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Grünbeschichtung: Mehr Sicherheit durch bessere Sichtbarkeit

Ein breiter grüner Fahrradstreifen von oben fotografiert. Zwei Fahradfahrende befahren den Streifen.
Bild: Ralf Rühmeier

Sicherheit ist für einen attraktiven Fahrradverkehr eine wichtige Voraussetzung. Deswegen sollen bestehende Radstreifen sicherer werden. Farbige Beschichtungen erhöhen die Sichtbarkeit der Radwege und damit die Sicherheit der Nutzer*innen. Zudem tragen sie dazu bei, dass der motorisierte Verkehr weniger häufig die Fahrspur der Radfahrenden kreuzt oder als Park- und Haltefläche beansprucht.

An vielen Strecken werden in einer Testphase von fünf Jahren deswegen Grünbeschichtungen vorgenommen und dabei die Oberflächen der Radwege erneuert; teilweise werden die Wege auch verbreitert. Zusätzlich erhalten die Radwege das weiße Fahrradsymbol und in den Kreuzungsbereichen werden die Radfahrstreifen rot beschichtet, um ihre Signalwirkung zu verstärken.

Die Farbauswahl folgt bewährten und international gebräuchlichen Standards. Als Materialien kommen Kaltplastik und Epoxidharz zum Einsatz. Die Materialien werden hinsichtlich ihrer Eigenschaften, Beschaffungskosten und Belastbarkeit in einer wissenschaftlichen Begleituntersuchung getestet.

Farbige Beschichtungen ermöglichen kurzfristig dort eine Verbesserung, wo keine Planungen nach dem Mobilitätsgesetz zur Umsetzung vorliegen. Unabhängig von den Grünbeschichtungen wird die Radinfrastruktur überprüft und gegebenenfalls ausgebaut.

Aktueller Projektstand

Die landeseigene GB infraVelo GmbH nimmt in Abstimmung mit den Bezirken die farbigen Markierungen vor, manche Bezirke realisieren auch eigene Projekte. 2018 und 2019 sind die Radwege auf rund 26 Kilometern an 16 Abschnitten farbig markiert worden; weitere werden folgen.

Fragen und Antworten

Radwege werden durch die neuen Grünbeschichtungen sichtbarer. Die farbliche Kennzeichnung und Abtrennung der Radfahr- und Schutzstreifen sollen das Gefahrenpotenzial verringern. Die Grünbeschichtungen können dazu beitragen, dass der motorisierte Verkehr nicht mehr die deutlich sichtbare Fahrspur der Radfahrenden kreuzt oder als Park- und Haltefläche beansprucht.
Die Grünbeschichtung kann zudem dazu beitragen, das subjektive Sicherheitsempfinden der Radfahrenden durch die gut sichtbare Radspur zu stärken. Zusätzlich werden in den Kreuzungsbereichen die Radwege rot eingefärbt, um die Signalwirkung zu verstärken und auf die besondere Gefahrensituation durch sich kreuzende Wege hinzuweisen.

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Neben den neu geplanten und in den kommenden Jahren neu entstehenden geschützten Radfahrstreifen und Radfahrstreifen ohne Protektion sollen auch bestehende Radwege sicherer werden. Diese bestehenden Radwege entsprechen dabei nicht immer den neuen Anforderungen des Mobilitätsgesetzes. Dennoch soll – unabhängig von einer künftigen Umplanung dieser Wege – mit der Grünbeschichtung ein erster Gewinn an Sicherheit erreicht werden. Teilweise werden im Rahmen der Maßnahme auch Radwege verbreitert, wenn dies ohne größere Umplanung möglich ist.

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Der Farbton ist im Streckenverlauf verkehrsgrün (RAL 6024) sowie an Kreuzungen und Einmündungen und sonstigen Konfliktbereichen wie sehr stark frequentierten Grundstückszufahrten rot (RAL 3020). Verkehrsgrün bietet einen ausreichenden Kontrast zu Rot, was die Aufmerksamkeit in Gefahrenzonen erhöhen wird. Beide Farbtöne sind gut sichtbar. Die Farbauswahl orientiert sich an nationalen und internationalen Städten wie San Francisco, New York oder Wien.

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Insgesamt kommen in der Testphase von fünf Jahren voraussichtlich zwei Materialien zum Einsatz: Kaltplastik und Epoxidharz. Die Materialien unterscheiden sich hinsichtlich ihrer Materialeigenschaften, Beschaffungskosten und Belastbarkeit.

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