Basierend auf den Auswertungen der Stationsdaten im Raum Berlin können für die Klimamodellierung 2022 (vgl. Umweltatlaskarte 04.10 und Umweltatlaskarte 04.11) mehrere Erkenntnisse gewonnen werden. Die Analyse autochthoner Nächte zeigt, dass diese Wetterlagen einen signifikanten Anteil während der Sommermonate ausmachen. Für die Modellierung wurden insbesondere Temperaturverteilungen um 21 Uhr während solcher Nächte betrachtet, da diese maßgeblich die Ausgangsbedingungen für Simulationen von Kaltluftströmungen und Wärmeinseleffekten prägen. Die mittlere Lufttemperatur um 21 Uhr bei autochthonen sommerlichen Wetterlagen wurde am Beispiel der Station Berlin-Tempelhof auf durchschnittlich etwa 21,2 °C ermittelt. Dieser Wert wurde unter anderem als Starttemperatur in den Modellberechnungen verwendet, um einen Sommertag mit entsprechender thermischer Belastung abzubilden. Durch das Modell lassen sich aus punktuellen Stationsergebnissen somit flächenhafte Information für das gesamte Stadtgebiet gewinnen.
Die fortschreitende Erwärmung, die sich in allen untersuchten Referenzperioden zeigt, und die Zunahme von Sommertagen und heißen Tagen sowie Verringerung von Frosttagen weisen darauf hin, dass sommerliche Wetterlagen mit starker thermischer Belastung in Berlin zukünftig mit hoher Wahrscheinlichkeit dem Trend folgend zunehmen werden. Modellierungen solcher Wetterlagen im stadtklimatischen Kontext sind daher von wachsender Bedeutung, um belastbare und repräsentative Aussagen über die Entwicklung wärmebelasteter Siedlungsräume treffen zu können. Die dabei erstellten klimatischen Modellkarten bieten eine fundierte Entscheidungsgrundlage für die zukünftige städtebauliche Entwicklung.