Langjährige Entwicklung ausgewählter Klimaparameter 2022

Datengrundlage

Im folgenden Kapitel werden die verwendeten Daten aus den existierenden bzw. für die Auswertung herangezogenen Messstationen erläutert.

Im Berliner Raum existieren bzw. existierten verschiedene Messstationen. Die für die Auswertung herangezogenen Stationen sind in einer Übersichtskarte in Abbildung 1 dargestellt. Die Beschreibung und Auswertung der einzelnen Standorte erfolgt im Kapitel „Ergebnisse der Stationsauswertungen“. Insgesamt wurden sechs verschiedene DWD-Stationen berücksichtigt, die sich unterschiedlich über das Stadtgebiet verteilen und unterschiedliche Messlaufzeiten betrachten.

Abb. 1: Standortübersicht der ausgewerteten Klimastationen

Abb. 1: Standortübersicht der ausgewerteten Klimastationen

Die Analyse klimatischer Entwicklungen sowie die Auswertung spezifischer Witterungsverhältnisse erfordern eine fundierte und qualitativ hochwertige Datengrundlage. In der vorliegenden Untersuchung werden hierfür sowohl punktuelle Messdaten einzelner Wetterstationen als auch auf Stationsdaten basierende flächenhafte Rasterdaten verwendet, die vom DWD bereitgestellt werden. Die Daten können frei zugänglich aus dem Climate Data Center (CDC) bezogen werden (vgl. DWD 2024a). Der Bezug der Daten wird skriptbasiert automatisch vollzogen und ist Bestandteil des CDA Auswertungsprogramms (siehe Methode).

Messstationsdaten

Für die Stationsauswertung wurden langjährige Datenreihen, basierend auf den Messungen der genannten DWD-Stationen, verwendet. Für die Analyse ausschlaggebender meteorologischer Parameter sind neben der (1) Lufttemperatur und dem (2) Niederschlag auch Messungen von (3) Wind und (4) Sonnenscheindauer bzw. Bewölkung von Bedeutung, um gemäß der Definition die Bestimmung von autochthonen Witterungen durchführen zu können.

Es wurden die Messreihen der einzelnen Stationen einer Güteauswertung dieser Parameter hinsichtlich ihrer Verfügbarkeit und Konsistenz unterzogen und in Tabelle 2 jeweils für die Analyse von autochthonen Nächten bzw. Windrosen dargestellt. Dabei repräsentieren grün hinterlegte Felder in der Tabelle eine ausreichend gute Datenvollständigkeit, sodass eine Auswertung des Parameters ohne Einschränkung möglich ist. Gelbe Flächen wurden zwar ausgewertet, aber die Datenvollständigkeit der betrachteten Periode ist geringer. Rote Flächen wurden nicht ausgewertet, da die Datenvollständigkeit im betrachteten Zeitraum bei mehr als der Hälfte der Monate unter 30% liegt und somit keine aussagekräftigen Interpretationen der Messdaten möglich ist.

Die Datenvollständigkeit und Dauer der Messungen variieren an den betrachteten Stationen stark. So zeigt sich bei Auswertung der autochthonen Nächte für die Periode 1961-1990 nur für die Stationen Potsdam-Telegrafenberg sowie Tempelhof eine ausreichend vollständige Datenmenge. Die Daten der Stationen Dahlem, Buch, Tegel und Alexanderplatz lassen keine spezifische Analyse zu. Ähnliches zeigt sich für die Erstellung der Windrosen, wobei für die Station Dahlem keine verwertbaren Windmessungen vorliegen.

Tab. 2: Datenvollständigkeit der zur Auswertung herangezogenen Klimastationen hinsichtlich der ausgewerteten autochthonen Nächte und Windrosen

Tab. 2: Datenvollständigkeit der zur Auswertung herangezogenen Klimastationen hinsichtlich der ausgewerteten autochthonen Nächte und Windrosen

Rasterdaten

Außerdem werden für die flächenhaften Darstellungen Berlins jährliche Rasterdaten des DWD verwendet (DWD 2024b). Diese basieren auf DWD-Stationsdaten, welche unter Berücksichtigung ihrer Entfernung horizontal flächendeckend interpoliert und auf eine Auflösung von 1 km x 1 km gebracht werden (vgl. DWD Climate Data Center 2024). Dabei entstehen durch das gewählte Interpolationsverfahren sowie durch ungenaue und fehlende Messdaten Unsicherheiten im Datensatz. Beim Vergleich der verschiedenen Referenzperioden muss bei den Rasterdaten also darauf geachtet werden, dass ältere Daten aufgrund der geringeren Messnetzdichte weniger aussagekräftig sind als Ergebnisse aus aktuellerer Zeit. Außerdem können kleinräumige klimatische Prozesse wie etwa der städtische Wärmeinseleffekt nicht durch das Messnetz oder Regressionsverfahren dargestellt werden. Weitere Informationen über den Rasterdatensatz und ihre Unsicherheiten gibt es für z. B. den Jahresniederschlag in der Beschreibung zum Datensatz auf der Seite des DWD Climate Data Center (DWD Climate Data Center 2024).

Kontakt

Leilah Haag