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Teile von Natur und Landschaft sichern

Ein Blick auf die Düne Wedding unter blauem Himmel mit weißen Wolkenschleiern. Auf der flachen Kuppe der Erhebung wachsen einige knorrige Waldkiefern. In diesem Bereich ist der lockere Rohboden unbefestigt und von sandigen Stellen durchzogen. Im Vordergrund bedecken unterschiedliche Gräser das Naturdenkmal aus der Eiszeit. Ein weißer Gebäudekomplex, dessen Fensterrahmen und Flachdächer mintgrün abgesetzt sind, erstreckt sich rechts im Hintergrund.
Die Düne Wedding stammt aus der Eiszeit und ist als Naturdenkmal und Naturschutzgebiet geschützt. 2012 wurden ihre Rohböden wiederhergestellt. Sie sind Lebensraum seltener Tiere und Pflanzen.
Bild: Christo Libuda (Lichtschwärmer)

Schutz seltener Lebensräume und Lebewesen

Landschaftsbereiche oder einzelne Objekte unter Schutz zu stellen, ist ein klassischer Weg, Biodiversität zu sichern und zu fördern. Seltene und gefährdete Biotope bleiben so langfristig als Lebensraum ebenso seltener Tiere und Pflanzen erhalten. Die Praxis kennt acht Arten (oder Kategorien) solcher Schutzgebiete. Sie beruhen auf nationalem Recht oder auf Beschlüssen und Vorgaben der EU.

Schutzgebietskategorien nationalen Rechts

43 Naturschutzgebiete (NSG) gibt es in Berlin. Sie sind meist noch sehr naturnah und deshalb besonders schützenswert. In einem NSG ist alles untersagt, was das Gebiet beeinträchtigen könnte. Landschaftsschutzgebiete (LSG) sind die zweite, etwas weiter gefasste Kategorie. Sie machen derzeit rund 14 Prozent der Landesfläche aus. In diesen meist größeren Gebieten sollen Naturhaushalt und Landschaftsbild erhalten bleiben; LSG dienen aber auch den Menschen zur Erholung. Naturpark (NP) gibt es einen in der Region: den länderübergreifenden Naturpark Barnim. Außerdem stehen Elemente wie kleine Inseln als Geschützte Landschaftsbestandteile (GLB), der Berliner Baumbestand über die Baumschutzverordnung (BaumschVO) und Einzelobjekte wie Pfuhle, Bäume oder Findlinge als Naturdenkmale (ND) unter Schutz.

Das europäische NATURA-2000-Netzwerk

Die Länder haben ein großes Interesse im Verbund mit anderen Mitgliedsstaaten, bestimmte Lebensräume und Arten zu schützen. Dieser grenzüberschreitende Blick ist für die Biodiversität wichtig, weil so Arten erkannt und gefördert werden, die für eine Region wichtig und typisch sind. Die EU hat 1979 die ersten Vogelschutzgebiete festgelegt und diese 1992 zusammen mit den damals neuen Fauna-Flora Habitat-Gebieten (FFH) unter den Titel NATURA 2000 gestellt. Die EU-Vorgaben umzusetzen, ist in Deutschland Ländersache. Derzeit sind sieben Prozent der Fläche Berlins Teil des Netzwerks NATURA 2000.

Berlin organisiert, pflegt und entwickelt

Bildvergrößerung: Ein breiter Bohlensteg mit hölzerner Brüstung führt über das Tegeler Fließ zu einer Brücke. Auf der Wasseroberfläche des ruhigen Bachs treibt Laub, dazwischen spiegeln sich die umstehenden Bäume und der graue Himmel. Links des Stegs wachsen unterschiedliche Bäume, Büsche und Sträucher. Ihre Blätter sind grün oder in Rot-Braun-Tönen herbstlich verfärbt. Im Hintergrund ragen verschwommen bunte Laubbäume auf.
Das NATURA-2000-Gebiet Tegeler Fließtal umfasst drei Naturschutzgebiete und ein Landschaftsschutzgebiet. Die Bohlenstege wurden gebaut, um die Natur zugänglich und die Nutzung verträglich zu machen.
Bild: Christo Libuda (Lichtschwärmer)

Jede Verordnung für ein Schutzgebiet benennt auch die wesentlichen Pflege- und Entwicklungsziele und gibt an, welche Nutzungen dort weiterhin zulässig sind. Basis für die Umsetzung des jeweiligen Schutzzwecks und der Ziele sind feste Pflege- und Entwicklungspläne und ein sogenanntes Gebietsmanagement. Menschliche Einflüsse und natürliche Prozesse wie die Vegetationsentwicklung verändern die Gebiete ständig. Diese Prozesse werden beobachtet und bewertet, um die Strategien und Maßnahmen falls nötig anzupassen.