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Masterplan Wasser

Spreepark (Schrägluftbild von 2008)
Bild: Dirk Laubner

Die Berliner Bevölkerung wird seit mehr als hundert Jahren mit Trinkwasser aus dem eigenen Stadtgebiet und dem direkt angrenzenden Umland versorgt. Nach einem langjährigen Rückgang des Trinkwasserverbrauchs seit den 1990er Jahren steigen seit einigen Jahren die Verbrauchsmengen wieder merklich an. Die weiterhin wachsende Bevölkerung in Berlin und dem Berliner Umland wird zu einem steigenden Trinkwasserbedarf und somit auch einem erhöhten Abwasseranfall führen. Zugleich werden durch den Klimawandel Trockenphasen voraussichtlich zunehmen und länger andauern.

Die Berliner Gewässer sind durch Einträge von Nähr- und Schadstoffen erheblichen Belastungen ausgesetzt. Darüber hinaus stellen die Folgen des Braunkohletagebaus sowie des Kohleausstiegs bis 2038 in der Lausitz die Berliner Wasserwirtschaft vor große Herausforderungen. Neben der Sulfatproblematik rückt zunehmend das Wassermengenproblem in den Fokus. Die Trockenjahre 2018, 2019 und 2020 lassen bereits erahnen, welche bedeutsamen Herausforderungen zur Stützung des Wasserhaushaltes auf Bund, Länder und Verursacher zur Aufrechterhaltung der wasserwirtschaftlichen Mindestanforderungen für das Spreesystem zukommen werden.

Auch im Einzugsgebiet der Havel bestand durch die temperaturbedingt hohe Verdunstung und die geringen Niederschlagsjahressummen in den Jahren 2018-2020 ein Wasserdefizit und die Zuflüsse nach Berlin waren besonders niedrig. Zudem steigt der Druck auf die Grundwasserressourcen angesichts einer wachsenden Bevölkerung bei gleichzeitig abnehmender Grundwasserneubildung spürbar.

Der Masterplan Wasser als Zukunftsstrategie der Berliner Wasserwirtschaft

Um die Bevölkerung auch zukünftig mit qualitativ hochwertigem Trinkwasser zu versorgen und zugleich dem Gewässerschutz und den vielfältigen Gewässernutzungen bestmöglich Rechnung zu tragen, erarbeitet das Referat “Wasserwirtschaft, Wasserrecht, Geologie” der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz derzeit den „Masterplan Wasser“. Er untersucht, welche potentiellen Auswirkungen die zukünftigen Veränderungen auf den Berliner Wasserhaushalt haben und entwickelt Maßnahmen, um den wasserwirtschaftlichen Herausforderungen zu begegnen.

Mit Blick auf die Zukunftsherausforderungen der Berliner Wasserwirtschaft braucht es neben der Fortführung und Intensivierung bereits ergriffener Maßnahmen auch neuer Konzepte und Handlungsoptionen. Diese werden im Rahmen des Masterplans entwickelt und ihre Umsetzung auf den Weg gebracht. Darunter sind sowohl „große Projekte“, als auch zahlreiche kleinteilige Maßnahmen. Der Masterplan Wasser setzt als strategische Rahmenplanung die „Klammer“ um diese Maßnahmen: er aggregiert die Ergebnisse, analysiert und evaluiert die Wechselwirkungen, minimiert Zielkonflikte und überwacht den Umsetzungsstand. Er soll als mittel- und langfristige Strategie der Wasserwirtschaft in Berlin die Grundlage für darauf aufbauende Konzepte und Planungen von Anpassungsmaßnahmen bilden. Dabei unterliegt der Masterplan Wasser einer fortlaufenden Evaluierung und Anpassung an neue Erkenntnisse und ist somit als ein dynamischer Erkenntnis- und Strategieprozess angelegt.

Vortrag: Zwischenergebnisse zum Masterplan Wasser

In diesem Vortrag stellen wir Ihnen die Projektstruktur des Masterplan Wasser, bereits vorliegende Ergebnisse sowie Maßnahmen und Handlungsoptionen vor:

Der Masterplan Wasser – Teil 1: Veranlassung, Ziele und Struktur des Projekts

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Teil 1 des Vortrags beschreibt die Veranlassung des Masterplans Wasser, seine Ziele sowie die Struktur des Projekts.

