Coronavirus

Inhaltsspalte

Mischwaldprogramm

Das Foto zeigt einen Blick über Baumwipfel hinweg auf den Müggelsee. Im Vordergrund rahmt ein Ast mit grünen Blättern am oberen Bildrand das Bild ein. Der See, der den hellblauen Himmel reflektiert, ist von artenreichem Mischwald umgeben. Die Blätter der Laubbäume leuchten teils in sattem Grün, teils sind sie dunkelgrün gefärbt. Zum Horizont hin werden die Baumreihen unscharf.
Köpenick ist ein Schwerpunkt des Waldumbaus – wie hier am Müggelsee
Bild: Berliner Forsten

Herausforderung Klimawandel

Der Klimawandel bringt mehr Trockenheit. Das belastet den Wald enorm. Wie sehr, haben die heißen Sommer 2018 und 2019 deutlich gemacht. Waren zuvor 34 Prozent der Berliner Wälder intakt, sind es seither nur noch acht Prozent. 36 Prozent der Wälder zeigen deutliche Schäden durch anhaltende Trockenheit. Immer deutlicher wird: Stabile, vitale Mischwälder sind an die zukünftigen Herausforderungen des Klimawandels besser angepasst, als artenarme und naturferne Kiefernreinbestände.

Das Ziel: widerstandsfähige, artenreiche Wälder

Berlins Waldlandschaften sollen auch in Zukunft das Wohlbefinden der Menschen fördern, die hier leben. Deshalb haben die Berliner Forsten bereits in den 1990er-Jahren begonnen, Kiefernreinbestände zu Laubmischwäldern umzubauen. Das Ziel heißt Vielfalt. Auch Waldtypen, die durch historische Waldbewirtschaftung geprägt wurden und Lebensraum seltener Arten sind, sollen erhalten oder wiederhergestellt werden.

Sukzessiver Umbau

Bildvergrößerung: Zwischen braunem Herbstlaub sprießen drei blassgrüne Buchenkeimlinge im Sonnenlicht. Zwei der zarten Pflänzchen haben noch geschlossene Keimblätter, die knospenähnlich am dünnen Stiel wachsen. Beim dritten haben sich die Keimblätter bereits entfaltet. Das Blattpaar ist etwas dunkler und nach oben hin leicht geöffnet.
Buchenkeimlinge
Bild: Carsten Fischer / Naturfotografie

Im Rahmen des Mischwaldprogramms wurden von 2012 bis 2020 in den Berliner Wäldern mehr als zwei Millionen junge standortheimische Laubbäume gepflanzt. 1.000 Hektar neuer Mischwald sind somit bis heute entstanden. Eichen, Linden, Ulmen, Buchen und andere Arten werden dabei in die Lücken alter Kiefernbestände gepflanzt. Mit der Zeit entsteht so ein Mischwald, in dem sich die Laubbäume selbst vermehren. Naturverjüngung nennen das die Fachleute. Damit die Jungbäume anwachsen, groß und kräftig werden, müssen sie anfangs geschützt werden: vor dem Verbiss durch Wild, aber auch vor der Konkurrenz invasiver Arten wie der Traubenkirsche. Bis zum Ende dieses Jahrhunderts werden die gesamten Berliner Wälder zu stabilen Mischwäldern umgebaut sein.

Widerstandsfähiger Wald heißt widerstandsfähige Stadt

Der Waldumbau macht nicht nur den Wald widerstandsfähiger gegen den Klimawandel. Bei laubabwerfenden Baumarten wie z. B. Eichen, Buchen, Linden erreicht besonders außerhalb der Vegetationszeit im Winterhalbjahr nahezu der gesamte Niederschlag den Waldboden zur Sickerwasserbildung, während unter Kiefern aufgrund der ganzjährigen Benadelung und somit Verdunstung dementsprechend weniger Regen den Boden erreicht. Dieses Mehr an Sickerwasser unter Laubwäldern stabilisiert den Wasserhaushalt, der am Ende auch für die Trinkwassergewinnung entscheidend ist. Artenreiche Mischwälder trocknen weniger schnell aus und sorgen auch in heißen Sommern für Kühle, von der die hitzegestressten Berlinerinnen und Berliner profitieren.

Mitmachen!

Seit 2017 ist im Grunewald die Ausstellung Wald.Berlin.Klima zu sehen. Sie zeigt, wie Klimawandel und Waldumbau zusammenhängen und warum sie so wichtig sind.

Weitere Informationen