Flurabstand des Grundwassers 2009

Kartenbeschreibung

Jeweils etwa 20 % Flächenanteil nehmen die Flurabstandsklassen 2 bis 4 Meter, 4 bis 10 Meter, 10 bis 20 Meter und 20 bis 40 Meter in Berlin ein. Grundwassernahe Gebiete mit Flurabständen < 2 Meter machen ca. 12 % der Fläche aus. Sehr hohe Flurabstände > 40 Meter treten nur vereinzelt an morphologischen Hochlagen in ca. 1 % der Fläche in Berlin auf.

Kein Flurabstand ist in den Gebieten eingetragen, in denen – wie oben im Kapitel Methode beschrieben – der bedeckte quartäre Hauptgrundwasserleiter unter Geschiebemergel nicht zusammenhängend, sondern nur isoliert verbreitet ist. Lokal kann hier trotzdem oberflächennahes Grundwasser im Untergrund auftreten, das sogar Feuchtgebiete (z. B. im oberen Tegeler Fließtal bei Lübars) mit ausreichend Wasser für die dort lebenden Biozönosen versorgt.

In Brandenburg sind die Flurabstände des Grundwassers im Südosten und im Nordwesten der Stadt innerhalb des Urstromtals zumeist sehr gering, außerhalb davon im Bereich der Hochflächen z. T. sehr hoch ausgeprägt. Im Nordosten liegen sie großflächig bei mehr als 40 Meter innerhalb der gespannten Gebiete des Barnims.

Im Urstromtal liegen die Flurabstände überwiegend im Bereich von 2 bis 4 Meter unter Gelände. Flurnahe Flächen mit weniger als 2 Meter Abstand des Grundwassers zur Geländeoberkante finden sich generell im Umfeld vieler Oberflächengewässer. Relativ große Flächen mit einem Flurabstand zwischen 1 und 2 Meter finden sich auch in den südlichen Ortsteilen des Bezirkes Köpenick (nördlich und südlich des Langen Sees) sowie im Spandauer Forst, am Heiligensee östlich der Havel und nördlich sowie südlich der Rummelsburger Bucht.

Höhere Flurabstände (> 4 Meter) innerhalb des Urstromtals haben entweder morphologische Ursachen (z. B. Dünen innerhalb des Tegeler Forstes, östlich des Müggelsees oder in den Rehbergen) oder sie liegen im Einflussbereich der Wasserwerksbrunnen (z. B. Spandau, Tegel, Friedrichshagen, Johannisthal), und sind hier durch die aktuelle Absenkung bedingt. Kleinflächig finden sich auch Bereiche mit erhöhten Flurabständen innerhalb des Urstromtales, in denen gespannte Grundwasserverhältnisse auftreten. Hier werden die Flurabstände durch die Unterkanten der Weichselmoräne über dem Hauptgrundwasserleiter gebildet.

In den Hochflächenbereichen steigen die Flurabstände generell stark an. Sie liegen hier zumeist oberhalb von 10 Meter. Sehr markant zeichnet sich insbesondere der südliche Rand der Barnim-Hochfläche ab. Innerhalb des östlichen Bereichs der Barnim-Hochfläche treten vereinzelt in lokalen Senken Flurabstände von weniger als 10 Meter auf (z. B. im Gebiet um den Malchower See oder im Quellgebiet der Wuhle). Ansonsten dominieren hier jedoch Flurabstände oberhalb von 20 Meter, lokal auch oberhalb von 30 bzw. 40 Metern. Der nördliche Bereich der Barnim-Hochfläche – getrennt durch den Taleinschnitt der Panke mit sehr niedrigen Flurabständen des oberflächennahen Grundwasserleiter 1 – ist durch z. T. sehr hohe Flurabstände von bis zu 40 Meter und mehr geprägt. Hier erreicht die Grundmoräne sehr große Mächtigkeiten. Im Nordwesten (Frohnau) liegen die Flurabstände hingegen zumeist im Bereich von maximal 20 bis 30 Meter, im westlichen Bereich (Bieselheide) oftmals auch unterhalb von 20 Meter im hier ungespannten Bereich.

Innerhalb des Grunewaldes sowie auch überwiegend westlich der Havel in Kladow und Gatow zeigen sich großflächig Flurabstände von mehr als 20 Meter. Hier bestehen überwiegend ungespannte Verhältnisse innerhalb der anstehenden Hochflächensande, die hohen Beträge werden durch morphologische Hochlagen verursacht (Teufelsberg, Schäferberg, Havelberge am Grunewaldturm), ebenso wie in den Müggelbergen.

Der westliche Bereich der Teltow-Hochfläche zwischen der Grunewaldseenkette sowie dem Teltowkanal ist durch stark wechselnde Flurabstände zwischen 5 Meter und 30 Meter geprägt. Hier bestehen auch heterogene regionale Verhältnisse in Bezug auf den Spannungszustand des Grundwassers. Südöstlich des Teltowkanals hingegen zeigen sich überwiegend Flurabstände oberhalb von 20 Meter in Gebieten mit gespanntem Grundwasser. Gegliedert wird dieser Bereich nochmals durch den Taleinschnitt des Rudower Fließes. Östlich hiervon finden sich in Bohnsdorf wieder Flurabstände von mehr als 20 Meter.

Deutlich niedrigere Flurabstände finden sich überwiegend in den ungespannten Gebieten und ganz besonders deutlich an den Rändern zu den gespannten Gebieten. Dieser Effekt wird durch die aktuell getrennte Berechnung der Grundwasseroberfläche in gespannten und ungespannten Gebieten erreicht (s. o.). Hierdurch wird sichergestellt, dass es bei der Berechnung zu keiner Beeinflussung außerhalb der gespannten Gebiete kommt. Auch der Barnimrand (z. B. östlich der Wuhle oder westlich des Panketals) zeigt diesen Effekt sehr deutlich.

Im Vergleich zur letzten Ausgabe der Flurabstandskarte mit den Grundwasserstandswerten vom Mai 2006 ergeben sich vor allem dort Abweichungen, wo nunmehr das verbesserte Höhenmodell zur Anwendung kommen konnte. Darüber hinaus sind überwiegend nur geringfügige Abweichungen zu verzeichnen, die einen Meter Unterschied nicht übersteigen. Es treten jedoch auch Gebiete auf, in denen der Flurabstand deutlich abgenommen hat. Hierbei handelt es sich ganz überwiegend um die Innenstadtgebiete, in denen das Grundwasser neben den klimatischen Einflüssen auch lokalen bzw. nur zeitlich befristet wirksamen Einflüssen (z. B. durch Tiefbaumaßnahmen) ausgesetzt waren. Im ungespannten Bereich des Urstromtals sind die Flurabstände insgesamt gesehen im Vergleich der drei Jahre auf einem gleich bleibenden Niveau geblieben.