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Langjährige Entwicklung ausgewählter Klimaparameter 2022

Die Messstation Berlin-Tegel befand sich im Nordwesten Berlins auf dem Gebiet des ehemaligen Flughafens Tegel. Die Station ist durch ihre Lage sowohl städtisch (in östlichen und südlichen Richtungen) als auch von angrenzenden Freiflächen des Flughafens und von kleineren Wald- bzw. Seenflächen am nördlichen Rand geprägt. Die meteorologische Station war seit 1963 in Betrieb, wurde aber vom DWD im Mai 2021 aufgegeben und an den Flughafen Berlin-Brandenburg verlegt (DWD o.J.). Sie liefert daher keine Wetterdaten mehr. Für die Daten des Analysezeitraum (bis 2020) in dieser Stationsauswertung hat dies jedoch keine Auswirkungen.

Tab. 9: Kenndaten der Klimastation Berlin-Tegel

Tab. 9: Kenndaten der Klimastation Berlin-Tegel

Abb. 28: Lage der Station Berlin-Tegel

Abb. 28: Lage der Station Berlin-Tegel

Klimadiagramme

Im Klimadiagramm der Station Tegel ist für die Referenzperiode 1961-1990 eine langjährige Mitteltemperatur von 9,3 °C und eine mittlere Niederschlagssumme von 519 mm. zu erkennen. Auch hier lässt sich eine Zunahme der langjährigen Mitteltemperatur feststellen, welche in der Referenzperiode 1991-2020 10,3 °C beträgt. Somit liegen die mittleren Temperaturen der Station Tegel leicht über den berlinweiten Durchschnitt von 10,1 °C (siehe Ergebnisse der historischen Auswertung). Die mittlere Höchsttemperatur in Tegel verzeichnet einen Anstieg von 1,6°C über den gesamten Zeitraum (s. Abbildung 29).

Abb. 29: Klimadiagramme der Station Tegel für alle Referenzperioden, basierend auf DWD-Stationsdaten

Abb. 29: Klimadiagramme der Station Tegel für alle Referenzperioden, basierend auf DWD-Stationsdaten

Windrichtungsverteilung

Die Abbildung 30 zeigt die langjährige Windrichtungsverteilung für die Tag- und Nachtsituation der Station Tegel in 10 m Höhe. Sowohl am Tag als auch in der Nacht lässt sich eine Hauptwindrichtung aus Westen feststellen. Abgesehen von leicht geringeren Windgeschwindigkeiten stellt sich in den Nachtstunden bezogen auf die langjährige mittlere Situation kein abweichendes Strömungsverhalten ein.

Abb. 30: Windverteilungen der Station Tegel für alle Referenzperioden, basierend auf DWD-Stationsdaten

Abb. 30: Windverteilungen der Station Tegel für alle Referenzperioden, basierend auf DWD-Stationsdaten

Während windarmer Strahlungsnächte in den Sommermonaten herrschen hingegen nordöstlich bis östliche Windsysteme. Dies deutet auf die Entstehung von lokalen Windsystemen in den Nachtstunden hin. Auch die Klimamodellierung 2022 zeigt für den Standort der Messstation am östlichen Rand des ehemaligen Flughafengeländes ein lokales Windfeld aus östlicher Richtung (vgl. Umweltatlaskarte 04.10.1, 2022).

Abb. 31: Windrichtungsverteilung der Station Tegel während autochthoner Nächte in den Sommermonaten Juni, Juli und August für die Zeiträume 1987-1990, 1987-2010 und 1991-2020, basierend auf DWD-Stationsdaten

Abb. 31: Windrichtungsverteilung der Station Tegel während autochthoner Nächte in den Sommermonaten Juni, Juli und August für die Zeiträume 1987-1990, 1987-2010 und 1991-2020, basierend auf DWD-Stationsdaten

Lufttemperatur

Die Abbildung 32 zeigt die Höhe und Häufigkeit der Lufttemperaturen um 21 Uhr an windarmen Strahlungsnächten in den Zeiträumen 1987-2000, 1987-2010 und 1991-2020, für die ausreichende Daten zur Ermittlung der autochthonen Wetterlagen vorliegen. Der Zeitpunkt um 21 Uhr gibt für die Klimaanalyse 2022 (vgl. Umweltatlaskarte 04.10) die Starttemperatur vor. Am Standort Tempelhof beträgt diese im Mittel 21,2 °C für die Referenzperiode 1990-2020. Es ist darauf hinzuweisen, dass sich die Skalen der Diagramme unterscheiden bzw. die drei Zeiträume unterschiedlich lang sind.

Im langjährigen Mittel der Referenzperiode 1971-2000 traten 60,6 windschwache Strahlungsnächte pro Jahr auf (s. Abbildung 33). In den Referenzperioden 1981-2010 und 1991-2020 stieg die Anzahl von windschwachen Strahlungsnächten auf 65,6 pro Jahr. In den Sommermonaten Juni, Juli und August wurden in der letzten Referenzperiode ca. 24 windschwache Strahlungsnächte jährlich verzeichnet, was einem Anteil von ca. 36 % an dem jährlichen Mittel von 65,6 solcher Nächte entspricht. Neben dem Häufigkeitsmaximum im August wurden auch im September ca. 9 und im April und Mai jeweils ca. 7 windschwache Strahlungsnächte beobachtet. Aufgrund der geringeren saisonalen Hitzebelastung in Siedlungsflächen ist die Relevanz dieser Wetterlage außerhalb der Sommermonate als gering einzustufen.

Abb. 32: Häufigkeitsverteilung der Lufttemperatur um 21 Uhr an der Station Tegel in den Sommermonaten (JJA) für Sommertage (t_max >= 25°C) für die Zeiträume 1987-2000, 1987-2010 und 1991 -2020, basierend auf DWD-Stationsdaten

Abb. 32: Häufigkeitsverteilung der Lufttemperatur um 21 Uhr an der Station Tegel in den Sommermonaten (JJA) für Sommertage (t_max >= 25°C) für die Zeiträume 1987-2000, 1987-2010 und 1991 -2020, basierend auf DWD-Stationsdaten

Abb. 33: Mittlere monatliche Anzahl an autochthonen Nächten an der Station Tegel für die Referenzperioden 1971-2000, 1981-2010, 1991-2020, basierend auf DWD-Stationsdaten

Abb. 33: Mittlere monatliche Anzahl an autochthonen Nächten an der Station Tegel für die Referenzperioden 1971-2000, 1981-2010, 1991-2020, basierend auf DWD-Stationsdaten

Kennwerte

Tabelle 10 stellt die aus den Messungen der Station Tegel abgeleiteten meteorologischen Kennwerte für Lufttemperatur, Niederschlag und Wasserhaushalt dar.

Tab. 10: Meteorologische Klimakennwerte für die Station Berlin-Tegel für alle Referenzperioden, basierend auf DWD-Stationsdaten. Definitionen zu den meteorologischen Kennwerten sind im Glossar vorzufinden (siehe Tab. 1)

Tab. 10: Meteorologische Klimakennwerte für die Station Berlin-Tegel für alle Referenzperioden, basierend auf DWD-Stationsdaten. Definitionen zu den meteorologischen Kennwerten sind im Glossar vorzufinden (siehe Tab. 1)

Kontakt

Leilah Haag