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Die Natur kehrt zurück

Quelle: Lokaler Server
Formate: audio/mp3
Bildvergrößerung: Auf der farbigen Zeichnung führen mehrere Gleise über eine ausgedehnte ebene Fläche, die in der Ferne von Bäumen und Büschen begrenzt wird. Von links ragen die Puffer eines Güterwagens ins Bild. Auf einem dahinterliegenden Gleis wartet eine schwarze Dampflok an einem Halte-Signal. Auf der linken Seite sind die Schienen nur von Schotter umgeben. Zur Mitte hin sprießen zwischen den Gleisen Pflanzen aus dem Schotter - Kräuter mit weißen, gelben und roten Blüten. Rechts wachsen Büsche, in denen Vögel sitzen, sowie junge und bereits hohe Bäume. In der Ferne ragt der Wasserturm auf.
Tiere und Pflanzen siedeln sich mit Aufgabe der Bahnnutzung an.
Bild: Illustration: Max Ley

Illustration

der Phasen des über viele Jahrzehnte andauernden Entwicklungsprozesses der Flora und Fauna

JPG-Dokument (426.0 kB) Bild: Max Ley

Die obere Illustration zeigt am Beispiel des Natur-Parks Südgelände die Phasen des über viele Jahrzehnte andauernden Entwicklungsprozesses der Flora und Fauna auf einem Areal.

Unter dem Begriff “Sukzession” wird die Veränderung und zeitliche Abfolge unterschiedlicher Gemeinschaften aus Pflanzen und Tierarten auf derselben Fläche verstanden. Jedes Sukzessionsstadium ist durch charakteristische Tier- und Pflanzenarten bestimmt. Boden, Klima und Wasserversorgung beeinflussen die Entwicklung ebenso wie die Geschichte des Ortes. Das Endstadium ist ein Waldtyp, der den jeweiligen Standortbedingungen entspricht.

Bildvergrößerung: Im Gegenlicht sitzt ein Weibchen dieser 12 bis 18 Millimeter langen Heuschreckenart auf einem schmalen trockenen Blatt. Das Insekt ist komplett hellgrün und hat einen kleinen, helmartigen Kopf mit roten Augen und langen dünnen Fühlern. Der kompakte Hinterleib endet in einem rechtwinklig aufragenden Legesäbel, der zum Teil von den langen Flügelpaaren verdeckt wird. Auffällig sind die angewinkelten langen, schlanken Hinterbeine, an deren Ende kleine hakenförmige Krallen sitzen.
Sichelschrecke
Bild: Josef Vorholt

Für den Rangierbahnhof Tempelhof wurde das Gelände mit mehreren Metern Sand, Kies, Schotter und Schlacke aufgeschüttet. Der Bau von Überführungsbauwerken, Ablaufbergen und Dämmen gibt dem Gelände ein ausgeprägtes Relief. Mit der Aufgabe der Bahnnutzung nehmen die Tiere und Pflanzen das Gelände wieder in Besitz. Auf Sanden und Schottern wachsen Kanadisches Berufkraut und Klatschmohn. Erste Gehölze fassen Fuß. Pionierarten wie Birke, Zitterpappel und die aus Nordamerika stammende Robinie beginnen ebenso zu keimen wie durch Tiere aus der Umgebung verschleppte Eicheln.

Bildvergrößerung: Vor graugrünem, unscharfem Hintergrund läuft ein Rotfuchs auf den Betrachter zu. Seine spitzen, aufrecht stehenden Ohren und die spitz zulaufende Schnauze mit der kleinen schwarzen Nase verleihen ihm die typische dreieckige Kopfform. Der Oberkopf mit Augenpartie und Nasenrücken ist rotbraun gefärbt, Schnauze und Wangen dagegen sind hellgrau bis weiß. Der helle Farbton zieht sich weiter über Hals und Brust und die Innenseiten der schlanken Beine. Seinen langen buschigen Schwanz mit der weißen Spitze hält der Fuchs flach über dem Boden.
Fuchs
Bild: Sebastian Hennigs

Den Erstbesiedlern folgen Arten wie Natternkopf, Kronen-Nachtkerze, Wilde Möhre und Echter Steinklee. Die Arten der Sandtrockenrasen besiedeln trockene und nährstoffarme Standorte. Prägend sind Gräser wie der Rauhblattschwingel, die Rispen-Flockenblume und verschiedene Habichtskrautarten. Auf nährstoffreichen Standorten wachsen ruderale Staudenfluren, darunter der gelbblühende Rainfarn.

Bildvergrößerung: Ein 360-Grad-Panorama zeigt eine ausgedehnte Wiese mit hohen Gräsern, umgeben von dichten Büschen und vereinzelten Bäumen. Etwa in der Mitte sichert ein Zaun die angrenzende Bahntrasse. Dahinter ragen einzelne Gebäude und Masten auf. Im Vordergrund dominieren farbige Blüten die Offenfläche. Ein dichter Teppich halbhoher gelber Blütenkörbchen - links im Bild - geht über in einen Abschnitt mit violetten Blüten und weißer, schirmförmiger Schafgarbe. Daran schließen sich Kräuter und Gräser mit bräunlichen Blüten- und Samenständen an.
Offenfläche im Naturschutzgebiet
Bild: Carsten Krüger

Die angesiedelten Gehöl­ze entwickeln sich zu ausgedehnten Gebüschen und geschlossenen Waldbe­ständen. Robinie und Zitterpappel dringen mit ihren unterirdischen Ausläufern in die krautigen Vegetations­bestände vor und lösen diese allmählich ab. Im Unterholz wachsen Eiche, Buche und Ahorn als neue Baum­generation auf.

Bildvergrößerung: Die Panorama-Fotografie zeigt einen weiten Blick in dichtes, grünes Unterholz. Spärliches Sonnenlicht dringt durch die Baumwipfel. In der rechten Bildhälfte ist ein rostiger, mit Moosen und Wurzeln überwucherter Schienenstrang auszumachen. Zwischen den Schwellen wächst eine Birke mit dickem Stamm schief in die Höhe. Das ehemalige Gleisbett trifft in der Bildmitte auf den Gitterroststeg, der durch den Park führt. Davor und auf dem Steg sind als Kunstinstallation eckige Stahlbügel platziert.
Urwüchsiger Wald
Bild: Carsten Krüger