Die vorliegenden Karten der Grundwassertemperatur basieren auf der Auswertung von Temperaturmessungen aus dem Jahr 2024 aus mehr als 240 Messstellen im Land Berlin. Es ist zu beachten, dass für Messtiefen von mehr als 60 m unter Geländeoberkante, die Anzahl an verfügbaren Messstellen deutlich abnimmt. Aus diesem Grund wurden 24 geeignete Temperaturtiefenprofile auf 100 m extrapoliert um eine höhere Messpunktdichte im Tiefenhorizont 100 m zu erzielen. Hierbei sind Temperaturverläufe mit einem möglichst natürlichen Verlauf zu betrachten, d.h. es soll ab einer bestimmten Tiefe möglichst eine lineare Zunahme der Temperatur mit der Tiefe vorhanden sein. Die Anzahl der Messpunkte nach Tiefenhorizonten ist Abbildung 11 zu entnehmen.
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Grundwassertemperatur 2024
Abb. 11: Anzahl der Messpunkte nach Tiefenhorizonten
Bild: Umweltatlas Berlin
Die durch die Landesgeologie erfassten Temperaturtiefenprofile werden in der Regel mit einem Messpunktabstand zwischen 1 m und 5 m gemessen, wobei die Tiefe der Messpunkte auf die Geländeoberkante bezogen wird. Die Messung der Temperatur erfolgt mit Hilfe von Kabellichtloten und beginnt unterhalb des Wasserstands der Grundwassermessstelle. Der Messfehler, der sich aus der Kalibrier- und Messunsicherheit des Messgeräts wird mit ± 0,1 °C abgeschätzt.
Die Verteilung der Datenpunkte in unterschiedlichen Tiefen (20 m bis 100 m) ist dem Box-Plot-Diagramm in Abbildung 12 zu entnehmen. Die Medianlinie (grüne Linie in der Box) und die Mittelwertmarkierung (rotes x-Symbol) liegen nicht in allen Tiefenhorizonten übereinander und deuten auf asymmetrische Verteilungen hin. In 20 m Tiefe ist die Box (Interquartilsabstand = IQR) am breitesten, was auf eine größere Streuung der Temperaturen in dieser Tiefe hinweist. Mit zunehmender Tiefe (40 m, 60 m, 80 m, 100 m) werden die Boxen tendenziell schmaler, was bedeutet, dass die Temperaturwerte in tieferen Horizonten homogener sind. In allen Tiefenhorizonten sind Ausreißer sichtbar, die als kleine Punkte außerhalb der Whisker markiert sind. Diese Ausreißer liegen außerhalb des Bereichs von 1,5 × IQR (Interquartilsabstand) und deuten auf einzelne, ungewöhnlich hohe oder niedrige Temperaturwerte hin. Es wird durch die Lage der Boxen deutlich, dass die Temperatur mit zunehmender Tiefe bis 60 m abnimmt und ab 80 m wieder ansteigt und die Variabilität mit der Tiefe geringer wird. Insgesamt verdeutlicht der Boxplot, dass die Temperatur in den oberen Tiefen (vor allem bei 20 m) von größeren Schwankungen geprägt ist, während die tieferen Horizonte stabilere und gleichmäßigere bzw. gedämpftere Temperaturverhältnisse aufweisen.
Abb. 12: Verteilung der Messpunkte nach Tiefenhorizonten als Box-Plot
Bild: Umweltatlas Berlin