Inhaltsspalte

Rote Liste und Gesamtartenliste der Insekten (Insecta) von Berlin

Rote Liste und Gesamtartenliste der Libellen (Odonata) von Berlin

Kleines Granatauge (Erythromma viridulum)
Kleines Granatauge (Erythromma viridulum)
Bild: Josef Vorholt

Rote Liste und Gesamtartenliste der Libellen (Odonata) von Berlin

Falk Petzold
unter Mitarbeit von Peter Jahn

PDF-Dokument (868.3 kB) - Stand: 2. Fassung, Stand Juli 2016

Zusammenfassung:
In Berlin wurden bisher 61 Libellenarten nachgewiesen, von denen 58 als etabliert angesehen werden. Im Vergleich zur bisherigen Gesamtartenliste gibt es drei Neuzugänge (Anax ephippiger, Crocothemis erythraea, Sympetrum meridionale). Die Vorkommen dieser 58 Arten wurden hinsichtlich ihrer Gefährdung analysiert. Im Ergebnis wurden 23 Arten (40 %) in die Rote Liste aufgenommen. Vier Arten gelten als ausgestorben/ verschollen, sechs wurden als vom Aussterben bedroht, drei als stark gefährdet, drei als gefährdet und sieben als extrem selten eingestuft. Eine Art konnte auf Grund unzureichender Datenlage nicht bewertet werden. 34 Arten (59 %) werden als ungefährdet angesehen. Vier in der alten Roten Liste als “ausgestorben” eingestufte Arten (Epitheca bimaculata, Leucorrhinia albifrons, Leucorrhinia caudalis und Orthetrum coerulescens) konnten wiedergefunden werden. Es werden Anmerkungen zur Situation ausgewählter Arten gemacht. Zudem wird die Gefährdungssituation der Libellengemeinschaften einzelner Lebensraumtypen kurz erörtert.

Rote Liste und Gesamtartenliste der Heuschrecken und Grillen (Saltatoria: Ensifera et Caelifera) von Berlin

Zweifarbige Beißschrecke (Metrioptera bicolor)
Zweifarbige Beißschrecke (Metrioptera bicolor)
Bild: Timothy Kappauf

Rote Liste und Gesamtartenliste der Heuschrecken und Grillen (Saltatoria: Ensifera et Caelifera) von Berlin

Bernd Machatzi, Andreas Ratsch, Rüdiger Prasse & Michael Ristow

PDF-Dokument (235.0 kB) - Stand: September 2004

Bildvergrößerung: Große Goldschrecke (Chrysochraon dispar)
Große Goldschrecke (Chrysochraon dispar)
Bild: Timothy Kappauf

Zusammenfassung:
Bei der vorliegenden Arbeit handelt es sich um die zweite Fortschreibung der Roten Liste und Gesamtartenliste der Heuschrecken und Grillen Berlins. Da sich die zuvor veröffentlichten Listen von HOFFMÜLLER (1982) und PRASSE et al. (1991) nur auf den Westteil der Stadt bezogen, liegt jetzt erstmals eine Rote Liste sowie die Zusammenstellung der bisher nachgewiesenen Heuschrecken- und Grillenarten für das gesamte Stadtgebiet vor.

Im Berliner Stadtgebiet sind bisher 54 Heuschrecken- und Grillenarten nachgewiesen worden. Von diesen sind bzw. waren 46 im Freiland sicher oder wahrscheinlich etabliert. Fünf Arten gelten als nicht etabliert, drei weitere Arten kommen lediglich synanthrop vor. Von den 46 im Freiland etablierten Arten gelten acht als ausgestorben bzw. verschollen, 14 Arten werden in eine der Gefährdungskategorien (1 bis 3, G) eingestuft und weitere sieben Arten stehen in der Vorwarnliste. Lediglich 17 Arten werden als ungefährdet eingeschätzt. Nach dem derzeitigen Kenntnistand können noch 38 etablierte Arten (16 der Lang- und 22 der Kurzfühlerschrecken) im Freiland sowie zwei Langfühlerschreckenarten synanthrop angetroffen werden, so dass es im Land Berlin 40 rezent vorkommende Heuschrecken- und Grillenarten gibt.

