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Übersicht der Pilotprojekte – Handbuch Gute Pflege (HGP)

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Bildvergrößerung: Schild zur Kennzeichnung der HGP-Pilotflächen
Schild zur Kennzeichnung der HGP-Pilotflächen
Bild: SenUVK

Im Jahr 2018 starteten in allen zwölf Bezirken Pilotprojekte mit dem Ziel, die Praxistauglichkeit des “Handbuchs Gute Pflege” zu prüfen, die tatsächlich notwendigen Aufwendungen für eine fachgerechte qualifizierte “Gute Pflege” der Berliner Grün- und Freiflächen festzustellen und die erforderlichen Ressourcen gegenüber Politik und Öffentlichkeit darzustellen. Für die Umsetzung der Pilotprojekte ist das jeweilige Straßen- und Grünflächenamt des Bezirks zuständig, welches eine oder auch mehrere Pilotflächen unterschiedlicher Größe und Ausprägung ausgewählt hat.

Für jede Pilotfläche wurde ein Pflegeplan auf Grundlage des “Handbuchs Gute Pflege” erarbeitet. Es handelt sich ausschließlich um Empfehlungen für die Pflege und Unterhaltung von vegetationsbestandenen Flächen. Die Maßnahmen werden dokumentiert und ausgewertet. Die Qualitätsanforderungen und Pflegestandards richten sich nach den verschiedenen Funktionschwerpunkten der Pilotflächen. Dabei wird unterschieden nach sozialen (nutzungsbezogenen), ökologischen (natur- und artenschutzrelevanten) und gartenkulturell ästhetischen (gartenkünstlerischen) Ansprüchen.

Bei der Umsetzung der fachgerechten “Guten Pflege” soll auch die Biologische Vielfalt gefördert werden. Die Grünflächen der Stadt müssen angesichts der Folgen klimatischer Veränderungen, aber auch wegen der verstärkten Bautätigkeit aufgrund des anhaltenden Bevölkerungswachstums einen noch größeren Anteil zur Daseinsvorsorge, Lebensqualität und zum Wohlbefinden beitragen als in der Vergangenheit. Daseinsvorsorge heißt z. B. Kühlung, Schattenspende, aber auch Blütenflor. Blumen regen nicht nur die menschlichen Sinne an, sondern sind vor allem Nahrungsquelle für Insekten, die wiederum für die Ernährungswirtschaft und Selbstversorgung bedeutsame Kulturpflanzen – auch in Berlin – bestäuben.

In vielen Fällen werden die Maßnahmen kurz- oder mindestens mittelfristig wahrnehmbare Veränderungen mit sich bringen, denn oftmals konnte in den letzten Jahren aufgrund mangelnder Ressourcen nur eine reduzierte Grünpflege gewährleistet werden. Die Erfahrungen aus der konkreten gärtnerischen Pflege werden wichtige Hinweise für die Fortschreibung des “Handbuch Gute Pflege” liefern. Zudem können Empfehlungen zu einer weiteren Anpassung der im Grünflächeninformationssystem (GRIS) hinterlegten Standards und des Berliner Standardtätigkeitenkatalogs für die verschiedenen vegetativen Flächentypen (Gehölzflächen und Flächen mit krautiger Vegetation wie z.B. Rasen oder Wiese) abgeleitet werden.

Es stehen im Rahmen der Pilotprojekte ausschließlich Mittel für die bislang im Handbuch behandelten vegetativen Flächen und nicht etwa zur Wegesanierung oder Anschaffung von Sitzbänken zur Verfügung, auch wenn natürlich für eine vollständige Pflege und Unterhaltung öffentlicher Grünflächen auch solche Maßnahmen und Beschaffungen wichtig und notwendig sind.

Die Pilotprojekte werden durch ein Landschaftsarchitekturbüro extern fachlich begleitet. Mit Ergebnissen der Auswertung ist voraussichtlich ab Anfang 2022 zu rechnen.