Die digitale Berliner Luftkarte bietet einen Überblick über die Luftqualität in 50 m × 50 m großen Rasterfeldern der Stadt. Sie basiert auf Jahresmittelwerten (2025) der Schadstoffe NO₂, PM₁₀ und PM₂,₅ und stuft die Belastung in fünf Kategorien ein – von „sehr niedriger“ bis „hoher“ Belastung mit Luftschadstoffen. Die Einstufung richtet sich nach den Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sowie den erforderlichen Zwischenzielen zur Erreichung einer Luftqualität, die nach aktuellem wissenschaftlichem Stand als gesundheitlich unbedenklich gilt.
Ergebnisse und Verteilung:
Im Vergleich zum Vorjahr hat sich die Luftqualität wetterbedingt leicht verschlechtert. Ursache hierfür waren keine höheren Emissionen, sondern überwiegend austauscharme Wetterlagen im Jahresverlauf sowie in einzelnen Zeiträumen des Jahres 2025. Dadurch wurden Luftschadstoffe weniger stark verdünnt als im Jahr 2024.
- Auf 28 % der Berliner Stadtfläche war die Luftqualität gut oder sehr gut. In diesen Bereichen lebt jedoch praktisch keine Bevölkerung.
- 64 % der Berliner Fläche wiesen eine mäßige Luftqualität auf. Dort leben rund 79 % der Berlinerinnen und Berliner und sind somit einer mäßigen Luftschadstoffbelastung ausgesetzt.
- Auf 8 % der Berliner Fläche wurde eine erhöhte Luftschadstoffbelastung festgestellt. In diesen vergleichsweise kleinen Bereichen leben jedoch gut 20 % der Einwohnerinnen und Einwohner Berlins, die damit einer erhöhten Luftschadstoffbelastung ausgesetzt sind.
- Eine hohe Luftschadstoffbelastung wurde – wie bereits im Jahr 2024 – auch 2025 in keinem Bereich Berlins festgestellt.
- Die gesetzlichen Grenzwerte zum Schutz der menschlichen Gesundheit, die seit mehr als zehn Jahren einzuhalten sind, wurden in Berlin auch im Jahr 2025 sicher eingehalten.
Gesundheitliche Auswirkungen:
Feinstaub – insbesondere PM₂,₅ – ist gesundheitsschädlich, selbst in sehr geringen Konzentrationen. Er kann unter anderem Krebs, neurologische Störungen, Atemwegserkrankungen sowie gesundheitliche Risiken für ungeborene Kinder verursachen. Luftschadstoffe gelangen über die Atemwege tief in den Körper und können Organe sowie das Gehirn erreichen.
Maßnahmen zur Luftverbesserung:
- Verkehr: Umweltzonen, Tempolimits und der Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs.
- Heizsysteme: emissionsarme Anlagen, Filtertechnik sowie ein schadstoffarmer Betrieb von Holzöfen.
- Industrie & überregionale Quellen: europaweite Maßnahmen zur Reduzierung von Emissionen.
Die Karte dient sowohl der Bevölkerung als auch der Verwaltung als Orientierungshilfe, um Bereiche mit besonderem Handlungsbedarf zur weiteren Verbesserung der Luftqualität zu identifizieren.
Die Inhalte dieses Jahrgangs sind aktuell.