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Koordinierungsstelle Fauna und Florenschutz

Auf einer Trockenwiese wächst zwischen braunen Moosen und Flechten sowie spärlichem Grasbewuchs eine Schwärzliche Wiesen-Küchenschelle. An den langen Stängeln bilden schmale Blätter einen Kranz um die Mitte des Blütenstiels, an dessen Ende eine einzelne Blüte in Glockenform herabhängt. Sie ist dunkel violett gefärbt.
Erfolgreich wieder ausgewildert: die Schwärzliche Wiesen-Küchenschelle.
Bild: Stiftung Naturschutz Berlin / Justus Meißner

Wissen sammeln, um gezielt zu handeln

Seit 2009 gibt es die Koordinierungsstelle Florenschutz, seit 2015 die Koordinierungsstelle Fauna. Beide sind bei der Stiftung Naturschutz Berlin angesiedelt und werden vom Senat gefördert. Denn die Koordinierungsstellen leisten einen entscheidenden Beitrag zu Berlins Biodiversität.

Von Fledermaus bis Unke

Bildvergrößerung: Die Nahaufnahme einer Kreuzkröte. Das Tier sitzt im Schutz von grünen Blättern auf braunem Erdboden. Die Oberseite des braun gefleckten plumpen Körpers ist mit Warzen übersät. Aufgrund der gleichen Färbung wie der Boden ist die Kröte gut getarnt. Nur durch ihre grün-gelben Augen mit waagerechten schwarzen Pupillen hebt sie sich vom Untergrund ab.
Kreuzkröte in Berlin.
Bild: Stiftung Naturschutz Berlin / Susanne Bengsch

Die Koordinierungsstelle Fauna konzentriert sich darauf, gefährdete Artengruppen wie Amphibien, Reptilien, Fledermäuse und andere Tiere zu erfassen. Sie verwaltet die zentrale Artdatenbank der Fauna des Landes Berlin. Darüber hinaus pflegt sie ein Netzwerk von Fachleuten und hilft Ehrenamtlichen, ihr Wissen zu den Arten zu erweitern, die sie interessieren. Seit 2016 laufen bei der Koordinierungsstelle die Fäden der Berliner Amphibienkartierung zusammen. Ziel ist es, Informationen zum Vorkommen von Kammmolch, Rotbauchunke und anderen Amphibien zu sammeln und gemeinsam mit den Naturschutzbehörden Schutzmaßnahmen einzuleiten. Bis Ende 2020 hat die Stelle rund 8.900 Fundpunkte in 800 Untersuchungsgebieten dokumentiert – unter anderem für den Kleinen Wasserfrosch (Pelophylax lessonae), der in Berlin als ausgestorben gegolten hatte, und die Kreuzkröte (Epidalea calamita), für die in Berlin sogar ein bundesweit bedeutendes Vorkommen nachgewiesen wurde.

Von Acker-Leimkraut bis Zwerg-Igelkolben

Mehr als 250 Pflanzenarten mit hoher oder sehr hoher Schutzpriorität hat die Koordinierungsstelle Florenschutz in den letzten Jahren erfasst und dafür Orte in der ganzen Stadt kartiert. Auch dabei tauchte so manche Art wieder auf, die in Berlin als verschollen galt. Ein Beispiel ist der Mittlere Sonnentau (Drosera intermedia). Er wurde in einem kleinen Moor in Zehlendorf und später bei Renaturierungen in drei Köpenicker Mooren entdeckt. Wo immer Arten gefunden werden, die im Berliner Florenschutzkonzept verzeichnet sind, bringt die Koordinierungsstelle Schutzmaßnahmen auf den Weg. Jeden Monat stellt sie auf der Website der Stiftung Naturschutz eine Art aus diesem Konzept als Pflanze des Monats vor.

Außerdem koordiniert die Stelle die Vermehrung seltener Pflanzen durch botanische Gärten, die Anlage von Archeflächen (die Refugien für seltene Arten in der Stadt bieten sollen) und das Auswildern nachgezogener Pflanzen. Ein Erfolgsbeispiel für Letzteres ist die Schwärzliche Wiesen-Küchenschelle (Pulsatilla pratensis subsp. nigricans).

Mitmachen!

Auf dem ArtenFinder Science Portal der beiden Koordinierungsstellen können auch Sie Funde besonderer Pflanzen oder Tiere melden und per Foto belegen. Das verbessert die Datengrundlage und erleichtert so den Schutz der biologischen Vielfalt.