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Geschichte und Entwicklung

Quelle: Lokaler Server
Formate: audio/mp3
Bildvergrößerung: Das querformatige Schwarz-Weiß-Foto zeigt einen Blick über die Rangieranlagen. Unzählige Gleise verlaufen parallel oder in Bögen vom unteren Bildrand bis zum Horizont. Dort werden die unzähligen Gleise zu wenigen zusammengeführt. Auf einigen Bahngleisen stehen lange Güterzüge, auf anderen vereinzelte Waggons. Hier wurden Güterzüge umrangiert und zu neuen Zügen zusammengestellt. Rechts im Vordergrund befindet sich eine Drehscheibe mit einer Dampflokomotive.
Blick über den Rangierbahnhof vom Wasserturm Richtung Norden, 1935
Bild: Carl Bellingrodt, Archiv Alfred Gottwald
Bildvergrößerung: Auf dem quadratischen Schwarz-Weiß-Foto fährt leicht diagonal von links nach rechts ein Fernzug mit zwei Dampflokomotiven. Riesige weiße Dampfschwaden verdecken den ca. 50 Meter hohen stählernen Wasserturm, der am linken Bildrand in den Himmel ragt. Im Vordergrund, etwas tiefer gelegen, verlaufen parallel zwei weitere Gleistrassen.
Wasserturm, 1928
Bild: Sammlung Günther Klebes

Zwischen 1838 und 1871 wurden die Potsdamer Eisenbahn im Westen, die Anhaltinische Eisenbahn im Osten und die Ringbahn gebaut. Die Fernbahnstrecken endeten in fünf Kopfbahnhöfen. Der Güterverkehr wurde über neun Rangierbahnhöfe abgewickelt, darunter der bis 1889 gebaute Rangier- und Werkstättenbahnhof Tempelhof.

Bildvergrößerung: Das Schwarz-Weiß-Foto zeigt einen erhöhten Blick auf die verschneiten Anlagen des Güterbahnhofs in der Dunkelheit. Sehr hohe Lichtmasten beleuchten das weitläufige Areal. Weitere Lichtpunkte stammen von Signalen und Weichenlaternen. Die Bahngleise zeichnen sich dunkel von dem schneebedeckten Boden ab. Sie ziehen sich vom unteren Bildrand nach oben und verlieren sich im dunstigen Hintergrund. Auf einigen Gleisen stehen Güterwagen. Neben einem Gleis ist ein leerer Lkw-Anhänger abgestellt.
Verschneites Schienennetz
Bild: Archiv SenUVK

Die politischen Entwicklungen nach Kriegsende 1945 bestimmten sein weiteres Schicksal. Ab 1950 waren Gütertransporte der DDR durch die Westsektoren untersagt. Die Reichsbahn stellte den Rangierbetrieb circa 1952 vollständig ein. Über Jahrzehnte konnte sich die Natur hier ungestört entwickeln.

Begehrlichkeiten zur Wiederinbetriebnahme des Geländes durch die Reichsbahn kommen Mitte der 1970er-Jahre auf. Eine Rahmenvereinbarung mit der DDR sah im Gegenzug das Nutzungsrecht des Berliner Senats für Teile des Gleisdreiecks für den Bau der Stadtautobahn (Westtangente) vor.

Die Bürgerinitiativen “Schöneberger Südgelände” und “Westtangente”, Kleingärtner/innen und Speditionsfirmen wehren sich erfolgreich gegen diese Projekte. Gutachten belegen den unersetzbaren ökologischen Wert des Schöneberger Südgeländes. Das Konzept einer Grüntangente wird entwickelt.

Als nach der Wiedervereinigung für Baumaßnahmen im zentralen Bereich Ausgleichsflächen benötigt werden, gelingt es, das Gelände verbindlich zu sichern.

Vorher (1995) - Nachher (2016)

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Bildvergrößerung: Mehrere angerostete Bahngleise verlaufen zwischen dichten grünen Büschen hindurch und verlieren sich in einer Rechtskurve. Die Schienen sind durch Weichen miteinander verbunden. Hinter der Kurve ragen Bäume auf. Ein Gleis führt geradewegs in ein Gebüsch. Die grauen Bahnschwellen und der grobe Schotter sind zum Teil mit grünen Kräutern überwuchert. Viele kleine weiße Blüten recken sich der Sonne entgegen. In einiger Entfernung bilden etwas höhere, weißblühende Pflanzen ein dichtes Kissen.
Pflanzen erobern das Gleisbett
Bild: Ingo Kowarik