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Ressourcenschonung

Bildvergrößerung: Papierschnitt zum Thema Ökologie
Bild: thana_keng / depositphotos.com

„Fälle nur so viele Bäume, wie auch nachwachsen“ – dieses alte Nachhaltigkeitsprinzip ist heute aktueller denn je. Es zeigt: Das Ökosystem ist nur begrenzt regenerationsfähig. Doch unsere bisherige Wirtschafts- und Lebensweise verbraucht wesentlich mehr Ressourcen, als die Umwelt bereitstellen kann. Ein Weiter-Wie-Bisher würde unsere natürlichen Lebensgrundlagen zunehmend zerstören – zum Nachteil kommender Generationen.

Vor diesem Hintergrund haben die Vereinten Nationen, die Europäische Union und die Bundesregierung die Schonung der natürlichen Ressourcen als prioritäres Ziel erklärt. Durch nachhaltiges Wirtschaften und einen ressourcenbewussten Konsum soll dies möglich werden – auch hier in Berlin.

Wie hoch ist der Ressourcenverbrauch in Berlin und welche Ansatzpunkte eignen sich besonders, um hier Ressourcen zu schonen?

Diesen Fragen ging die Machbarkeitsstudie „Ressourcenschonung für Berlin“ nach, welche im Auftrag der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz durchgeführt wurde.

Die gute Nachricht vorab: Der Stadtstaat Berlin schneidet in Bezug auf seinen Ressourcenverbrauch bereits deutlich besser ab als der Bundesdurchschnitt, etwa in Bezug auf Flächen, Wasser, Mobilität und Ernährung. Die Berliner Recyclingwerte für Altglas und Altpapier sind zudem überdurchschnittlich hoch.

Machbarkeitsstudie Ressourcenschonung für Berlin

PDF-Dokument (3.0 MB)

Doch auch in der Hauptstadt bestehen noch wesentliche Potentiale, um den Ressourcenverbrauch zu verringern und mit gutem Beispiel voranzugehen:

Der Baubereich ist der materialintensivste Wirtschaftszweig in Berlin. Hier können besonders viele Ressourcen eingespart werden, etwa indem

  • noch gebrauchsfähige Bausubstanz und Bauteile wiederverwendet werden,
  • nicht-vermeidbare Bauabfälle recycelt oder neu aufbereitet und anschließend wieder genutzt werden (z.B. bei Boden und Sanden, Gips, gemischtem Bauschutt, Ziegel, Beton und Asphalt),
  • Recyclingbaustoffe und regenerative Baustoffe wie Holz verwendet werden.
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Das produzierende Gewerbe trägt ebenfalls maßgeblich zum Material- und Energieverbrauch Berlins bei, wenngleich dieser Wirtschaftszweig hier eine etwas weniger dominante Rolle spielt als in anderen Bundesländern. Ansatzpunkte in diesem Sektor sind:

  • Ressourcensparendes Produzieren und Transportieren
  • Abfallreduktion und Kreislaufwirtschaft (nicht vermeidbare Gewerbeabfälle sollten möglichst getrennt gesammelt werden und recycelbar sein)
  • Die Herstellung „kreislauffähiger“ Produkte: Die Produkte sollten eine möglichst lange Lebensdauer haben und reparierbar sein. Landen sie dann schließlich im Müll, sollten sie gänzlich recycelbar sein. Denn so können die darin verwendeten Materialien als sogenannte Sekundärrohstoffe wieder für die Herstellung neuer Produkte eingesetzt werden.
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Die Bereiche Handel, Logistik, Tourismus- und Gastgewerbe, Information und Kommunikation, Unternehmensdienstleister, öffentliche und sonstige Dienstleister, Erziehung und Gesundheit sind in Berlin überdurchschnittlich stark vertreten und für einen hohen Anteil des Berliner Ressourcenverbrauchs verantwortlich. Hier können über betriebliches Mobilitäts- und Umweltmanagement, umweltfreundlichen Einkauf, Lieferketten und Logistikprozesse, nachhaltige Geschäftsmodelle, Abfallreduktion, -trennung und -verwertbarkeit noch viele Einsparungen erreicht werden.

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Im Verkehrsbereich kann die Ressource Energie gespart und eine Abkehr von fossilen, klimaschädlichen Energien erreicht werden. Dies gelingt über die weitere Elektrifizierung von Fahrzeugantrieben und über den Umstieg vom Auto auf Bus und Bahn, Rad- und Fußverkehr.

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Die Abfallwirtschaft, ihr Rechtsrahmen und ein starker Vollzug sind für den Übergang in eine geschlossene Kreislaufwirtschaft unabdingbar. Die Berliner Abfallpolitik zielt darauf ab, das Abfallaufkommen zu reduzieren, Stoffkreisläufe zu schließen, Schadstoffe auszuschleusen und so natürliche Ressourcen zu schonen. Abfallreduktion wird zum Beispiel durch verpackungslosen Einkauf, Mehrwegsysteme und die Wiederverwendung noch gebrauchsfähiger Güter erreicht. Stoffkreisläufe können geschlossen werden, in dem Abfälle sorgfältig getrennt und sortiert, recycelt bzw. möglichst hochwertig verwertet werden. Die hierfür erforderlichen abfallpolitischen Maßnahmen sind in der Zero Waste Strategie des Landes Berlins beschrieben.

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Ein nachhaltiger Konsum durch private Endverbraucher trägt dazu bei, weniger Ressourcen zu verbrauchen und eine Kreislaufwirtschaft zu erreichen. Über den Lebensmitteleinkauf, die Abfallvermeidung und -trennung sowie über den Kauf von Gebrauchtwaren und umweltfreundlichen Produkten kann jeder Bürger und jede Bürgerin hier einen wertvollen Beitrag leisten.

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Die Berliner Verwaltung, Wirtschaft und Zivilgesellschaft setzen sich bereits auf vielfältige Weise für einen schonenden Umgang mit den natürlichen Ressourcen ein. Mithilfe der vorliegenden Machbarkeitsstudie können nun weitere, gezielte Maßnahmen entwickelt und umgesetzt werden. Dabei wird die öffentliche Hand eine Vorbildfunktion einnehmen.

Nachhaltigkeit in der Berliner Bauwirtschaft

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Formate: video/youtube

Ressourcenwende in der Bauwirtschaft

Schwindende Rohstoffe, knapper werdende Deponieräume und ambitionierte Klimaschutzziele machen es unerlässlich, den hohen Ressourceneinsatz im Bauwesen zu überwinden. Der Film zeigt, dass es schon heute viele Möglichkeiten gibt, Baustoffe im Kreislauf nachhaltig zu nutzen: Recycling-Beton, Recycling-Gips, die Wiederverwendung und das Recycling von Ziegeln sowie der nachwachsende Rohstoff Holz.

Rund 60 Prozent der in Berlin verwendeten Ressourcen werden in der Bauwirtschaft verarbeitet. Dem gegenüber stehen Millionen Tonnen Bauschutt und Baustellenabfälle. Jährlich werden in Berlin im Tief- und Hochbau bereits 2,2 Millionen Tonnen Primarrohstoffe durch den Einsatz gütegesicherter Sekundärrohstoffe eingespart. Dabei will Berlin aber nicht stehen bleiben. Bis 2030 sollen pro Jahr weitere 1,4 Millionen Tonnen Primärstoffe durch Sekundärrohstoffe ersetzt werden.

Produktion: Agentur Gretchen GmbH/EUMB Pöschk GmbH & Co. KG/Ute Czylwik Herausgeberin: Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz

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