Rote Liste und Gesamtartenliste der Zikaden (Hemiptera: Fulgoromorpha und Cicadomorpha) von Berlin

Die Gelbseggen-Spornzikade Kelisia sima RIBAUT, 1934 ist ein Bewohner von Kalkflachmooren. Sie ist in den Tieflagen Mitteleuropas sehr selten und oft auf kleinste Quellbereiche beschränkt. In Berlin kommt sie nur am Tegeler Fließ vor.
Die Gelbseggen-Spornzikade Kelisia sima RIBAUT, 1934 ist ein Bewohner von Kalkflachmooren. Sie ist in den Tieflagen Mitteleuropas sehr selten und oft auf kleinste Quellbereiche beschränkt. In Berlin kommt sie nur am Tegeler Fließ vor.
Bild: Gernot Kunz

Rote Liste und Gesamtartenliste der Zikaden (Hemiptera: Fulgoromorpha und Cicadomorpha) von Berlin

Herbert Nickel & Roland Mühlethaler

PDF-Dokument (1.4 MB) - Stand: 1. Fassung, Stand September 2016

Zusammenfassung:
Erstmalig wird für das Land Berlin eine Rote Liste der Zikaden vorgelegt, außerdem eine aktualisierte Gesamtartenliste. Von insgesamt 337 Arten gelten demnach 39 Arten als verschollen, 25 als vom Aussterben bedroht (Kategorie 1), 5 als stark gefährdet (Kategorie 2) und 15 als gefährdet (Kategorie 3). 20 Arten gelten als gefährdet mit unbekannten Ausmaß (Kategorie G), 14 Arten als extrem selten (Kategorie R), 12 Arten wurden auf die Vorwarnliste gesetzt (Kategorie V) und für 14 Arten wurde der Befund “Daten defizitär” gestellt (Kategorie D). Für drei Arten wurde eine besondere Verantwortlichkeit Berlins festgestellt, die Schmuckseggenzirpe (Cicadula ornata), die Braune Kragenzirpe (Anoplotettix fuscovenosus) und die Dünenzirpe (Pinumius areatus). Die beiden erstgenannten kommen deutschlandweit nur in Berlin vor, die letztere weist hier Schwerpunktvorkommen auf.

Rote Liste und Gesamtartenliste der Kamelhalsfliegen, Schlammfliegen und Netzflügler (Raphidioptera, Megaloptera, Neuroptera) von Berlin

Hemerobius lutescens
Hemerobius lutescens
Bild: Ekkehard Wachmann

Rote Liste und Gesamtartenliste der Kamelhalsfliegen, Schlammfliegen und Netzflügler (Raphidioptera, Megaloptera, Neuroptera) von Berlin

Christoph Saure

PDF-Dokument (171.8 kB) - Stand: Dezember 2003

Bildvergrößerung: Chrysopa perla
Chrysopa perla
Bild: Ekkehard Wachmann

Zusammenfassung:
Nach dem gegenwärtigen Kenntnisstand kommen in Berlin 74 Arten aus der Gruppe der Netzflüglerartigen (Neuropterida) vor, davon neun Kamelhalsfliegen, eine Schlammfliege und 64 Echte Netzflügler. 17 Arten (23 %) werden in die Rote Liste aufgenommen. Für zehn weitere Arten unterbleibt eine Gefährdungseinstufung aufgrund der mangelhaften Datenlage. Im Vergleich zur ersten Roten Liste der Berliner Netzflüglerartigen werden deutlich weniger Arten als gefährdet angesehen. Das ist vorwiegend auf Änderungen in der Definition der Gefährdungskategorien und nicht auf eine Verbesserung der Lebensraumsituation zurückzuführen.

Rote Liste und Gesamtartenliste der Bienen und Wespen (Hymenoptera part.) von Berlin mit Angaben zu den Ameisen

Andrena vaga
Andrena vaga;
Bild: Ekkehard Wachmann

Rote Liste und Gesamtartenliste der Bienen und Wespen (Hymenoptera part.) von Berlin mit Angaben zu den Ameisen

Christoph Saure
unter Mitarbeit von Thomas Ziska

PDF-Dokument (429.6 kB) - Stand: September 2004

Bildvergrößerung: Chrysis scutellaris
Chrysis scutellaris
Bild: Ekkehard Wachmann

Zusammenfassung:
Die Gesamtliste und Rote Liste der Bienen und Wespen Berlins enthält 664 Arten aus 15 Hautflüglerfamilien. Weiterhin werden 22 Wespenarten aus den Familien Dryinidae und Bethylidae sowie 40 Ameisenarten (Formicidae) ohne Gefährdungseinstufung aufgeführt. Ammoplanus gegen TSUNEKI (Crabronidae) wird neu für die Fauna Deutschlands gemeldet.

