidegebäude und Kiosk etc.) werden unter den Brachflächen- und Waldkategorien erfasst.

Zu den gedeckten Sportanlagen zählen dagegen alle vornehmlich in Hallen untergebrachten Sportanlagen, wie z.B. Hallenbäder und Eissporthallen sowie Stadien und Mehrzweckhallen, in denen auch sportfremde Nutzungen wie Konzerte stattfinden können.

Nutzungsverteilung für Berlin

Die folgenden Tabellen und Abbildungen zeigen die Anteile aller Nutzungsarten bezogen auf die Gesamtfläche Berlins. Dabei ist zu beachten, dass 1.633 Flächen sowohl eine Nutzung in einer Kategorie der bebauten Flächen (Nrn. 10 bis 90) als auch in einer Kategorie der unbebauten Flächen (Nrn. 100 bis 200) zugewiesen wurde.

Bei dieser Vorgehensweise können größere Grün- bzw. Freiflächenpotentiale auf Flächen anderer Nutzungen dokumentiert werden. Dies betrifft vor allem Standorte von Gemeinbedarfseinrichtungen und Sondernutzungen, Ver- und Entsorgungseinrichtungen, Gewerbe- und Industriegebieten oder Verkehrsflächen. Diese Flächen werden in beiden Karten, also doppelt, dargestellt (vgl. Ausführungen zu Doppelnutzungen im Abschnitt Methode).

Da für die Auswertung der Flächenanteile jede Fläche nur ein Mal berücksichtigt werden kann, wurden beide Fälle – Grün-Vorrang oder Bau-Vorrang – getrennt berechnet.

Die Berechnungen basieren auf den Flächengrößenangaben des ISU. Die Blockflächen wurden aus dem geografischen Informationssystem (GIS) auf Grundlage der Teilblockkarte ISU5 berechnet.

Tabelle 2 zeigt die absoluten und prozentualen Flächenanteile verschiedener Nutzungen an der Gesamtfläche Berlins.

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Tab 2: Flächenanteile verschiedener Nutzungen an der Gesamtfläche Berlins Flächengrößen auf Basis der Teilblockkarte ISU 5
Bild: Umweltatlas Berlin
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Abb. 1: Anteile der verschiedenen Nutzungsarten an der Fläche Berlins Flächengrößen auf Basis der Teilblockkarte ISU 5, Auswertung mit Bauvorrang
Bild: Umweltatlas Berlin
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Abb. 2: Anteile verschiedener Nutzungskategorien am Grün- und Freiflächenbestand bzw. an der bebauten Fläche Berlins; Flächengrößen auf Basis der Teilblockkarte ISU 5, Auswertung mit Bauvorrang
Bild: Umweltatlas Berlin

Bezogen auf die Fläche aller Berliner Bezirke, absolut in ha angegeben, ergibt sich folgendes Bild:

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Tab 3: Flächenanteile verschiedener Nutzungen an der Gesamtfläche der Bezirke Berlins in ha Flächengrößen auf Basis der Teilblockkarte ISU 5 (bei Bauvorrang)
Bild: Umweltatlas Berlin

Einen visuellen Eindruck der Verteilung der Nutzungsarten auf die Bezirke, absolut als ha-Angabe und relativ in Prozent der Bezirksfläche, vermitteln die Abbildungen 3 und 4.

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Abb. 3: Flächenanteile der Nutzungen an der Gesamtfläche der Bezirke Berlins in ha, Flächengrößen auf Basis der Teilblockkarte ISU 5 (bei Bauvorrang)
Bild: Umweltatlas Berlin
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Abb. 4: Flächenanteile der Nutzungen an der Gesamtfläche der Bezirke Berlins in %, Flächengrößen auf Basis der Teilblockkarte ISU 5 (bei Bauvorrang)
Bild: Umweltatlas Berlin

Beschreibung der Karte 06.01 Reale Nutzung der bebauten Fläche

Die Karte 06.01 Reale Nutzung der bebauten Fläche zeigt die verschiedenen Nutzungsarten in ihren Anteilen an der bebauten Fläche Berlins und ihre Verteilung über die Stadtfläche (Stand 31.12.2010). Abbildung 5 verdeutlicht die Verteilung der Anteile der verschiedenen baulichen Nutzungen an der bebauten Fläche der einzelnen Bezirke.

