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Gebäude bieten Bruthöhlen

Spatzen nutzen ein Belüftungsrohr in einer Fassade als Brutplatz
Spatzen nutzen ein Belüftungsrohr in einer Fassade als Brutplatz
Bild: Josef Vorholt

Gebäude als Felslandschaft

Tierarten, die in der Stadt zuhause sind, kommen mit den Bedingungen dort zurecht. In städtischen Parkanlagen, Friedhöfen und auf Brachflächen finden sie ebenso wie in Vorgärten und auf grünen Balkonen Nahrung und Nistmaterial. Unsere Häuser mit ihren Spalten, Simsen, Ritzen und Höhlungen sind für sie Ersatz-Felslandschaften, fast wie sie sie aus der Natur kennen. Viele Tiere nutzen die Nischen, um zu schlafen, zu überwintern oder ihre Jungen aufzuziehen. Doch die aktuelle Architektur tendiert zu Fassaden, die kaum noch Unterschlupf bieten. Auch wenn Gebäude energetisch saniert werden, gehen oft solche Lebensstätten verloren.

Gute Nachbarschaft zwischen Mensch und Tier

Daher ist es wichtig, bei Sanierungs- und Bauvorhaben auch an die Tiere zu denken. Um ihren Bedürfnissen gerecht zu werden, ist der Zeitraum zu berücksichtigen, in dem die Maßnahmen durchgeführt werden (also z.B. keine Sanierung einer Fassade, in der gerade Vögel brüten). Außerdem sind Lebensstätten zu erhalten und neu zu schaffen. An hohen Bauwerken lassen sich zum Beispiel Nisthilfen für Turmfalken anbringen. Haben Mauersegler freien Anflug an die Dachkante, kann man Nistkästen für diese Vögel integrieren, die übrigens auch Haussperlinge gern nutzen. Die Sperlinge wiederum fühlen sich an anderen Stellen der Fassade genauso wohl – solange es Spalten, Höhlungen oder Nistkästen für sie gibt. Und begrünte Dächer und Fassaden machen Gebäude ganz allgemein für Tiere attraktiver.

Habitate an Gebäuden fördern

Bildvergrößerung: Bei diesem Neubau wurden Mauerseglerkästen an der Dachkante in die Fassaden eingelassen
Bei diesem Neubau wurden Mauerseglerkästen an der Dachkante in die Fassaden eingelassen
Bild: Rainer Altenkamp

Laut Bundesnaturschutzgesetz dürfen besonders geschützte Tiere weder getötet noch dürfen ihre Lebensstätten beseitigt werden. Daher ist vor der Sanierung eine „Inventur“ der vorhandenen Lebensstätten durchzuführen. Ist ihr Verlust nicht vermeidbar, muss für beseitigte Stätten ausreichend Ersatz geschaffen werden. Planerinnen und Planer, Bauherrinnen und Bauherren können die Biodiversität fördern, indem sie von sich aus Quartiere in die Fassaden integrieren. Im Idealfall ist das von Anfang an Teil der Entwurfsaufgabe.
Die Fotos zeigen einen Neubau in Charlottenburg-Wilmersdorf mit Mauerseglerquartieren. An derselben Stelle hatte auch zuvor ein Gebäude gestanden, in dem Haussperlinge und Mauersegler brüteten.

Mitmachen!

Bildvergrößerung: Die Standardkästen liegen hinter der Klinkerverblendung
Die Standardkästen liegen hinter der Klinkerverblendung
Bild: Rainer Altenkamp

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