Von 664 Arten werden 276 (41,6 %) in die Rote Liste (Kategorie 0, 1, 2, 3, G) und 55 (8,3 %) in die Vorwarnliste aufgenommen. Für 29 weitere Arten (4,4 %) unterbleibt eine Gefährdungseinstufung aufgrund der mangelhaften Datenlage. 304 Arten (45,8 %) gelten derzeit als nicht gefährdet. Aculeate Wespen kommen mit 353 Arten in Berlin vor. Der Anteil gefährdeter Wespenarten liegt mit 43,9 % etwas über dem Durchschnittswert. Bienen sind in Berlin mit 298 Arten vertreten und der Anteil gefährdeter Arten liegt mit 39,9 % unter dem Durchschnitt. Im Vergleich zur ersten Roten Liste (SAURE 1997) ist der Anteil gefährdeter Arten bei Bienen und vor allem bei Wespen deutlich gesunken (Bienen: von 47,9 % auf 39,9 %; aculeate Wespen: von 63,2 % auf 43,9 %). Eine grundlegende Verbesserung der Lebensraumsituation für Bienen und Wespen seit 1997 ist nicht festzustellen.

Die wesentlichen Gefährdungsursachen wirken nach wie vor, und zwar

  • die Zerstörung bzw. Bebauung von Ruderalstellen und Freiflächen,
  • der Ausbau von Eisenbahntrassen,
  • die Intensivierung oder die Aufgabe der Grünlandnutzung und
  • die fortschreitende Sukzession auf offenen Sandflächen (Kiesgruben, Binnendünen).

Der Rückgang der Rote-Liste-Arten ist daher einerseits das Ergebnis einer seit 1997 verbesserten Datenlage und andererseits das Resultat einer engeren und eindeutigeren Auslegung der Gefährdungskategorien.

Rote Liste und Gesamtartenliste der Köcherfliegen (Trichoptera) von Berlin

Tinodes waeneri
Tinodes waeneri
Bild: Wolfram Mey

Rote Liste und Gesamtartenliste der Köcherfliegen (Trichoptera) von Berlin

Reinhard Müller & Wolfram Mey

PDF-Dokument (707.7 kB) - Stand: 3. Fassung, Stand November 2015

Zusammenfassung:
Aus Berlin sind bis heute 108 Köcherfliegenarten bekannt. Davon wurden 44 Arten (41 %) in die Rote Liste aufgenommen. Die jetzige Neufassung der Roten Liste weist einige wesentliche Veränderungen gegenüber den Vorgängerlisten auf: In den früheren Versionen waren auch Arten enthalten, die nicht in Berlin, sondern im Umland der Stadt nachgewiesen wurden. Diese Arten wurden aus der Liste gestrichen. Aufgrund der schlechten Datenlage wurde in den Vorgängerlisten die Häufigkeit einiger Fließgewässerarten von Brandenburg auf Berlin übertragen.

Durch das Wasserrahmenrichtlinien-Monitoring existiert heute eine deutlich bessere Datenbasis für die Fließgewässer Berlins. Dadurch kommt es zu einer abweichenden Einstufung bei einigen Arten, die nicht auf Bestandsentwicklungen beruht. Aufgrund aktueller Untersuchungen seit 2004 sind sechs Neuzugänge zu verzeichnen. Da der Altdatenbestand nicht für eine belastbare Abschätzung von Bestandstrends ausreicht, wird in der Liste auf deren Angabe grundsätzlich verzichtet.

Rote Liste und Gesamtartenliste der Schnabelfliegen (Mecoptera) von Berlin

Panorpa vulgaris
Panorpa vulgaris
Bild: Ekkehard Wachmann

Rote Liste und Gesamtartenliste der Schnabelfliegen (Mecoptera) von Berlin

Christoph Saure

PDF-Dokument (103.7 kB) - Stand: September 2004

Zusammenfassung:
Die Gesamtartenliste und Rote Liste der Schnabelfliegen Berlins enthält fünf Arten, vier aus der Familie Panorpidae und eine aus der Familie Boreidae. Die Skorpionsfliege Panorpa cognata RAMBUR wird hier erstmalig für Berlin gemeldet. Alle Arten sind in Berlin nicht gefährdet, eine Art wird aber aufgrund einer mangelhaften Datenlage in Kategorie D eingestuft. Deutliche Veränderungen in der Gefährdungseinstufung zeigen sich im Vergleich mit der ersten Roten Liste der Berliner Schnabelfliegen. Das ist nicht auf eine Verbesserung der Lebensraumsituation zurückzuführen, sondern auf Änderungen in der Definition der Einstufungskriterien.

