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Planungshinweise Stadtklima 2022

Methode

Das methodische Vorgehen umfasst den Bewertungsprozess der genutzten Grundlagen aus der Klimaanalyse 2022. Die Klimabewertung bildet das Endergebnis der gesamtstädtischen Klimamodellierung im Land Berlin. Die Klimamodellierung besteht aus aufeinander aufbauender Bearbeitungsschritte, die in die Klimabewertung münden, aber zugleich jeweils eigene abschließend nutzbare Ergebnisse darstellen. Hierzu zählen u. a. die Klimamodellierung, die Auswertung langjähriger Wetterstationen, die Aufbereitung der Modellierungsergebnisse im Rahmen der Klimaanalyse (vgl. Umweltatlas 04.10), die Analyse der Entwicklung ausgewählter Kenntage (vgl. Umweltatlas 04.12) sowie die im vorliegenden beschriebene Klimabewertung.

Modellgestützte Stadtklimaanalyse

Im Rahmen des Gesamtprojektes wurden mit dem mesoskaligen Klimamodell FITNAH eine Simulation für eine hochsommerliche Wetterlage mit einer horizontalen Auflösung von 10 m durchgeführt. Dieser basiert auf einer für stadtklimatische Analysen regelmäßig verwendeten autochthonen Wetterlage ohne übergeordneten Windeinfluss.

Es ist Stand der Technik, dass für die Ableitung der PHK lediglich eine meteorologische Situation herangezogen werden kann. Für die PHK 2022 wurde hierfür eine autochthone hochsommerliche Hochdruckwetterlage ohne übergeordneten Windeinfluss ausgewählt. Sie stellt diejenige Wetterlage dar, in der das stadtklimatische Prozessgeschehen am deutlichsten ausgeprägt ist, und auf dessen Basis sich dementsprechend auch sinnvolle Planungshinweise ableiten lassen. Da für spezifische Fragestellungen (z.B. B-Planverfahren, Wirkungsanalysen von Maßnahmen) zusätzlich die Ergebnisse der Analysephase relevant sein können, sind deren Daten ebenfalls im Geoportal Berlin abrufbar.

Betrachtete Raumeinheiten

In der PHK Hauptkarte werden vor allem drei räumliche Bewertungseinheiten unterschieden:

  • Siedlungsflächen,
  • Grün- und Freiflächen sowie
  • Verkehrsflächen.

Den Siedlungsflächen sind solche Flächen zugeordnet, die primär die Funktionen Wohnen, Arbeiten und Gemeinbedarf erfüllen. Vor allem in den Wohngebieten hält sich der Mensch sowohl am Tag als auch in der Nacht auf. Unter Frei- und Grünflächen sind alle Areale subsummiert, die entweder vorrangig der menschlichen Erholung dienen (z. B. Parks, Kleingärten, Wälder) oder andere klimaökologische Dienstleistungen erbringen (z. B. Ackerflächen). Aus stadtklimatischer Sicht können Grün- und Freiflächen einen doppelten Nutzen erbringen. Zum einen werden sie tagsüber aktiv aufgesucht und bilden ein Gegengewicht zu etwaigem thermischen oder lufthygienischen Stress in den Straßen- und Siedlungsrflächen. Zum anderen produzieren und/oder transportieren sie insbesondere nachts Kalt- und Frischluft und ermöglichen der angrenzenden Bevölkerung so einen erholsamen Schlaf auch während bioklimatischer Belastungswetterlagen. Verkehrsflächen hingegen spielen vor allem tagsüber als temporärer Aufenthaltsbereich des Menschen eine Rolle. Sie werden entweder zum längeren Aufenthalt aufgesucht (z. B. Stadtplätze) oder aber als Mittel zum Zweck genutzt, um ein Bewegungsziel zu erreichen (z. B. Arbeits- oder Einkaufsweg).

Den geometrischen Raumbezug bilden die Einheiten des Informationssystems Stadt und Umwelt 2020 (ISU5). Jede Fläche ist dabei eindeutig einer der drei Nutzungskategorien zugeordnet worden. Die Zuordnung erfolgte auf der Basis der sog. Flächentypen (vgl. 06.08 Umweltatlas 2020, SenStadt 2020).

Von den rund 890 km² des Berliner Stadtgebietes sind in diesem Projekt 389 km² (43,8 %) als Siedlungsfläche, 326 km² (36,6 %) als Grünfläche und 121 km² als Verkehrsfläche (13,6 %) klassifiziert worden. Die übrigen etwa 6 % der Gesamtfläche Berlins bilden Fließ- und Standgewässer. Offene Wasserflächen nehmen aufgrund ihrer klimatischen Ausgleichsfunktion eine nicht unwesentliche Funktion im stadtklimatischen Prozessgeschehen Berlins ein. Da Wasserflächen aber in aller Regel keinem Umwandlungs- oder Entwicklungsdruck unterliegen, werden sie in der PHK lediglich nachrichtlich dargestellt.

Ansatz, Datengrundlagen und Methode des zur Aktualisierung der Klimadaten eingesetzten Verfahrens stellen auf eine größtmögliche, gleichzeitig flächendeckende Detailliertheit der resultierenden Aussagen ab. Aufgrund der dynamischen Entwicklung in der Stadt ändern sich jedoch die Ausgangsvoraussetzungen für die Bewertung auf einzelnen Flächen schneller als der mögliche Fortschreibungszyklus der Karten im Umweltatlas. Es wird daher empfohlen, die Überlagerungsfunktion mit den jeweils aktuellen Luftbildern im Geoportal für eine Flächenkontrolle sowie zum Vergleich mit den Sachdaten der PHK zu nutzen. Daraus lassen sich Rückschlüsse auf die Verwendbarkeit der Bewertungsergebnisse ziehen.

Stadtklimatische Bewertung

Die methodische Konzeption der einzelnen Karten ist der technischen Dokumentation zu entnehmen.

Kontakt

Leilah Haag