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Barrierearmes Naturerleben im Natur-Park Schöneberger Südgelände

Inklusive Infotafeln am barrierefreien Rundweg
Inklusive Infotafeln am barrierefreien Rundweg
Bild: Grün Berlin / Frank Sperling

Stadtnatur auf dem Schöneberger Südgelände

Der ehemalige Rangierbahnhof Berlin-Tempelhof lag seit den 1950er-Jahren brach. Wie beim Park am Gleisdreieck hatte sich deshalb wilde Stadtnatur entwickelt. In den 1990er-Jahren übereignete die Deutsche Bahn dem Senat das Gelände als Ausgleich. Die Entwicklung zum Natur-Park finanzierte maßgeblich die Allianz Umweltstiftung. Unverwechselbar macht ihn seine Mischung aus Technikrelikten, stählerner Kunst und spontan gewachsener Vegetation mit hoher Biodiversität.

Inklusive Umweltbildung ohne Barrieren

Bildvergrößerung: Kunstobjekt Waldohreule
Kunstobjekt Waldohreule
Bild: Grün Berlin / Frank Sperling

Natur ohne Barrieren zu erleben, war von Anfang an ein Leitgedanke des Parks. Seit der Eröffnung im Jahr 2000 führt deshalb ein barrierefreier Rundweg durch den Park. Nun wurde die Fotoausstellung „Bahnbrechende Natur“ gemeinsam mit Betroffenenverbänden zur inklusiven Ausstellung weiterentwickelt. Kontrastreiche und ertastbare Grafiken, Reliefs und die originalgetreue Figur einer Waldohreule laden Besucherinnen und Besucher ein, Natur im Wortsinn zu begreifen: Die Texte der Tafeln sind auch in Brailleschrift gesetzt. QR-Codes verknüpfen die Tafeln mit Audiodateien im Internet. Für Gehörlose gibt es dort Videos in Gebärdensprache. Ein Flyer in leichter Sprache ergänzt die Ausstellung. Führungen und Veranstaltungen im Gelände werden um inklusive Formate erweitert. Und für Sehbehinderte und Blinde ist ein Bodenleitsystem in Planung.

Biodiversität für möglichst viele erfahrbar machen

Im Naturpark gibt es unterschiedliche Lebensräume. Auf den Kies- und Schotterböden zwischen den Gleisen reicht das von der krautreichen Wiese bis zum Dickicht aus Bäumen und Sträuchern. Die Lebensräume sind Heimat vieler Tiere, darunter Bestäuber wie Wildbienen oder Schmetterlinge, die stark gefährdet sind. Überregionale Bedeutung haben die Habichtskräuter, die hier wachsen. Die inklusiven Tafeln stellen einige Arten, ihre Lebensweise und Besonderheiten vor. Dabei geht es zum Beispiel um den Lebenszyklus von Wildbienen oder um die Frage, wie Heuschrecken Laute erzeugen. Eine solche, als Rundgang angelegte Freilandausstellung, die verschiedenste Inhalte inklusiv behandelt und eine weitgehend autonome Teilhabe erlaubt, ist deutschlandweit eine Besonderheit – und ein Vorbild.