Rote Liste und Gesamtartenliste der Raubfliegen (Diptera: Asilidae) von Berlin

Weibchen von Machimus rusticus mit kleiner Biene (aus der Familie Halictidae) als Beute
Weibchen von Machimus rusticus mit kleiner Biene (aus der Familie Halictidae) als Beute
Bild: Ekkehard Wachmann

Rote Liste und Gesamtartenliste der Raubfliegen (Diptera: Asilidae) von Berlin

Günter Degen

PDF-Dokument (585.0 kB) - Stand: 2. Fassung, Stand Oktober 2015

Bildvergrößerung: Ein Weibchen von Tolmerus atricapillus hat Episyrphus balteatus (Schwebfliege) erbeutet.
Ein Weibchen von Tolmerus atricapillus hat Episyrphus balteatus (Schwebfliege) erbeutet.
Bild: Ekkehard Wachmann

Zusammenfassung:
Aus Berlin sind 42 Raubfliegenarten (Diptera: Asilidae) bekannt. 16 Arten (38 %) werden in die Rote Liste aufgenommen, davon gelten 8 Arten als ausgestorben oder verschollen und 6 Arten als vom Aussterben bedroht. 25 Arten (60 %) sind ungefährdet, eine Art (2 %) steht in der Vorwarnliste. Die jetzige Neufassung der Roten Liste weist einige wesentliche Veränderungen gegenüber der Vorgängerliste auf, die jedoch weitgehend auf Kenntniszuwachs zurückzuführen bzw. methodisch bedingt sind. Bei der Gesamtartenzahl gibt es 3 Neuzugänge. Weiterhin führt die Neubewertung zu einer anderen Einstufung bei einzelnen Arten. Für kritische Arten werden erklärende Anmerkungen geliefert.

Rote Liste und Gesamtartenliste der Eintagsfliegen (Ephemeroptera) von Berlin

Imago von Ephemera danica
Imago von Ephemera danica
Bild: Brigitta Eiseler

Rote Liste und Gesamtartenliste der Eintagsfliegen (Ephemeroptera) von Berlin

Reinhard Müller

PDF-Dokument (414.7 kB) - Stand: 1. Fassung, Stand Mai 2016

Bildvergrößerung: Larve von Kageronia (Heptagenia) fuscogrisea
Larve von Kageronia (Heptagenia) fuscogrisea
Bild: Wolfgang Lechthaler

Zusammenfassung:
Die vorliegende Liste ist die erste Fassung einer Roten Liste der Eintagsfliegen für Berlin. Aus dem Stadtgebiet sind bis heute 14 Arten der Eintagsfliegen bekannt, davon wurden 6 Arten (43 %) in die Rote Liste aufgenommen.

Vor dem Beginn der Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie im Jahre 2006 wurden die Eintagsfliegen von Berlin kaum erforscht. Im Museum für Naturkunde Berlin finden sich dementsprechend nur wenige Belege gemeiner Arten aus dem Stadtgebiet. Aufgrund des fehlenden Altdatenbestandes sind bei den Eintagsfliegen Angaben zu ausgestorbenen Arten oder zu Bestandstrends nicht möglich.

Rote Liste und Gesamtartenliste der Schwebfliegen (Diptera: Syrphidae) von Berlin

Männchen von Brachypalpus valgus
Männchen von Brachypalpus valgus
Bild: Stefan Kühne & Christoph Saure

Rote Liste und Gesamtartenliste der Schwebfliegen (Diptera: Syrphidae) von Berlin

Christoph Saure

PDF-Dokument (2.5 MB) - Stand: 1. Fassung, Stand September 2017

Zusammenfassung:
Die vorliegende Liste ist die erste Fassung einer Roten Liste der Schwebfliegen für Berlin. Gegenwärtig sind 252 Schwebfliegenarten aus Berlin bekannt, von denen 17 Arten als Neufunde und weitere 17 Arten als Wiederfunde eingestuft werden. Die Rote Liste enthält 118 Arten (46,8 %), darunter 31 Arten der Kategorie 0 (ausgestorben oder verschollen). Die Hauptgefährdungsursachen sind der Verlust von Saum- und Sonderbiotopen, Veränderungen in Wald- und Feuchtgebieten sowie Lebensraumverluste durch Bebauung.

Rote Liste und Gesamtartenliste der Wanzen (Heteroptera) von Berlin

Mediterrane Bodenwanzenart Arocatus longiceps (Lygaeidae)
Mediterrane Bodenwanzenart Arocatus longiceps (Lygaeidae)
Bild: Jürgen Deckert

Rote Liste und Gesamtartenliste der Wanzen (Heteroptera) von Berlin

Jürgen Deckert & Gerhard Burghardt

PDF-Dokument (2.9 MB) - Stand: 4. Fassung, Stand März 2017

Zusammenfassung:
Es wird eine Checkliste und Rote Liste der Wanzen (Insecta: Heteroptera) Berlins vorgelegt. Die Liste umfasst 502 Wanzenarten, die gegenwärtig in Berlin vorkommen oder die seit Mitte des 19. Jahrhunderts wenigstens einmal hier gefunden wurden. 88 Arten (18 %) werden als (regional) verschollen oder ausgestorben betrachtet und 271 Arten (54 %) als nicht bedroht. Sieben Arten sind Neobiota und 11 sind seit 2005 das erste Mal in Berlin nachgewiesen worden. Die wenigen publizierten Arbeiten der letzten Jahre und das Fehlen systematischer Untersuchungen erschweren die Einschätzung der Häufigkeit vieler Arten und ihre Klassifizierung hinsichtlich des Rote-Liste-Status.