Der Masterplan Wasser –Teil 2: Effekte verschiedener Szenarien des Wasserdargebots und der Wassernutzung

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Teil 2 des Vortrags stellt die Ergebnisse des Teilprojekts 1 „Modellgestützte Berechnung der Effekte verschiedener Szenarien des Oberflächenwasserdargebots und der Wassernutzung im Berliner Gewässersystem“ vor.

Der Masterplan Wasser –Teil 3: Überschlägige Grundwasserbilanzbetrachtungen in den Einzugsgebieten der Wasserwerke

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Teil 3 des Vortrags stellt erste Zwischenergebnisse des Teilprojekts 3 vor, das sich mit den potentiellen Veränderungen des Grundwasserdargebots befasst. Dargestellt werden überschlägige Grundwasserbilanzbetrachtungen in den Einzugsgebieten der Wasserwerke.

Der Masterplan Wasser –Teil 4: Zielkonflikte und Maßnahmen

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Teil 4 des Vortrags befasst sich mit den potentiellen Zielkonflikten und stellt mögliche Handlungsoptionen und Maßnahmen zur Bewältigung der wasserwirtschaftlichen Zukunftsherausforderungen vor.

Beteiligung im Prozess des Masterplans Wasser

Die Wasserversorgung in der Metropolenregion Berlin-Brandenburg befindet sich im Spannungsfeld einer Vielzahl weiterer Gewässernutzungen und Schutzansprüche. Im Rahmen des Masterplans Wasser werden die Vertreterinnen und Vertreter dieser Nutzungs- und Schutzansprüche einbezogen. Zwischenergebnisse der laufenden und abgeschlossenen Teilprojekte des Masterplans Wasser wurden 2020 und 2021 bereits in ersten Stakeholderworkshops vorgestellt. Diese Stakeholderbeteiligung wird 2021 fortgeführt, ebenso ist auch eine breitere Öffentlichkeitsbeteiligung vorgesehen. Die Aufstellung des Masterplans Wasser erfolgt in kontinuierlicher Zusammenarbeit und Abstimmung mit den Berliner Wasserbetrieben. Des Weiteren fanden zum Masterplan Wasser und relevanten Teilprojekten Gespräche mit Vertreterinnen und Vertretern der Wasserwirtschaftsverwaltung in Brandenburg statt. Diese Gespräche werden auch in 2021 fortgesetzt und die Zusammenarbeit intensiviert.

Zwischenbericht zum Masterplan Wasser und nächste Schritte

Der Berliner Senat hat am 20.07.2021 den Zwischenbericht zum Stand der Erarbeitung des Masterplans Wasser beschlossen, den Sie hier einsehen können:

Zwischenbericht Masterplan Wasser Berlin

PDF-Dokument (1.8 MB) - Stand: 24.06.2021

Die weiteren Arbeiten im Jahr 2021 fokussieren auf eine vertiefte Risikoanalyse und die Planung von Maßnahmen mit kurzfristigen bzw. prioritären Entscheidungsbedarfen. Für den Entwurf des Masterplans werden die in Kapitel 5 des Zwischenberichts dargestellten Maßnahmen und Handlungsoptionen weiter untersetzt, die Potenziale vertiefter untersucht und Arbeitspläne aufgestellt. Parallel werden die laufende Stakeholderbeteiligung sowie Abstimmungen mit anderen Fachressorts fortgesetzt. Die Durchführung einer öffentlichen Beteiligungsveranstaltung für alle Interessierten ist ebenfalls vorgesehen. Voraussichtlich ist für den Masterplan Wasser zudem eine strategische Umweltprüfung (SUP) durchzuführen. Im Rahmen der SUP werden die zu erwartenden Umweltauswirkungen des Plans in einem Umweltbericht beschrieben und bewertet. Dieser Umweltbericht unterliegt einer formalen Behörden- und Öffentlichkeitsbeteiligung.