Mehr als die Hälfte der bebauten Fläche Berlins wird zum Wohnen genutzt. Gewerbe- und Industrienutzungen wie auch Gemeinbedarfs- und Sondernutzungen nehmen mit 13 % bzw. 17 % noch einen relativ großen Teil der bebauten Fläche Berlins ein. Ihnen folgen die Verkehrsflächen (ohne die nicht in der Blockkarte enthaltenen Straßen) mit 6 % und die Mischnutzungen mit etwa 5 %. Sehr wenig Raum nehmen Kerngebiete, Flächen der Ver- und Entsorgung sowie Wochenendhäuser und kleingartenartige Nutzungen ein. Blockflächen, die als Baustellen kartiert wurden, sind in der aktuellen Ausgabe nicht vorhanden.

In der Verteilung der Nutzungsarten der bebauten Flächen auf das Stadtgebiet lassen sich charakteristische Strukturen erkennen. So gibt es reine Wohn- oder Gewerbegebiete im Stadtrandbereich deutlich häufiger als innerhalb des S-Bahnringes, während dort die Misch- oder Kerngebietsnutzungen stärker vertreten sind. Insbesondere konzentrieren sich auf Grund günstiger Transportbedingungen Gewerbegebiete entlang von Wasserwegen und Bahnlinien. Mischgebiete und einzelne Kerngebiete findet man als Folge gewachsener Strukturen oft in den alten Ortskernen der verschiedenen Stadtteile. Kennzeichnend ist die Konzentration der Kerngebiete in den beiden Bereichen der City-West um Kurfürstendamm / Tauentzienstraße bzw. der City-Ost um den Bereich Alexanderplatz / Friedrichstraße. Gemeinbedarfsflächen sind über das gesamte Stadtgebiet relativ gleichmäßig verteilt. Flächen der Ver- und Entsorgung treten hauptsächlich im Stadtrandbereich, häufig in Nachbarschaft von Gewerbeflächen, auf.

Die beschriebenen Strukturen spiegeln sich auch im Vergleich der Verteilung der Flächennutzungsarten innerhalb der einzelnen Bezirke wider (vgl. Abb. 5).

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Abb. 5: Anteile ausgewählter Nutzungsarten an der bebauten Fläche der Berliner Bezirke, Flächengrößen auf Basis der Teilblockkarte ISU 5 (bei Bauvorrang)
Bild: Umweltatlas Berlin

Beispiele für die charakteristische Nutzungsverteilung im Stadtrandbereich sind die Bezirke Marzahn-Hellersdorf und Neukölln mit jeweils ca. 66 % Wohnnutzung und 12 % bis 13 % industrieller Nutzung, während sich im Bezirk Mitte mit nur 33 % Wohnnutzung, aber mehr als 5 % Kerngebiets- und ca. 13 % Mischgebietsnutzung und einem sehr hohen Anteil an Gemeinbedarfstandorten (30 %) deutlich seine zentrale Funktion widerspiegelt.

Dadurch, dass sich die Kerngebietsnutzungen der City-West um Kurfürstendamm / Tauentzienstraße auf drei Bezirke – Charlottenburg-Wilmersdorf, Mitte und Schöneberg-Tempelhof – verteilen, schlägt sich die zentrale Funktion dieses Bereichs weniger deutlich in der Nutzungsverteilung dieser Bezirke nieder (Kerngebietsanteile von bis zu 2 %).

Die Innenstadtbezirke Friedrichshain-Kreuzberg und Charlottenburg-Wilmersdorf weisen mit 42 % und 47 % einen relativ niedrigen Anteil an Wohnfläche auf. Dafür ist der Anteil an Gemeinbedarfsflächen mit 22 % bzw. 23 % hier sehr hoch. Die ursprünglich vorhandene Nutzungsmischung ist in den Bezirken Mitte und Friedrichshain-Kreuzberg noch am deutlichsten zu erkennen. Sie sind die Bezirke mit den weitaus größten Mischnutzungsanteilen (15 % und 13 %).

Als Wohnbezirk mit geringer gewerblicher Nutzung (5 %) fällt Steglitz-Zehlendorf (65 % Wohnnutzung) auf.