Besonders bedroht sind Arten von Feuchtgebieten, von fließenden und stehenden Gewässern, Uferbereichen, sowie Arten des Offenlandes. Die Ursachen liegen wie seit Jahren in der zunehmenden Bebauung, Zerstörung, Degradierung und Isolation der Standorte und in der Eutrophierung der Lebensräume.

Rote Liste und Gesamtartenliste der Wasserkäfer (Coleoptera: Hydradephaga, Hydrophiloidea part., Hydraenidae, Elmidae und Dryopidae) von Berlin

Haliplus obliquus
Haliplus obliquus
Bild: Karsten Grabow

Rote Liste und Gesamtartenliste der Wasserkäfer (Coleoptera: Hydradephaga, Hydrophiloidea part., Hydraenidae, Elmidae und Dryopidae) von Berlin

Lars Hendrich & Reinhard Müller

PDF-Dokument (1.2 MB) - Stand: 3. Fassung, Stand März 2016

Zusammenfassung:
Die vorliegende Arbeit gibt einen aktuellen Überblick über die Gefährdung aller 195 bisher in Berlin nachgewiesenen aquatisch lebenden Käferarten der Familiengruppen Hydradephaga, Hydrophiloidea [partim], Byrrhoidea [partim] und Staphylinoidea [partim]. Sie verteilen sich auf die Familien Hygrobiidae [1], Haliplidae [17], Dytiscidae [102], Noteridae [2], Gyrinidae [7], Hydraenidae [7], Hydrochidae [4], Hydrophilidae [28], Helophoridae [15], Spercheidae [1], Elmidae [4] und Dryopidae [7]. Unberücksichtigt bleiben lediglich die terrestrischen Vertreter der Familie Hydrophilidae (die meisten Arten der Gattung Cercyon und alle Sphaeridiinae), die Georissidae [1] und die Familie der Scirtidae. Rezente Aufsammlungen sind nach 2005 in fast allen Berliner Fließgewässern und einigen Seen (Erfassung der Fauna des Makrozoobenthos bei der Umsetzung der EU-Wasserrahmenrichtlinie), ausgewählten Moorgebieten und wenigen Pfuhlen getätigt worden.

Moor-, Bruch- und Auwaldgewässer sowie überspannte Großseggenriede, Röhrichte und Sumpfwiesen sind für fast alle aquatischen Käferfamilien, bis auf die Elmidae, Dryopidae und Gyrinidae, Zentren höchster Diversität. Leider hat sich das in den letzten 10 Jahren nicht auf die seit langem eingeforderten Umsetzungen von Biotoppflegemaßnahmen in den Berliner Feuchtgebieten ausgewirkt. Der Zustand fast aller Berliner Moorschutzgebiete ist, aus Sicht der aquatischen Käferfauna, besorgniserregend. Ebenfalls stark zurückgegangen sind fast alle Pionierbesiedler von Rohbodenhabitaten, da vegetationslose Kleingewässer im Stadtgebiet praktisch kaum noch vorhanden sind. Neben den unterlassenen Pflege- und Entwicklungsmaßnahmen sind auch die klimatisch bedingten Rückgänge der Winter- und Frühjahrsniederschläge für den Niedergang der Berliner Wasserkäferfauna verantwortlich zu machen.

Verbessert hat sich dagegen die Artenzusammensetzung der Seen, Flussseen und kleineren Fließgewässer, wobei die wenigen Quellen in der Stadt davon ausdrücklich ausgenommen sind. Arten mit atlantomediterranem, holomediterranem und pannonischem Verbreitungsschwerpunkt sind auch in der letzten Dekade deutlich häufiger geworden, wohingegen Taxa mit eurosibirischem Verbreitungsschwerpunkt weiterhin stark zurückgegangen oder gar verschollen sind. Insgesamt können für Berlin 32 Arten (16,4 %) als verschollen betrachtet werden, 18 (9,2 %) sind vom Aussterben bedroht, 21 (10,8 %) stark gefährdet, 10 (5,1 %) gefährdet und bei 9 (4,6 %) ist eine Gefährdung anzunehmen. Dies entspricht 90 von 195 Arten, also 46,2 % der Gesamtfauna.

