„Oft fallen soziale Benachteiligung und ein Umfeld mit ungünstigeren Umweltbedingungen zusammen. So sind sozial benachteiligte Bevölkerungsgruppen nicht selten auch stärkeren Umweltbelastungen ausgesetzt, in ihrer Gesundheit erheblich mehr gefährdet und somit in mehrerlei Hinsicht benachteiligt. Um das Zusammenspiel von Umweltbelastungen und sozialer Benachteiligung aufzuzeigen, wird die Mehrfachbelastungskarte Umwelt um die Komponente Status-Index als Maß der sozialen Benachteiligung erweitert.
Der Anteil von Planungsräumen mit einem hohen Status-Index nimmt mit steigender Umweltbelastung stark ab: Während unter den aus Umweltgesichtspunkten unbelasteten Räumen rund 26 % mit hohem Status-Index zu finden sind, beträgt der Anteil bei vierfach belasteten Planungsräumen nur noch rund 7 %. Dazu passt der Befund, dass sich der Anteil von Planungsräumen mit mittlerem und niedrigem Status-Index tendenziell mit der Anzahl der zu verzeichnenden Umweltbelastungen erhöht, wobei dieser Zusammenhang bei niedrigem Sozialstatus weniger deutlich ist als bei mittlerem Sozialstatus.
Nur drei Planungsräume sind in allen vier Umweltindikatoren hoch belastet und weisen darüber hinaus einen niedrigen Status-Index auf. Sie sind nahe des S-Bahn-Rings nordwestlich im Bezirk Mitte lokalisiert.“ (SenMVKU 2025, S. 26)
Die Korrelation dieser Mehrfachbelastung der Umweltvariablen mit dem Sozial-Index zeigt den Zusammenhang, also den Grad der Umweltungerechtigkeit, in Berlin auf. In Abbildung 5 gliedert sich der Status-Index in einen hohen, mittleren und niedrigen Sozialstatus, wobei 65,30% der Berliner und Berlinerinnen einem mittleren Sozialstatus, 18,66% einen niedrigen und 16,04% einem hohen Sozialstatus zuzuordnen sind. Die nachfolgende Abbildung zeigt, dass die Planungsräume, die keine Umweltbelastungen aufweisen zu mehr als 25% durch einen sehr hohen/hohen Indexwert geprägt sind.