Änderungen im Vergleich zur vorherigen Ausgabe

Ein direkter Vergleich mit den Zahlen der Ausgabe 2008 ist nur bedingt möglich, da zum einen die Beschreibungen der Kartiereinheiten einer eingehenden Prüfung unterzogen und teilweise an die veränderten Datengrundlagen angepasst wurden. In diesem Zuge wurden z.B. die drei bisher bestehenden Mischnutzungskategorien der Realnutzungskartierung zu Einer zusammengefasst. Zum anderen wurden auch die Regeln zur Zulässigkeit von Doppelnutzungen sowie zur Zulässigkeit von Kombinationen verschiedener Flächennutzungen und Flächentypen analysiert und der Datenbestand anhand dieser Regeln auf Plausibilität und Konsistenz überprüft. In welchem Umfang Veränderungen der Flächenanteile der jeweiligen Nutzungen methodisch bedingt sind und nicht auf tatsächliche Nutzungsänderungen zurückzuführen sind, kann nicht genau beziffert werden. Es ist jedoch anzunehmen, dass der flächenmäßige Anteil der tatsächlichen Nutzungsänderungen im Vergleich zu den methodisch bedingten Veränderungen deutlich geringfügiger ausfällt.

Beispielsweise wurde u.a. festgelegt, dass alle Sportnutzungen der Karte der Grün- und Freiflächennutzungen generell auch der Kategorie Gemeinbedarfs- und Sondernutzungen der Realnutzungskarte der bebauten Flächen zuzuordnen sind, was bisher nicht konsequent der Fall war. Ein Großteil der Zunahme der Flächen der Gemeinbedarfs- und Sondernutzungen ist wahrscheinlich auf diese methodische Änderung zurückzuführen.

Auch die Zunahme der Gewerbe- und Industrieflächen geht zumindest teilweise auf eine methodische Änderung zurück: Alle Flächen, die in der Ausgabe 2008 den Gemeinbedarfs- und Sondernutzungen und gleichzeitig dem Flächentyp „Post“ zugeordnet waren, wurden in der Ausgabe 2011 den Gewerbe- und Industrienutzungen zugeordnet. Ebenso fallen die zentralen Markthallen und Hafenanlagen, die bisher als Ver- und Entsorgungseinrichtungen kartiert wurden, jetzt in diese Kategorie.

Ein weiteres Beispiel für eine methodisch bedingte Änderung der Flächenanteile ist die Zunahme der Wochenendhausgebiete. Im Zuge der Überarbeitung wurde festgelegt, dass in die Kategorie „Kleingarten“ der Karte der Grün- und Freiflächennutzungen nur Flächen aufgenommen werden, die in der von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung geführten Liste der Berliner Kleingartenkolonien enthalten sind. Alle übrigen Flächen, die bei der visuellen Ansprache im Luftbild zwar Kleingartenanlagen ähneln, aber nicht im Kleingartenbestand des Landes Berlin geführt werden, wurden nunmehr in die Kategorie „Wochenendhäuser und kleingartenartige Nutzungen“ überführt. Dieser Wechsel von – bezogen auf die beiden betroffenen Nutzungskategorien – relativ großen Flächenanteilen von der Karte der Grün- und Freiflächennutzungen in eine Kategorie der bebauten Flächen bedingt zudem, dass sich der Anteil der bebauten Flächen insgesamt geringfügig erhöht, ohne dass eine tatsächliche Nutzungsänderung stattgefunden hat.

Die deutliche Abnahme der Verkehrsflächen im Bezirk Tempelhof-Schöneberg, die auch mit einer Abnahme der Verkehrsflächen der Gesamtstadt einhergeht, geht dagegen vornehmlich auf die Schließung des Flughafens Tempelhof – also eine tatsächliche Nutzungsänderung – zurück. Die Brachflächen zwischen den Rollbahnen etc. erhalten jetzt keine Doppelnutzung als Verkehrsfläche mehr. Der Anteil der Verkehrsflächen hat sich hier also reduziert, ohne dass eine Entsiegelung (oder sonstige Umgestaltung) der Flächen stattgefunden hat.

Beschreibung der Karte 06.02 Grün- und Freiflächenbestand

Die Karte 06.02 Grün- und Freiflächenbestand zeigt die verschiedenen Nutzungsarten in ihren Anteilen an der nicht bebauten Fläche Berlins sowie ihre Verteilung über die Stadt.