Bezogen auf die Gesamtartenzahl sind die Elmidae (100 %), Gyrinidae (86 %), Haliplidae (59 %) und Dytiscidae (57 %) die am stärksten betroffenen Gruppen. Bei den Dytiscidae sind insbesondere Arten der nährstoffarmen Moorgewässer, überstauten Seggenriede, Bruchwaldgewässer, kleineren Fließgewässer, Quellen, Rohbodenhabitate und meso- bis schwach eutrophen Seen und Weiher gefährdet. Ein Drittel aller Arten gilt bereits als ausgestorben.

Rote Liste und Gesamtartenliste der Laufkäfer (Coleoptera: Carabidae) von Berlin

Carabus coriaceus
Carabus coriaceus
Bild: Ekkehard Wachmann

Rote Liste und Gesamtartenliste der Laufkäfer (Coleoptera: Carabidae) von Berlin

Karl-Hinrich Kielhorn

PDF-Dokument (446.2 kB) - Stand: September 2004

Bildvergrößerung: Cicindela hybrida
Cicindela hybrida
Bild: Ekkehard Wachmann

Zusammenfassung:
Die Gesamtartenliste der Laufkäfer Berlins umfasst 288 Arten, von denen 114 (40 %) in der Roten Liste geführt werden. 167 Arten (58 %) sind ungefährdet, bei sieben Arten ist die Datenlage für eine Einstufung unzureichend. Im Vergleich mit den Roten Listen Brandenburgs und Deutschlands ist die Zahl der verschollenen Arten in Berlin sehr hoch.

Am stärksten gefährdet sind Laufkäfer der offenen Ufer, Heiden, Moore und synanthrope Arten. Ein besonderer Druck lastet außerdem auf Arten in Sekundärlebensräumen auf Bahnbrachen und Trümmergrundstücken. Diese Laufkäfer sind durch Bebauung und die Wiederinbetriebnahme von Bahnstrecken stark bedroht.

In einer Rasterkartierung wurden die Funddaten Rasterfeldern von 2,8 × 2,8 km² zugeordnet. Die Zahl der belegten Raster wurde benutzt, um die relative Häufigkeit der Arten zu bestimmen. Langfristige Bestandsveränderungen können aus dem Vergleich von früher besetzten mit aktuell belegten Rasterfeldern abgeleitet werden.

Rote Liste und Gesamtartenliste der Prachtkäfer (Coleoptera: Buprestidae) von Berlin

Großer Ulmen-Prachtkäfer (Lamprodila mirifica) – Bundesweit vom Aussterben bedrohte Art mit Schwerpunktvorkommen im Osten Deutschlands
Großer Ulmen-Prachtkäfer (Lamprodila mirifica) – Bundesweit vom Aussterben bedrohte Art mit Schwerpunktvorkommen im Osten Deutschlands
Bild: Georg Möller

Rote Liste und Gesamtartenliste der Prachtkäfer (Coleoptera: Buprestidae) von Berlin

Stephan Gottwald

PDF-Dokument (509.9 kB) - Stand: 1. Fassung, Stand Februar 2016

Bildvergrößerung: Goldhalsiger Kleinprachtkäfer (Trachys troglodytes) – Indikatorart für wertvolle und schutzwürdige Trockenrasenstandorte
Goldhalsiger Kleinprachtkäfer (Trachys troglodytes)
Bild: Stephan Gottwald

Zusammenfassung:
Aus Berlin sind bis heute 47 Prachtkäferarten bekannt, von denen 27 Arten (57,4 %) in die Rote Liste aufgenommen werden. 7 Arten gelten als “ausgestorben oder verschollen” und weitere 20 werden als bestandsgefährdet angesehen. Bei der Gesamtartenzahl gibt es gegenüber der Vorgängerliste 3 Neuzugänge. Weiterhin führt die Neubewertung der aktuellen Bestandssituation zu einer anderen Einstufung einzelner Arten. Für kritische Arten werden erklärende Anmerkungen gegeben.

Rote Liste und Gesamtartenliste der Blattkäfer (Chrysomelidae und Megalopodidae) von Berlin

Schilfkäfer (Donacia semicuprea) in Copula, und Fraßbild an Schilfrohr (Phragmites australis); Tegeler Fließ
Schilfkäfer (Donacia semicuprea) in Copula, und Fraßbild an Schilfrohr (Phragmites australis); Tegeler Fließ
Bild: Uwe Heinig

Rote Liste und Gesamtartenliste der Blattkäfer (Chrysomelidae und Megalopodidae) von Berlin

Uwe Heinig & Matthias Schöller
unter Mitarbeit von Ulf Arnold, Jens Esser, Lars Hendrich, Hella Wendt und Herbert Winkelmann

PDF-Dokument (2.1 MB) - Stand: 1. Fassung, Stand Juni 2016

Zusammenfassung:
Aus Berlin sind bis heute 273 Blattkäferarten bekannt, darunter 11 Neobiota (4 %). Davon werden 93 Arten (34,1 %) in die Rote Liste aufgenommen. Bei der Gesamtartenzahl gibt es vier Neuzugänge gegenüber der letzten Checkliste von 1997. 32 Arten (11,7 %) gelten als ausgestorben oder verschollen. Bestandsgefährdet sind insgesamt 39 Arten (14,3 %), 90 % dieser Arten gelten als stenotop. Den höchsten prozentualen Anteil gefährdeter Arten weist die Unterfamilie Donaciinae der Chrysomelidae auf. In jüngerer Zeit zeigten 50 Arten (18,3 %) einen Populationsrückgang, aber nur 8 Arten (2,9 %) eine Zunahme. Die fortwährende Überwachung der Bestandsentwicklung ist notwendig, um eventuelle weitere Rückgänge rechtzeitig erkennen zu können und Gegenmaßnahmen einzuleiten. Ausgewählte Arten werden kommentiert.

Rote Liste und Gesamtartenliste der Blatthornkäfer (Coleoptera: Scarabaeoidea) von Berlin

Ein typischer Berliner 'Stadtkäfer', Hoplia graminicola (FABRICIUS, 1792), der regelmäßig auch im Zentrum der Stadt angetroffen werden kann.
Ein typischer Berliner 'Stadtkäfer', Hoplia graminicola (FABRICIUS, 1792), der regelmäßig auch im Zentrum der Stadt angetroffen werden kann.
Bild: Ekkehard Wachmann

Rote Liste und Gesamtartenliste der Blatthornkäfer (Coleoptera: Scarabaeoidea) von Berlin

Jens Esser

PDF-Dokument (438.9 kB) - Stand: 1. Fassung, Stand Februar 2016

Bildvergrößerung: Großer Rosenkäfer (Protaetia speciosissima) (SCOPOLI, 1786), eine in Berlin stark gefährdete Art. Hauptgrund dafür ist die Entfernung von geeigneten Höhlenbäumen aufgrund der Verkehrssicherungspflicht.
Großer Rosenkäfer (Protaetia speciosissima)
Bild: Ekkehard Wachmann

Zusammenfassung:
Aus Berlin sind bis heute 93 Blatthornkäferarten bekannt, die alle als etablierte Taxa in die Gesamtartenliste aufgenommen wurden. 40 Arten wurden als bestandsgefährdet und 22 Arten als verschollen oder ausgestorben angesehen. In der Vorgängerliste (BÜCHE & MÖLLER 2005) wurden 14 Arten bewertet, von denen sich bei einer Art die Bestandssituation (evtl. methodisch bedingt) verbessert, bei vier Arten verschlechtert hat.

Rote Liste und Gesamtartenliste der Kurzflügelkäferartigen und Stutzkäfer (Coleoptera: Staphylinoidea und Histeridae) von Berlin

Der ebenfalls auffällig gefärbte und große Kurzflügelkäfer Dinothenarus fossor (SCOPOLI, 1771) ist in Berlin verschollen. Beide Dinothenarus-Arten (die zweite ist in Berlin ebenfalls verschollen) sind Waldbewohner.
Der ebenfalls auffällig gefärbte und große Kurzflügelkäfer Dinothenarus fossor (SCOPOLI, 1771) ist in Berlin verschollen. Beide Dinothenarus-Arten (die zweite ist in Berlin ebenfalls verschollen) sind Waldbewohner.
Bild: Ekkehard Wachmann

Rote Liste und Gesamtartenliste der Kurzflügelkäferartigen und Stutzkäfer (Coleoptera: Staphylinoidea und Histeridae) von Berlin

Jens Esser

PDF-Dokument (1.6 MB) - Stand: 1. Fassung, Stand Juli 2016

Zusammenfassung:
Aus Berlin sind bis heute 983 etablierte Arten der Kurzflügelkäferartigen 1 (Staphylinoidea ohne Langtaster-Wasserkäfer, Hydraenidae) und Stutzkäfer (Histeridae) bekannt. 180 Arten werden als bestandsgefährdet und 116 Arten als verschollen oder ausgestorben angesehen.

1 Nicht enthalten sind die Hydraenidae (s. HENDRICH & MÜLLER 2017); die Ptiliidae sind lediglich in einer Checkliste dargestellt.