Der größte Teil des Grün- und Freiflächenbestands liegt im Stadtrandbereich. Prägend sind die großen Waldflächen des Grunewalds und der Forst Düppel im Südwesten, der Spandauer und Tegeler Forst im Nordwesten und die großen Waldgebiete im Bezirk Treptow-Köpenick im Südosten von Berlin. 39 % aller Grün- und Freiflächen sind Wald. Der Anteil der Gewässer beträgt ca. 13 % (vgl. Abb. 6).

Landwirtschaftlich genutzte Flächen, die gut 8 % des Freiflächenbestands einnehmen, befinden sich insbesondere im nordöstlichen Stadtgebiet (Pankow und Weißensee). Weitere Landwirtschaftsflächen liegen in den östlichen, südlichen und westlichen Stadtrandbereichen. Kleingartengebiete, die etwas mehr als 12 % des Freiflächenbestandes ausmachen, sind fast ausschließlich außerhalb des S-Bahnringes in den äußeren Stadtbezirken zu finden. Oft liegen sie in der Nähe von Kanälen, Flüssen und Bahnlinien. Zurzeit nicht genutzte Brachflächen verteilen sich über das gesamte Stadtgebiet, insbesondere entlang von Bahnlinien und Gewässern sowie auf (ehemaligen) Flugplätzen. Sie nehmen fast 11 % des Freiflächenbestands ein. Baumschulen und Gartenbaubetriebe befinden sich nur im Stadtrandbereich, während Sportplätze, Friedhöfe und Parks bzw. Grünanlagen im gesamten Stadtgebiet auftreten.

Die Flächengrößen der einzelnen Freiflächen nehmen vom Innenstadtbereich in Richtung Stadtrand zu. Zudem treten die verschiedenen Freiflächenkategorien im äußeren Stadtgebiet häufig im Verbund miteinander auf und bilden so größere zusammenhängende Freiraumsysteme, während die verschiedenen Freiflächen im Innenstadtbereich meistens isoliert vorkommen und von bebauten Flächen umgeben sind. In den innerstädtischen Bezirken wird der Freiflächenbestand von Parkanlagen dominiert.

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Abb. 6: Anteile ausgewählter Nutzungsarten an den Grün- und Freiflächen der Berliner Bezirke, Flächengrößen auf Basis der Teilblockkarte ISU 5 (bei Grünvorrang)
Bild: Umweltatlas Berlin

Änderungen im Vergleich zur vorherigen Ausgabe

Wie schon im vorigen Kapitel erwähnt, ist ein direkter Vergleich mit den Zahlen der Ausgabe 2008 nur bedingt möglich. Auch in der Karte des Grün- und Freiflächenbestands sind die Kartiereinheiten einer Revision unterzogen worden. Dabei wurden z.B. die drei bisher bestehenden Kleingartenkategorien ebenso wie die beiden Waldkategorien jeweils zu einer Kategorie zusammengefasst. Die Nutzungskategorie „Campingplätze“ wurde im Rahmen der aktuellen Überarbeitung ganz aufgelöst.

Wie bereits bei der Beschreibung der Realnutzungskarte der bebauten Flächen dargelegt, ist die Abnahme der Kleingartenanlagen ein Beispiel für die methodisch bedingte Änderung der Flächenanteile. Alle Flächen, die bei der visuellen Ansprache im Luftbild zwar Kleingartenanlagen ähneln, aber nicht im Kleingartenbestand des Landes Berlin geführt werden, wurden nunmehr in die Kategorie „Wochenendhäuser und kleingartenartige Nutzungen“ der Realnutzungskarte der bebauten Flächen überführt.

Ebenfalls auf eine methodische Änderung zurückzuführen ist wahrscheinlich die relativ deutliche Zunahme in der Kategorie Park / Grünfläche: Die gezielte Auswertung des bei der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung geführten Grünflächenverzeichnisses führte dazu, dass eine Anzahl von Flächen, die bisher z.B. als Wald- oder Brachfläche kartiert waren, nun der Kategorie Park / Grünfläche zugeordnet werden.

Insgesamt lässt sich jedoch nicht verlässlich feststellen, in welchem Umfang Veränderungen der Flächenanteile der jeweiligen Nutzungen methodisch bedingt sind und nicht auf tatsächliche Nutzungsänderungen zurückzuführen sind, so dass diesbezüglich eine quantifizierende Auswertung keinen Sinn macht.