Rote Liste und Gesamtartenliste der Kapuzinerkäferartigen (Bostrichoidea), Buntkäferartigen (Cleroidea), Plattkäferartigen (Cucujoidea), Schnellkäferartigen (Elateroidea), Werftkäferartigen (Lymexyloidea) und Schwarzkäferartigen (Tenebrioidea) von Berlin (Coleoptera)

Feuerkäfer (Pyrochroa serraticornis) (SCOPOLI, 1763)
Feuerkäfer (Pyrochroa serraticornis) (SCOPOLI, 1763)
Bild: Ekkehard Wachmann

Rote Liste und Gesamtartenliste der Kapuzinerkäferartigen (Bostrichoidea), Buntkäferartigen (Cleroidea), Plattkäferartigen (Cucujoidea), Schnellkäferartigen (Elateroidea), Werftkäferartigen (Lymexyloidea) und Schwarzkäferartigen (Tenebrioidea) von Berlin (Coleoptera)

Jens Esser

PDF-Dokument (1.8 MB) - Stand: 1. Fassung, Stand Mai 2016

Zusammenfassung:
Aus Berlin sind bis heute 769 Arten der Überfamilien Bostrichoidea, Cleroidea, Cucujoidea, Elateroidea, Lymexyloidea und Tenebrioidea bekannt. Davon werden 204 Arten (26,5 %) in die Rote Liste aufgenommen. 24 Arten werden als vom Aussterben bedroht und 40 Arten als ausgestorben oder verschollen angesehen.

Rote Liste und Gesamtartenliste der Bockkäfer (Coleoptera: Cerambycidae) von Berlin

Phytoecia virgula (CHARPENTIER, 1825) eine von mehreren in Berlin gefährdeten oder verschollenen Offenlandarten mit krautigen Pflanzen als Entwicklungssubstrat (hier Feldbeifuß)
Phytoecia virgula (CHARPENTIER, 1825) eine von mehreren in Berlin gefährdeten oder verschollenen Offenlandarten mit krautigen Pflanzen als Entwicklungssubstrat (hier Feldbeifuß)
Bild: Ekkehard Wachmann

Rote Liste und Gesamtartenliste der Bockkäfer (Coleoptera: Cerambycidae) von Berlin

Jens Esser

PDF-Dokument (471.9 kB) - Stand: 1. Fassung, Stand Februar 2016

Zusammenfassung:
Aus Berlin sind bis heute 95 Bockkäferarten bekannt. Davon werden 92 Arten (97 %) in die Rote Liste aufgenommen. 12 Arten wurden als bestandsgefährdet und 8 Arten als verschollen oder ausgestorben angesehen. Von allen bewerteten Arten sind 28 gegenüber der Vorgängerliste (BÜCHE & MÖLLER 2005) von Veränderungen betroffen, 26 Arten positiv (v. a. methodisch bedingt), 2 Arten negativ.

Rote Liste und Gesamtartenliste der Rüsselkäfer (Curculionoidea) von Berlin

Cionus tuberculosus
Cionus tuberculosus
Bild: Ekkehard Wachmann

Rote Liste und Gesamtartenliste der Rüsselkäfer (Curculionoidea) von Berlin

Christoph Bayer & Herbert Winkelmann

PDF-Dokument (741.6 kB) - Stand: Stand März 2004

Bildvergrößerung: Apoderus coryli
Apoderus coryli
Bild: Ekkehard Wachmann

Zusammenfassung:
Nach dem gegenwärtigen Kenntnisstand kommen in Berlin 542 Arten aus der Gruppe der Rüsselkäfer (Curculionoidea) vor, die nach ALONSO-ZARAZAGA & LYAL (1999) acht Familien zugeordnet werden. Davon werden 212 Arten (39,1 %) in die Rote Liste und 13 Arten (2,4 %) in die Vorwarnliste aufgenommen. Für 37 weitere Arten (6,8 %) unterbleibt eine Gefährdungseinstufung aufgrund der mangelhaften Datenlage. Um die Gefährdungseinstufung nachvollziehbar zu machen, werden alle gefährdeten Arten, die Arten der Vorwarnliste und der Kategorie D kommentiert. Der Anteil gefährdeter Arten (39,1 %) ist im Vergleich zur Roten Liste der Rüsselkäfer Westberlins (WINKELMANN 1991) um 15,4 % gesunken. Dies ist auf Veränderungen in der Methodik der Erstellung Roter Listen und auf die Erweiterung des Bezugsraums um die östlichen Stadtteile Berlins zurückzuführen. Die Lebensraumsituation der Rüsselkäfer Berlins hat sich jedoch im vergangenen Jahrzehnt weiter verschlechtert.